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Takagi, Shigeo
1930-1991 (Japan)

Shigeo Takagi begann mit 7 Jahren zu zaubern, zunächst als Manipulator. Später wandte er sich der Close-up-Zauberei zu und war massgeblich für deren Entwicklung in Japan verantwortlich.
Er schrieb Dutzende von Büchern über Zauberkunst, Kartenspiele, Puzzles, Hypnose, Psychologie, Gedächtnis und Philosophie.

 Poinc, Eugene Jerome
1930-2002 (USA)

In Detroit geboren, wurde das Interesse für Zauberkunst in Eugene Poinc schon früh durch ein Zauberbuch sowie durch die Vorstellung eines Zauberkünstlers bei einem kirchlichen Anlass geweckt. In der Oberschule lernte er Milt Larsen kennen, der ihn mit seinem Vater William Larsen, dem Herausgeber von Genii bekannt machte. In der Folge fertigte er Illustrationen für die Zeitschrift an und schrieb einige Artikel.

 
Nach dem Schulabschluss ging er nach New York, wo er Kunst studierte und sich als Handleser und Kartenleger seinen Lebensunterhalt verdiente.
Nach einem Jahr ging er nach Los Angeles, die Arbeit für Genii führte er noch viele Jahre weiter. William Larsen, sein magischer Mentor, hatte ihm bereits viel über Mentalmagie beigebracht, als er unerwartet starb. Eugene Poinc trat weiterhin als Wahrsager an privaten Anlässen auf und verfasste Skripts für Zeitschriften, fürs Fernsehen und für Kinofilme.
Er verfasste zwei Bücher über von ihm erdachte Kunststücke "Imagination: The Illusions of Eugene Poinc" (1981) und "Illusions For Princes And Paupers" (1983), und arbeitete ausser für Genii auch noch für M-U-M. Nachdem er sein Interesse für Bizarre Magie entdeckt hatte, begann er, dazu zahlreiche Beiträge im Internet zu veröffentlichen und publizierte das Buch "The Practitioner: Journeys Into Grey" (2000).

Meier, Carlhorst

1930-2008 (D) 

Als Carlhost Meier 12 Jahre alt war, brach sich seine Mutter beim Schmücken des Weihnachtsbaums den Arm; der Arzt, der sie versorgte, zeigte dem Jungen ein paar Zaubertricks. Dadurch wurde sein Interesse für die Zauberkunst geweckt.
Er studierte Hanns Friedrichs "Kartenzauberei ohne Fingerfertigkeit", wandte sich dann jedoch der Manipulation zu. Mit 25 Jahren hatte er eine Manipulationsnummer mit Zigarettenfang, Billardball- und Fingerhutmanipulationen einstudiert, mit der er erfolgreich an verschiedenen Kongressen auftrat. 
Nachdem er 1948 " Annemann's Practical Mental Effets" erworben hatte und 1949 dem magischen Zirkel Nürnberg beigetreten war, befasste er sich vorwiegend mit der Kartenkunst und Mentalmagie. Er studierte die amerikanische Fachliteratur und lebte Vernons Maxime "be natural" nach. 
1976 trat er dem deutschen Cardworkshop bei, einer Arbeitsgruppe besonders interessierter Kartenkünstler. 1981 gründete er nach dessen Vorbild den Mentalworkshop.

Corinda (Thomas William Simpson)

1930-2010 (GB)

Corinda ist weltweit bekannt geworden durch die Publikation der "Thirteen Steps to Mentalism". Ursprünglich als 13 separate Hefte herausgegeben, wurde der komplette Text 1958 von Harry Clarke als Buch herausgegeben. Es wurde das meistverkaufte Buch über Mentalmagie aller Zeiten. Bis 2008 wurde es in sieben verschiedenen Sprachen herausgegeben und wurde neben Annemanns "Practical Mental Effects" (1944) zu einem der zwei wichtigsten Klassiker der Mentalmagie. 
Aufgrund dieses Werkes wurde Corinda als Mitglied im Inner Magic Circle aufgenommen. Die 1978 gegründete Psychic Entertainers Association verlieh ihm später den Status eines Mitgliedes auf Lebenszeit. 
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges begann Corinda mit 14 Jahren in einem medizinischen Forschungslabor in London zu arbeiten, wo er eine Ausbildung zum Mikrobiologen erhielt. Mit 18 wurde er in die Armee einberufen und arbeitete während 18 Monaten in einem Forschungslabor der Armee in der ägyptischen Wüste. In einem Militärspital zeigte er ein paar Tricks, die er mit etwa 11 Jahren gelernt hatte. Dabei lernte er einen Patienten kennen, der Amateurzauberkünstler war. Dieser brachte ihm einige neue Kunststücke bei und gab ihm die Adresse eines Zaubergeschäfts in London an, wo er einige Kunststücke bestellte. Als er auf die Adresse von Davenports stiess, bestelle er auch ein paar Bücher und entdeckte die Mentalmagie, die ihn besonders faszinierte. Nach der Demobilisierung arbeitete Corinda erneut in verschiedenen medizinischen Labors, verlor aber immer mehr das Interesse an seiner Arbeit. Er zog zu einem Bekannten, einem regionalen Schachmeister, der sich auch für Puzzles und die Zauberkunst interessierte. Zusammen arbeiteten sie bei der Betreuung von Kindern in Ferienlagern mit, Corinda als Zauberkünstler, sein Freund als Clown. Corinda gab für die jeweils rund 3000 Kinder jeden Mittwoch eine Zaubervorstellung. Sonntags gab er eine Vorstellung für die erwachsenen Betreuer und Begleitpersonen, wobei er vorwiegend Mentaleffekte zeigte. Nach zwei Saisons von sechs Monaten kehrte Corinda nach London zurück.
Auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit fand er eine Anstellung bei einem umherziehenden Schausteller. Nach zwei Jahren des Herumreisens nahm er die Stelle als Geschäftsleiter eines Zaubergeschäfts auf einem permanenten Jahrmarkt an. 
Über die Jahre leitete er in London insgesamt sieben verschiedene Zaubergeschäfte und ein Studio für Mentalisten. Sein Interesse für die Mentalmagie wuchs und er machte die Bekanntschaft vieler berühmter Mentlsiten wie Maruice Fogel, Al Koran, Punx, Eric Mason, Romark, und Richard Himber. 
2005 veröffentlichte Corinda "Supplement to the Thirteeen Steps to Mentalism".

Hapner, Max

1930-2011 (USA) 

Max Hapner wurde in Caldwell in Kansas geboren. Er begann sich mit 10 Jahren für die Zauberkunst zu interessieren, nachdem er in der Schule eine Vorstellung von George Staples gesehen hatte. Während seines Sportstudiums in Wichita arbeitete er während drei Jahren in Lloyd Chamber's Magic Shop.
Seinen Militärdienst absolvierte er als Angehöriger der Air Force in Las Vegas, wo er einige Showgrössen der Zauberkunst zu sehen bekam. Zurück in Kansas arbeitete er für die Armee als Sportdirektor in Fort Levenworth. Dort traf er die Kunststudentin Salli, die teilzeitlich für ihn arbeitete und bald mit ihm zusammen auftrat. Zwei Jahre später heirateten sie. 
Als die Universität Minnesota ein Ersatzprogramm für eine Showtournee durch die Schulen brauchte, übernahmen die Hapners den Part. Während den folgenden acht Jahren gaben sie in den ganzen USA Vorstellungen an Schulversammlungen.
1961 zogen Max und Salli nach Colorado, wo sie In den Sommermonaten in Santa's Workshop, einem Vergnügungspark in North Pole, acht Shows am Tag zeigten. Daneben traten sie weiterhin mit bis zu 13 Shows pro Woche an Schulen auf und gaben so während drei Jahren über tausend Vorstellungen pro Jahr. Die Zusammenarbeit mit Santa's Workshop, wo Max die Stellung des Personalchefs angenommen hatte, dauerte 11 Jahre lang.
Mit ihrer Show "Bubbles, bangles and Beads", in der Salli in einer grossen Seifenblase erschein, Seifenblasen erschienen und verschwanden, sich vermehrten und schwebten und sich mit den Konfetti des "Schneesturms in China" vermischten, traten die Hapners in den Sechziger- und Siebzigerjahren an verschiedenen Zauberkongressen in Amerika auf, 1972 auch in Milt Larsens "It's Magic" in Hollywood..
Mit 78 Jahren zog sich Max von der Bühne zurück.

Daniel, John

1930-2011 (USA) 

John Daniel wuchs in Pasadena in Kalifornien auf und sah bereits als Kind verschiedene Zaubervorstellungen. Mit elf Jahren durchschaute er aufgrund einer schlechten Vorführung die Funktionsweise der Asrah-Schwebe und wollte von da an selber mit Illusionen arbeiten. Er tat sich mit einem anderen jungen Zauberkünstler ("Torchy" Towner) zusammen und begann mit Unterstützung von George McAthy und Bill Larsen Sr. Illusionen zu bauen. 
1953 wurde John ins Militär eingezogen und diente in Deutschland, wo er Irene Stolz traf, die er 1957 heiratete und mit ihr einen Sohn (Dante Larsen) hatte. Zusammen mit Irene und seinem Freund trat er mit Geistershows auf. 
Irene und John wurden geschieden, Irene heiratete Bill Larsen Jr. John trat weiterhin mit Shows in Theatern auf, unter anderem wurde er während sechs Monaten im Casino in Reno mit täglich drei Shows engagiert. Er heiratete die Tänzerin Cathy Murrell, die fortan als seine Partnerin auftrat, unter anderem 1967 in der Show "Shazzam". Der Ehe entsprangen ein Sohn und eine Tochter. 
John unterstütze von Anfang an die Academy of Magical Arts und erhielt 1968 die erste Auszeichnung als Magier des Jahres, 2011 wurde ihm der Lifetime Achievement Award verliehen. Der Magic Circle von London ernannte ihn zum Mitglied des Inner Magic Circle mit Goldstern. 
2011 starb er nach langer Krankheit mit achtzig Jahren.

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Saxburger, Heinz

1930-2014 (DK)

Heinz Saxburger wurde als Sohn eines dänischen Bauern in einem kleinen Dorf in Nordschleswig (Sönderjylland) geboren. Das Interesse für die Zauberkunst wurde bei ihm bereits mit 10 Jahren geweckt, als er eine Vorstellung des Zauberkünstlers Solimann sah. Da ihm niemand half und er nicht wusste, dass es Zauberbücher gab, dachte er sich seine eigenen Tricks aus. 
Nach seiner Ausbildung zum Landwirt diente er ab 1950 fünf Jahre in der königlichen Leibgarde in Kopenhagen. 
1960 wandte er sich dem Beruf des Zauberkünstlers zu. Da er zunächst davon nicht leben konnte, arbeitete er gleichzeitig in einem Busterminal der Kopenhagener Strassenbahn. 
Er stellte sich eine zwölfminütige Nummer zusammen, mit der er bis 1970 bei 20 internationalen Wettbewerben immer wieder erste Preise gewann: Er erschien aus einer Stichflamme in der Mitte der Bühne, führte Manipulationen mit lebenden Mäusen vor, wovon eine in eine Glühbirne wanderte; schliesslich verschwanden die Mäuse samt ihrem Glaskäfig. Danach holte er aus einer Glasbox 16 Bälle hervor, die er in eine Schachtel gab. Die Glasbox füllte sich erneut mit Bällen, aus der Schachtel holte er drei Vogelkäfige samt Vögeln hervor. Ein Holzrahmen wurde von beiden Seiten mit Papier bespannt. Aus dem Papier wurde ein halbes Dutzend gefüllte Biergläser hervorgeholt und im Publikum verteilt. Aus einer ebenfalls produzierten Fahne erschien eine Pyramide aus 82 Bierflaschen. Ein spielender Plattenspieler wurde mit einem Tuch bedeckt und in die Luft geworfen; herunter fiel ein gedeckter Tisch mit Champagner, Geburtstagskuchen und allem Zubehör. Eine Tonne, in die Saxburger während der ganzen Vorstellung aus einem unerschöpflichen Krug immer wieder Wasser hineingeleert hat, fällt auseinander und ein Blumenstrauss von 1.8 Meter Durchmesser kommt zum Vorschein.
Mit seiner Frau Bodil, die er 1958 geheiratet hatte und die immer nur hinter der Bühne mitarbeitete, sowie einem Dackel reiste er mit seiner Nummer während über 30 Jahren durch die Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn, Türkei, Syrien, die Tschechoslowakei, Norwegen, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Japan, und trat in Fernsehsendungen in Dänemark, Spanien, England, Ostdeutschland, Westdeutschland, Holland und der Tschechoslowakei auf.

Biografie: Der Zauberer mit den weissen Mäusen. Heinz Saxburger. Zauberbuch-Verlag, Stuttgart, 2005.
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Saltano, Maurice

1930-2017 (F)

Im Alter von neun Jahren sah Maurice Saltano in seiner Heimatstadt Grenoble eine Vorstellung von Bénévol, sparte Geld., um sich ein Zauberbuch kaufen zu können und begann, sich die Grundlagen der Zauberkunst anzueignen.
1941 sah er eine Vorstellung von Hardy L'enchanteur, der sein Mentor wurde. Jedes Mal, wenn er in Grenoble war, unterrichtete Hardy Maurice Saltano, der die gezeigten Techniken einübte bis sie sich das nächste Mal trafen. Saltano gründete mit anderen Amateurzauberkünstlern einen Club und richtete im Haus seiner Eltern ein Theater ein, in dem er vor der Familie und Freunden auftrat. 
Als Student trat er an den Wochenenden mit klassischen Kunststücken mit einer Theatergruppe und bei kirchlichen Anlässen in Grenoble auf. Nach ein paar Jahren gab er das Studium auf und wurde gegen den Rat von Hardy professioneller Zauberkünstler. Zunächst trat er in Grenoble in den Pausen bei Matinees und Abendvorstellungen bis zu zehn Mal pro Woche in Kinos auf und konnte so viel Erfahrung sammeln. Dabei erhielt er keine Gage, konnte jedoch unter anderem durch den Verkauf von Horoskopen etwas Geld verdienen.
In den 1950er-Jahren trat Saltano trat mit seiner Frau Monique Dorian mit grossem Erfolg in den grossen Nachtclubs Frankreichs auf, in Paris in den Folies Bergère, dem Moulin Rouge, dem Bobino, in Lyon im Théâtre des Célestins und in Marseille im Alcazar. Ausserdem in mehreren Fernsehsendungen auf. Saltano arbeitete für Bruno Coqatrix, den Cirque Médrano und die BBC. 
1962 wurde sein Sohn geboren und er zog sich von der Bühne zurück. Er eröffnete in Grenoble eine Künstleragentur, die er während 30 Jahren leitete.
Saltano war der Autor des in 23 Ausgaben erschienenen Magazins Le Conservatoire de l'illusionnisme et des arts mystérieux, in dem er frühere Zauberkünstler würdigte. Ausserdem veröffentlichte er zahlreiche Artikel in La revue de la prestidigitation, Magicus journal, Arcane magazine, Le magazine du cirque et de l'illusion und L'inter-forain.
Er verfasste "Les magiciens: le monde fantastique de l'illusionnisme" (mit seinem Sohn, dem Schriftsteller Bernard Joubert, 1990) und "Petite histoire de la magie" (2012).

Goulet Ray 

1930-2017 (USA)

Ray Goulet wurde in Cambridge in der Nähe von Boston als einziges Kind von Mars Marrano und Valmore Goulet geboren. Seine Eltern liessen sich scheiden als Ray erst drei Jahre alt war. Er wuchs bei seiner Grossmutter und seinem Onkel und dessen fünf Monate jüngerer Tochter in Watertown auf.
Ab der siebten Klasse begann er Football, Hockey und Basketball zu spielen. In seiner Freizeit erledigte er diverse Jobs um das Einkommen der Familie aufzubessern. 
Ab dem Alter von 13 Jahren, als ein Verkäufer in einem Scherzartikelladen vor seinen Augen ein Seidentuch hatte verschwinden lassen, begann sich Ray mit der Zauberkunst zu befassen. Als er eine Anzeige von Max Holdens Magic Shop in Boston entdeckte, suchte er diesen auf. Dort traf er Mal Robbins, mit dem er in der Folge zusammen auftrat. Er besuchte Vorstellungen von Harry Blackstone, John Calvert, Cardini und Dante und begann die klassische Zauberliteratur zu studieren. Mit einem Team von insgesamt 13 Personen trat er mit Mel Robbins mit der "M and R Magical Parade" mehrmals für die USO (1941 gegründete gemeinnützige Organisation, die die Angehörigen des Militärs und ihren Familien im Rahmen der Truppenbetreuung durch Auftritte berühmter Künstler unterstützten) auf. Mit dabei war auch seine zukünftige Frau Ann.
Der junge Ray versuchte sich auch als Hypnotiseur, Feuerspucker, Entfesselungskünstler und Bauchredner. Durch einen Agenten wurde er für hunderte von zwölfminütigen Auftritten für die USO in Massachusetts verpflichtet. Er erhielt dafür keine Gage, gewann jedoch viel Erfahrung. Mit 18. Begann er in kleinen Nachtclubs aufzutreten.
1949 heirateten Ray und Ann. Nach dem Ausbruch des Koreakrieges 1950 wurde Ray eingezogen. Nach seinem Austritt aus der Armee begann er 1954 eine Ausbildung als Versicherungsfachmann und Immobilienmakler. Diese Tätigkeit erlaubte es ihm, seine Arbeitszeit selber einzuteilen und die Zauberkunst weiter zu betreiben. Er begann mit seiner Frau als Partnerin in Nachtclubs in New England aufzutreten.
Während fünf Jahren traten die Goulets mit einer Illusionsshow mit drei Assistentinnen als Raymon and His Mystic Maids auf.
Während Ray tagsüber als Immobilienmakler und Versicherungsvertreter, Ann als Mitarbeiterin bei einer Telefongesellschaft arbeiteten, traten sie während über 15 Jahren drei bis fünf Mal pro Woche unter dem Namen "The Raymonds – Classic Deception" auf. Sie traten auch im Fernsehen, in Werbefilmen und auf zahlreichen Kreuzfahrten auf, die sie auch nach Deutschland, England und Frankreich führten.
In den 1970er-Jahren traten die Goulets mit einer Mentalnummer "Amazing and Amusing Feats of E.S.P." auf. In dieser Show zeigten Sie unter anderem ein Russisches Roulette mit echten Gewehren.
1976 eröffnete Ray in Watertown das Zauberfachgeschäft "The Magic Art". Dort wurden auch Seminare durchgeführt und Ray erteilte Unterricht. Das Lokal wurde bald erweitert, das Geschäft auf 600 Quadratmeter vergrössert und um ein Theater mit fünfzig Sitzplätzen ergänzt. Dort wurden über die Jahre immer mehr Sammlerstücke ausgestellt, das Theater wurde zu einem Mini-Museum mit Plakaten, kleineren und grösseren Apparaten und Utensilien berühmter Zauberkünstler.
Während 24 Jahren führte Ray in seinem Theater jährlich neun Auktionen durch.
Während vielen Jahren produzierte und leitete er in Boston die grösste jährliche Zaubershow "Magicale" in New England.
Ray Goulet war Ehrenpräsident der Society of American Magicians, bekleidete das Amt des Territorial Vice President der International Brotherhood of Magicians, war Gründer und Präsident des IBM Rings von Boston, Mitglied der Magic Collectors Association, Gründer und Präsident der New England Magic Collectors Association, sowie Mitglied des Inner Magic Circle. Ausserdem bekleidete er weiter Ämter in der S.A.M. und war Vizepräsident der Milboume Christopher Foundation. 
Ray verfasste "The Magic Art of This and That" (1982).
Rays "Magic Art Company" publizierte die Bücher "Twelve have died, Bullet Catching. The Story & Secrets" (verfasst von ben Robinson und Larry White), "The Great Wizard of the North (verfasst von Constance Pole Bayer), "The Fine Art of Hocus Pokus" und "Keys to Magic's Inner Circle" (verfasst von John Booth). Ausserdem gab er rund 30 Manuskripte über verschiedene Aspekte der Magie heraus. Rays eigene Büchersammlung umfasste über 10'000 Titel. 
1993, nach über 40 Jahren als professionelle Zauberkünstler, gaben die Goulets in Arizona ihre letzte Show.
Biografie: DUDGEON, F., GOULET, A. Ray Goulet. Recollections of a Renaissance Man. Magic Art Book Company, Watertown, MA, 2011
 
Faust (Granville Taylor)
1930-2018 (GB) 

Mit Kalanags Tod 1963 verschwand die letze grosse Illusionsshow in Europa. Zu dieser Zeit begann Faust abendfüllende Illusionsshows aufzubauen, deren grösste er mit zahlreichen Mitwirkenden und tonnenschweren Requisiten in Europa und Japan präsentierte. Seine grössten Erfolge hatte er zwischen 1968 und 1979 in Japan.
Fausts Interesse für die Zauberkunst wurde mit 8 Jahren durch die Vorstellung eines Onkels, einem Amateurzauberkünstler, geweckt. Er gab von da an sein Taschengeld für Zaubertricks aus, die damals bei Woolworth's angeboten wurden. Sein Onkel unterrichtete ihn jeweils am Samstag und brachte ihm die Grundlagen der Zauberkunst bei, u. a. Kartenmagie anhand von Erdnase und das Ringspiel. Er lieh ihm auch Bücher aus. 
Faust wurde inspiriert von Grössen wie Hoffmann und Devant. Mit 14 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt in einer Methodistenkirche. 
Nach dem Wunsch seins Vaters, selber Rektor einer Schule, erwarb er das Lehrerdiplom als Wissenschafts- und Mathematiklehrer. Aber bereits während seiner Studienzeit arbeteite er im Sommer 1951 er als Assistent für Murray und 1953 als Assistent für Lyle, dessen Show mit Illusionen von Goldin, Devant, Oswald William, De Biere und Amac bei ihm schon als Kind grossen Eindruck hinterlassen hatte.
Nachdem Faust zwei Jahre unterrichtet hatte, gab er seinen Beruf als Lehrer auf und wurde professioneller Zauberkünstler. Zu dieser Zeit lernte er auch seine zukünfige Frau Valerie kennen, die als seine Assistentin mitwirkte. Nach der Geburt der zwei Söhne Guy und Jamie zog sie sich von der Bühne zurück.
1960 erwarb Faust aus dem Fundus des 1955 verstorbenen Lyle unter anderem Amacs Illusion "Find the Lady", für die er die alleinigen Vorführrechte erhielt.
1968 wurde Faust als Mitwirkender in der Show "1001 Nights: The Great Arabian Magic Show" nach Japan engagiert. 1971 wurde er mit einer inzwischen abendfüllenden Ilusionsshow für die zweite von sieben Tourneen durch Japan verpflichtet. 1973 präsentierte er während einer fünfzehnwöchigen Tour mit 14 Assistenten eine völlig neue Show, die "Great Britain Royal Magic Show", die auch im Fernsehen gezeigt wurde. 1975 präsentierte er die erweitere Show erneut in Japan. 1978/79 trat er mit sieben Asistenten während sechs Monaten in einem grossen Hotel in Japan auf. Er zeigte drei verschiednene Shows in einem Bankettsaal, im Theaterrestaurant und einem Nachtclub. Zurück in England trat Faust unter anderem auf Kreuzfahrtschiffen auf.
1986 trat er bei der Show "Fourth Interantional Circus on Stage", die in 49 Städten in Japan gzeigt wurde, mit fünf Illusionen auf. Dies war sein letzter Auftritt in Japan.
1992 gründete er "Taylor Made Magic", stellte selber Apparate und Geräte her, die er ab 2000 über das Internet zum Verkauf anbot.
Neben seiner Autobiografie veröffentlichte Faust"Scrimming" (1996), "Wonders Never Ceased" (1997) und "John Martin. The Master Magical Mechanic" (2004), ein Buch über John Martin (Jan Martinkevitch, 1881-1968), einen Hersteller von Zauberapparaten, von dem Faust ab 1966 über 30 Apparate für seine Shows herstellen liess.

Autobiografie: "The Evolution of Faust". The Autobiography of Granville Taylor. Graville Taylor Publications. n. pl., 2006
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Aubrey (James Aubrey Crabe)


1931-1989 (USA) 

Aubreys wuchs als Sohn eines Zeichentrickanimators auf. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch Vorstellungen von Will Rock und Blackstone geweckt. Er trat bereits mit zwölf Jahren als Mitglied eines Jugendclubs der P.C.A.M. auf. Während des zweiten Weltkrieges trat er in der U.S.O. für die amerikanischen Truppen auf. 1946 gewann er am P.C.A.M.-Kongress den Preis für die beste Vorstellung eines unter 21-Jährigen. Mit 17 wurde er als jüngstes Mitglied in die Southern California SAM Assembly No. 22 aufgenommen.
1949 trat er in einer Serie von Werbesendungen für eine Benzinfirma auf, im gleichen Jahr trat er mit George Boston an der Abendgala des Abbott's Get-together auf. 
In den 1950er Jahren trat er ein dutzendmal in der Fernsehsendung "You Asked For It" auf. Mit seiner Präsentation der Asrah-Schwebe gewann er dabei 1952 den Skippy Award.
Aubrey verbesserte zahlreiche Illusionen. In Paul Osbornes Buch "Illusion Systems the First Collection" sind einige davon beschrieben.
1960 begann Aubrey eine Karriere als Kameramann. Zunächst arbeitete er bei verschiedenen Fernsehproduktionen und kleineren Filmprojekten mit, 1970 erstmals an einem Spielfilm mit Starbesetzung. 1976 führte er die Kamera in Rocky. Im gleichen Jahr erhielt Aubrey die Nominierung für den Emmy als bester Kameramann. Eine weitere Nominierung folgte im darauf folgenden Jahr, 1981 wurde er für den Oscar nominiert. 1982 und 1984 erhielt er jeweils den Emmy für seine Fernseharbeit. 
Aubrey verstarb im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer AIDS-Erkrankung.
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De la Vega, Michel

1931-2009 (F) 

Michel De la Vega, Franzose, Sohn eines kolumbianischen Vaters, nahm zunächst Gesangsunterricht und wollte Sänger oder Schauspieler werden. Mit 15 begann er zu zaubern und mit 20 trat er als Zauberkünstler auf. 
In den 1950er bis 1980er-Jahren war er ein Star des Cabarets und des Fernsehens. Er führte Grosillusionen und Bühnenhypnose vor. Michel de la Vega sprach Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch und führte seine Nummern auch in diesen Sprachen vor. 
Anfang der Sechzigerjahre ging er nach Amerika, wo er in der Jack Parr Show und vielen weitern Fernsehshows auftrat. In den Siebzigerjahren begann er sich immer stärker für Hypnose zu interessieren.
Mit 78 starb er im Ruhestand in der Normandie.

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Bernard, Bobby (Bernard Samuel Lerner)

1931-2014 (GB)

Bobby Bernard besuchte bereits mit 5 Jahren zum ersten Mal das Zaubergeschäft von Davenport in London und lernte später von Edward Victor und Graham Adams zaubern. Später war er Mitglied einer Gruppe von Zauberkünstlern, die sich mit Jack Avis, Roy Walton und Alex Elmsley jeden Samstag in London traf.
Bobby Bernard war ebenfalls Mitglied des Inner Magic Circle. Er trat während über 50 Jahren als professioneller Close-up-Zauberkünstler und Mentalist auf, ausserdem gab er Vorstellungen in der Rolle des Isaac Fawkes. Daneben war er als Multitalent auch oft als Schauspieler auf der Bühne und im Kino zu sehen. 
Er erfand die Kunststücke „Magic Mirror“ (1954) und die“ Bernard Coin Box“ (1961) und verfasste Artikel für Abra, Genii, Apocalypse, Pentagram und verschiedene andere Magazine. 
Seine Kunststücke wurden in Lewis Gansons "The Art of Close Up Magic" (1969, Band 2, Kapitel 8), "Bernard's Lesson on Dice Stacking" (1979) und "Bernard's Lesson on Coin Magic" (1978) sowie in Val Andrews "Card and Coin Magic of Bobby Bernard" (1981) beschrieben.
Ausserdem wurden von Videonics drei Videos veröffentlicht: "Bobby Bernard - Dice Stacking", (1980)," Bobby Bernard - Close-up Moves" (1980) sowie "Bobby Bernard - Close-up Moves" (1980).

Willmarth, Phil

1931-2014 (USA) 

Phil Willmarth las als Kind Will Lindhorts “A Bag of Tricks”, entdeckte bald danach ein Inserat von Douglas Magicland in Dallas und bestellte deren Katalog. Er besorgte sich Hoffmans “Modern Magic, “ More Magic” und „Later Magic“und kam von der Zauberkunst und vor allem von Zauberbüchern nicht mehr los.
Phil Willmarth wuchs in Newcastle in Pennsylvania auf und heiratete 1955 während seiner Dienstzeit in der US Army seine erste Frau Anne. Nach seiner Entlassung zogen sie nach Chicago, wo Phil in der Marketingforschung arbeitete. Chicago war das magische Mekka dieser Zeit. Phil lernte viele grosse Zauberkünstler kennen und trat selber als Teilzeit-Zauberkünstler auf, gab Seminare und schrieb Bücher.
Er engagierte sich in der I.B.M. und der S.A M. 1980-1992 war er Mitherausgeber des Linking Ring, nach dem Tod seiner Frau 1985 führte er eine Marketingforschungsfirma und war 1992-2007 Herausgeber des Linking Ring.
Mit seiner zweiten Frau Robbie zog er nach Durham in North Carolina, wo er weiterhin als Herausgeber des Linking Ring arbeitete und für die Amtsperiode 2007-2008 zum Internationalen Präsidenten der I.B.M. gewählt wurde.
Phil Willmarth war auch Mitglied des Magic Circle (MIMC with Gold Star) und Mitglied des Vorstandes von Fechter’s Finger Flicking Frolic.
2007 erhielt er den Literary Fellowship Award der Academy of Magical Arts.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen “The Magic of Matt Schulien” (1959), “Fun with a Handkerchief” (1969), “The Ring and Rope Book” (1975), “Kopdell's Three Card Trick” (1988), “The Knot Collector” (1989), “ Routines Matter” (2009), “The Impostress Princess Expanded” (2011).
Mit Jim Ryan veröffentlichte er “Jim Ryan Close-Up Series” (4 Bände, 1980-1981): “Sensational Stunners”, “Entertaining Card Quickies”, “Classical Card Routines”, “The Fantastic Cups & Balls Routine”; “James P. Ryan Bar Magic Lecture Notes”.
Mit Trevor Lewis publizierte er „Trevor Lewis Esolc (that’s “close-up”)” (1981), mit Eugene Burger „Audience Involvement“, „The Secret of Restaurant Magic”, “Eugene Burger on Matt Schulien's Fabulous Card Discoveries”, “Secrets & Mysteries for the Close-Up Entertainer”, “Intimate Power”.
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Evans, Celeste (Margaret Ruth Steward Evans)

1931-2017 (CAN)

Celeste Evans war eine der berühmtesten Zauberkünstlerinnen des 20.Jjahrundert. Sie wuchs mit drei Geschwistern in White Rock in der Provinz British Columbia auf einer kleinen Farm auf. Ihr Vater war Berufsfischer. Celeste war bereits als Kind von der Zauberkunst fasziniert. Nach dem sie einen Zauberkünstler gesehen hatte übte sie ab 9 Jahren bis zu ihrem Schulabschluss mit 19 Jahren für sich allein und begann erst danach, vor Publikum aufzutreten. Nach der Schule zog sie nach Vancouver, wo sie ein Zaubergeschäft entdeckte und Jon Kirby traf, bei dem Sie Unterricht nahm. 1951 besuchte Okito den magischen Zirkel von Vancouver und als er Celestes Katenmanipulationen sah, bot er ihr an, bei seiner Show in Amerika aufzutreten. 
Ihr Wunsch, eine professionelle Bühnenkarriere zumachen wurde Realität, als mit einer Zirkusshow auf Tournee ging.
1952 trat sie für die kanadischen Truppen in Korea und Japan auf.
Ein Auftritt in der kanadischen TV-Show "Pick the Stars" eröffnete ihr zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten in Nachtclubs. In der Folge trat sie auch in den USA in diversen Fernsehshows auf.
1957 machte Celeste im Auftrag der U. N. zusammenmit zwanzig anderen Künstlern eine Tournee durch Ägypten, Nordafrika und Zentralafrika.
Nach sechs Europatourneen trat sie 1959 für die U.N.-Truppen im Gazastreifen und 1961 im Kongo auf.
1961 ging sie im Rahmen eines Kulturaustauschprogramms als Repräsentantin der USA auf eine fünfmonatige Goodwill-Tournee durch Afghanistan, Nepal, Indien, Kambodscha, Thailand, Laos, Vietnam, Indonesien, Singapur, Hong Kong und den Iran. Dabei trat sie vor zahlreichen Staatsoberhäuptern auf. Dass sie bei ihrer Nummer in einem eleganten ärmellosen Abendkleid auftrat, in dem es unmöglich erschien, etwas zu verbergen, machte die Produktion von acht Tauben und einen Zwergpudel umso erstaunlicher.
1962 heiratete sie ihren Agenten Harry Breyn, mit dem sie zwei Kinder hatte. Celeste liess sich in Chicago nieder, machte jedoch weiterhin Tourneen durch die USA. 
Nach dem Tod von Harry 1984, übernahm Celeste die Leitung der Künstleragentur und führe sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2003 weiter. 1992 heiratete sie zum zweiten Mal.
1998 wurde Celeste Evans in die Hall of Fame der Academy of Magic Arts aufgenommen, 2009 wurde ihr der Performing Fellowship Award for Stage Magic verliehen.
Celeste verfasste zwei Bücher mit einer Sammlung von Missgeschicken von Zauberkünstlern "Has this Ever happened to You?" (2008) und "It Really happened", sowie ihre Autobiographie "I Can Still See Me" (2011).

Biografie: Evans, Celeste. I Can Still See Me. St. Petersburg, FL:Clesete Evans Magic/SPS Publications Inc., 2011 

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Kassagi, Henri (Abdelmaǧīd al-Qaṣʿaǧī)

1932-1997 (Tunesien)

Henri Kassagi wurde in Tunis geboren. Im Alter von 12 Jahren sah er in Tunesien einen Zauberkünstler, der ein weisses Tuch in ein rotes verwandelte. Das fand er äusserst verblüffend. Da er neugierig war, wie der Trick funktionierte, schaute er sich die Vorstellung mehrmals an und fand schliesslich heraus, wie das Kunststück gemacht wurde. Das war der Beginn seiner Passion für die Zauberkunst. Seine wichtigsten Fertigkeiten erlernte er jedoch in den Straßen von Tunis als Taschendieb.
Anfang der 1950er Jahre entschied er sich, Tunesien zu verlassen und in Frankreich als Zauberkünstler Karriere zu machen. In Robert Bressons Film Pickpocket (1959) wurde er als technischer Berater engagiert und spielte einen Taschendieb, der den Protagonisten ausbildet.
In den folgenden Jahren machte er sich als Zauberkünstler in Frankreich einen Namen. Es folgten Auftritte im Fernsehen und bei Galas von Benefiz-Veranstaltern. Anschliessend unternahm er eine Welttournee. Ende der 1970er-Jahre liess er sich einbürgern und nahm Kassagi als offiziellen Namen an.
1981–1991 arbeitete er für renommierte Hotels in Tunesien. Um seine Karriere wieder in Schwung zu bringen, entschied er sich nach Frankreich zurückzukehren, allerdings blieb der Erfolg aus und Kassagi musste sich mit Engagements in Cabarets und Restaurants begnügen. 
Kasasgi verfasste die Bücher "Devenez magicien" (1965) und "La magie pour tous" (1973) und veröffentlichte 1965 in der literarisch-politische Zeitschrift Les Temps Modernes den Artikel "Un pickpocket à l’école".
Er verstarb 1997 in seiner Pariser Wohnung an den Folgen eines Hirnschlages.

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Gallo, Lou

1932-2004 (USA)

Als Amateur, der sich erst mit über zwanzig für die Zauberkunst zu interessieren begann, als ihn ein Kollege mit ein paar Kartenkunststücken hinters Licht führte, war Lou Gallo ein fester Bestandteil der magische Szene in Buffalo. Er inspirierte und beeinflusste viele Zauberkünstler mit seinem ansteckenden Enthusiasmus für Handfertigkeitskunststücke mit Münzen und Spielkarten. Als Vertrauter von Eddie Fechter war er regelmässig im berühmten Forks Hotel anzutreffen. 
Lou Gallo wurde unter Zauberkünstlern bekannt durch seinen 1982 publizierten "Gallo Pitch" (eine Technik um - ähnlich wie mit der Technik von Han Ping Chien - aus beiden Händen nacheinander je eine Münze auf den Tisch zu werfen und wieder aufzunehmen, wobei sich danach beide Münzen in einer Hand befinden).
Im von Richard Kaufmann und Mark Phillips verfassten Buch "Lou Gallo - The Underground Man" wurden einige seiner besten Kunststücke veröffentlicht.

MacMillan, Ron

1932-2005 (GB)

In jungen Jahren musste Ron MacMillan längere Zeit im Spital verbringen, wo er begann, zur Ablenkung Zauberbücher zu lesen. Seine Lieblingskrankenschwester brachte ihm Geoffrey Buckinghams "It's Easier than you Think", worauf er sich intensiv mit Manipulationen zu beschäftigen begann. Er hielt den Kontakt zu der Krankenschwester aufrecht und heiratete sie schliesslich. 
Ron MacMillan war einer der besten Manipulatoren Englands. 1957 gewann er den Wettbewerb um den "British Ring Shield" und 1961 wurde er am FISM-Kongress Zweiter in der Kategorie Manipulation. 
Seine extrem schwierigen Routinen mit Münzen und Billardbällen wurden von Lewis Ganson in zwei Bänden "Symphony Of The Spheres" und "Modern Art Of Coin Manipulation" beschrieben. 1991 gab er ein Seminarvideo heraus, auf dem er seine ganze Nummer erklärte.
Als allseits bekannter und beliebter Mann war Ron Macmillan eine wichtige Figur in der Zauberkunst der die magische Szene in London kultivierte. Sein Zaubergeschäft "International Magic Studio", das er 1962 eröffnete, und seine Internationalen Magischen Kongresse, die ab 1972 jährlich stattfanden, haben viel dazu beigetragen, dass internationale Künstler nach London kamen und oft ihre Karriere dort begannen.

Riding, Joe

1932-2005 (GB)

Joe Riding, geboren in Preston, arbeitete im Alter zwischen sechzehn und zwanzig als Boxer. Zur Zauberkunst kam er erst im Alter von über dreissig Jahren durch die Lektüre eines Buches über Gedächtnistraining von Harry Lorayne und des Buches "Scarne on Card Tricks".
Joe was nicht nur ein hervorragender Kartenkünstler, sondern machte sich auch mit seinen Seil- und Schwammballroutinen in Cabarets einen Namen.
Der von ihm erfundene "The Irish 3 Card Trick Using 4 Cards" (weltweit bekannt geworden als "The only 3-Card Trick in the World using 4 Cards) wurde von Ken Brooke häufiger verkauft als jedes andere Kunststück und zählt auch heute noch zu den besten je erfundenen Riesenkartenkunststücken. 
In seinen Vorstellungen verwendete Joe zahlreiche perfekt getimte Gags und One-liner und schrieb auch Texte für viele bekannte Comedians. 
Eine seiner Paradenummern bestand darin, dass er zehn Kartenspiele vorwies, deren Karten auf der Rückseite von 1 bis 520 nummeriert waren und auf deren Bildseite je ein Stichwort stand. Ein Spiel wurde ausgewählt und die Karten von einem Zuschauer gemischt. Danach wurden die Karten ins Publikum geworfen. Jeder Zuschauer, der eine Karte hatte, nannte zuerst die Nummer auf deren Rückseite und Joe nannte darauf die Karte, danach nannte der Zuschauer das Stichwort und Joe erzählte einen dazu passenden Witz, d. h. er hatte die Reihenfolge der Karten sowie auch 520 Witze memorisert. Wenn er die Karte nicht nennen konnte, zahlte er dem Zuschauer fünf Pfund, wenn er dagegen die Karte richtig nennen konnte und den zum Stichwort passenden Witz erzählen konnte, zahlte der Zuschauer 5 Pfund. Auf diese Weise erzielte er bei Spendengalas hohe Einnahmen.
Joe verfasste auch den siebenteiligen "Joe Riding's Complete Psychic Course" (Advanced Cold Reading, Learn The Tarot In Just 7 Days, Numerology, Hand Analysis, Deep Relaxation, Tricks Of The Trade, Learn Astrology in Just 7 Days).

Milton, Max (Arne Strömbom)

1932-2006 (S)

In den 1940er-Jahren begann Max Milton mit einem Freund aus Estland zu zaubern. Er trat in Restaurants, auf der Strasse und im Zirkus auf, unter anderem auch in Australien und in der Sowjetunion.
1963 erregte er grosse Aufmerksamkeit, als er in einer Revue in Göteborg mit Kanarienvögeln und einem Kakadu auftrat. Er fing an, Requisiten für einige ausgewählte Künstler zu bauen, vor allem für Carl-Einar Häckner, dessen Lehrmeister er war. 
Im Magischen Club von Göteborg war Max Milton der Mentor von Zauberkünstlern wie Lennart Green und Tom Stone. Er nahm sich für alle Zeit und gab sein Wissen bereitwillig weiter. Er trat auf der Bühne auf, war aber auch einer der ersten Zauberkünstler in Skandinavien, der auf professioneller Basis Close-up auftrat. Er nahm an zahlreichen Wettbewerben Teil und war unter anderem schwedischer und nordischer Meister.
2000 zog er sich aus familiären Gründen zurück. 2004 gab er sein Comeback, im Herbst 2005 gab er ein Seminar in Hamstad. 
2006 war er gezwungen den FISM-Kongress in Stockholm wegen Rückenbeschwerden zu verlassen. Zwei Monate später verstarb er an den Folgen von Tumoren an der Wirbelsäule und in der Lunge

Marvelli Jr. (Olof Becher)

1932-2008 (D)

Mit 6 oder 7 Jahren sah Marvelli eine Vorstellung von Kassner. Besonders beeindruckt war er vom verschwindenden Elefanten und der magischen Bar. Beide Kunststücke nahm er später in seine eigenen Programme auf. Später besuchte er Shows von Rombar, Fredy Uferini, Punx und viele Vorstellungen von Kalanag, dessen verwahrloste Grabstelle er später neu anlegen und pflegen liess. 
1956 wurde er Nachfolger von Fredo Marvelli. Zunächst übernahm er dessen Darbietung und ergänzte sie dann mit Grossillusionen. Die Kunst der Manipulation erlernte er von Al Torsten. Marvellis besondere Merkmale waren sein Charme, seine Rhetorik, die geschliffenen und humoristischen Vorträge, die seine in Geschichten eingebundenen Kunststücke zum emotionalen Erlebnis werden liessen.
In Deutschland trat Marvelli im Deutschen Theater München, im Friedrichspalast und im Frankfurter Opernhaus auf. Er stand in 45 Ländern auf der Bühne und trat in unzähligen Fernsehsendungen auf. Zeitweise hatte er bis zu 65 Mitarbeitende. Nach Kalanag war er der letzte deutsche Zauberkünstler, der mit einer Grossillusions-Revue reiste. In den 80er Jahren arbeitete er als Solokünstler mit seiner Ehefrau Brigitte als Partnerin. Marvelli trat auch für hunderte von Grossfirmen in Deutschland mit Produktepräsentationen auf, bei denen er unter anderem Autos, grosse Geräte oder Maschinen erscheinen und verschwinden liess. Für das Goethe-Institut tourte Marvelli durch ganz Schwarz-Afrika.

Falkenstein, Glenn Jacob

1932-2010 (USA)

Als Sohn eines Nachtclubbesitzers in Chicago lernte Glenn Falkenstein schon als Kind viele Zauberkünstler wie Paul Rosini oder Dorny Dornfeld kennen. Als er bei Abbott's arbeitete, lernte er viele der zeitgenössischen Grössen der Zauberkunst kennen. Einen besonderen Eindruck hinterliess bei ihm Harlan Tarbell. Während des Koreakrieges diente er in der Air Force. Er machte eine Ausbildung als Lehrer und Sprachtherapeut und zog nach Kalifornien. Dort wurde für das Magic Castle verpflichtet, wo er 1972 die Auszeichnung "Best Stage Performer" erhielt. Während dieser Zeit trat er häufig in Radioprogrammen auf. Danach folgten erste Auftritte im Fernsehen. 
Ab 1978 trat er mit Francis Willard (der Tochter von Willard the Wizard, die er 1984 heiratete) als Willard and Falkenstein mit einer Gedankenlesenummer und dem Geisterkabintett auf, mit dem er weltweit grosse Erfolge feiern konnte.
1990 erhielten Willard und Falkenstein den Dragon Award der I.B.M., 1991 den Dunninger Award für ihre überragenden Leitungen auf dem Gebiet der Mentalmagie.
2006 erkrankte Glenn Falkenstein an Alzheimer und wurde solange es möglich war von seiner Frau betreut. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Pflegheim starb er 2010.

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Reynolds, Charles

1932-2010 (USA)

Charles Reynolds erhielt mit sechs einen Zauberkasten und sah Vorstellungen von Blackstone, Dante und weiteren grosse Zauberkünstlern. Als Jugendlicher arbeitete er für einen Zaubergerätehändler. Später lernte er Dai Vernon, Roy Benson and Charlie Miller kennen. Er studierte Fernseh- und Theaterwissenschaften an der Universität von Michigan. Danach wurde er Kameraassistent bei CBS und später Bildredaktor der Zeitschrift Popular Photography, für die er auch während mehreren Jahren eine monatliche Kolumne verfasste. 
Nachdem er einen Artikel über Doug Henning im Time Magazine veröffentlicht hatte, wurde er von diesem als Berater für seine sechs Fernsehshows verpflichtet. Er war auch Mitproduzent der Englischen TC-Serien "The Best of Magic" und "Magic Heroes". Für Harry Blackstone Jr. baute er zahlreiche Illusionen. Ausserdem wirkte er als Berater für Theater-, Musical- und Operninszenierungen. 
1978 wurde ihm die Creative Fellowship der Academy of Magical Arts verliehen. 
Charles Reynolds war Herausgeber von "Blackstone's Secrets of Magic (1975), "100 Years of Magic Poster" (1975), "The Art of Magic" (Nachdruck der Ausgabe von 1921 mit einem Vorwort von Charles Reynolds, 1980), "Houdini: His Legend and His Magic "(zusammen mit Doug Henning, 1977), "The Blackstone Book of Magic & Illusion" (1995) und verfasste "Card Magic: The Blackstone Family Magic Shoppe" (1997). 
Mit 78 verstarb er in Greenwich Village an Leberkrebs.

Albo, Robert 


1932-2011 (USA) 

Robert Albo wurde in Oakland in Kalifornien geboren. An der Universität von San Francisco 
studierte er Medizin. Er war ein hevorragender Athlet, der sowohl erfolgreich Basketball als auch Baseball spielte. Während 40 Jahren arbeitete er als erfolgreicher Chirurg. 
Sein Interesse für die Zauberkunst wurde mit 9 Jahren geweckt, als er einen Zauberkasten zu Weihnachten erhielt. Während 70 Jahren trat er als Zauberkünstler auf, gab Seminare, sammelte Zauberapparate und Bücher und verfasste über ein Dutzend Bücher über die Zauberkunst. 
1973 erschien das erste von 11 Büchern der "Classic Magic Series" mit dem Titel "The Oriental Magic of the Bambergs". Es folgten "Classic Magic with Apparatus", "More Classic Magic with Apparatus" (1976), "Further Classic Magic with Apparatus" (1982), "Srtill Further Classic Magic with Apparatus" (1985), "Final Classic Magic with Apparatus" (1986), "Classic Magic Index" (1986), "Classic Magic Supplement" (1986-1989), "Additional Classic Magic with Apparatus" (1998), "History and Mystery of Magic" (2001), "Laboratories of Legerdemain" (2005). 
Ausserdem erschienen "The Ultimate Okito" (2007),"The Ultimate Okito Addendum" (2008). Albos letztes Buch "The Ultimate Thayer" erschien 2009. 
Die Sammlung von Robert Albo, der im 79. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit in Oakland verstarb, wurde von David Copperfield übernommen und wird in dessen im Museum in Las Vegas ausgestellt. 
Ein Sonderheft unter Mitarbeit von Rüdiger Deutsch, Werner Johannsen und Korrekturen von Hannes Höller war den deutschen Zauberapparatehändlern gewidmet: "The Magic of Germany" (1994). "The Magic of America" erschien 1995. " Die Veröffentlichungen von Robert Albo sind nicht nur eine Freude für Sammler und Historiker der Zauberkunst, sondern auch eine Fundgrube für jeden Zauberkünstler auf der Suche nach Anregungen für originelle Kunststücke. 
Die Sammlung von Robert Albo, der im 79. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit in Oakland verstarb, wurde von David Copperfield übernommen und wird in dessen im Museum in Las Vegas ausgestellt.

Seabrooke, Terry

1932-2011 (GB) 

Terry Seabrooke lernte mit 12 von Freunden zaubern. Von Beruf war er zunächst Bankangestellter und Versicherungsvertreter, bevor er ab 1974 professioneller komischer Zauberkünstler wurde und die ganze Welt bereiste. Am bekanntesten war seine Routine mit dem verbrannten und wiederhergestellten Geldschein. 
Sieben Mal wurde Terry Seabrooke für eine Royal Command Show verpflichtet. Er trat in Europa, Afrika, im mittleren Osten, in Australien und Neuseeland auf und machte unzählige Tourneen durch Amerika. Ausserdem trat er in zwei Fernsehserien der BBC und als Gast in insgesamt über 100 Fernsehsendungen in England und andern Ländern auf. 
Terry Seabrooke wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen: Visiting Magician of the Year der Academy of Magical Arts (1981), der Magic Circle Carlton Comedy Award (1996); im gleichen Jahr wurde er in die Hall of Fame der SAM aufgenommen. 2004 wurde ihm der Masters Fellowship, die höchste Auszeichnung der Academy of Magical Arts, verliehen. Vom Magic Circle erhielt er 2009 den Maskelyne Award für seine Verdienste auf dem Gebiet der Zauberkunst. 
Er verfasste "Seabrooke's Book: Around the World With a Baking Tin" (1987), "American Lecture" (1975), "A Professional Idiot" (1981), "Beyond Compere" (1993) und veröffentlichte während 20 Jahren Artikel in MUM, wofür er den Leslie Guest Award of Excellence erhielt, in AbraMagic CircularBudgetGeniiLinking Ring und Mantra
2011 starb er nach einem langen Kampf gegen Darmkrebs. 
Biografie: Seabrooke, T. Seabrooke's Book: Around the World With a Baking Tin, Magical Publications, Pasadena, 1986.

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Marco The Magi (Cesareo Pelaez)

1932-2012 (Kuba) 

Le Grand David and His Spectacular Magic Company ist weltweit die am längsten laufende magische Bühnenshow. Im Februar 2012 feierte sie ihr fünfunddreissigjähriges Jubiläum. Marco the Magi rief die Show, die Sonntags im Cabot Street Cinema Theatre und Donnerstags im Larcom Theatre in Beverly, Massachusetts gezeigt wird, in den Siebzigerjahren ins Leben und trat damit über 2000 mal auf. 
Cesareo Pelaez wurde in Santa Clara, Kuba, geboren. Sein Vater, der mit 16 Jahren von Spanien nach Kuba ausgewandert war, hatte sich ein Vermögen im Kafee-Export erworben und gehörte zu den reichsten Leuten in Santa Clara, wo er in den besten Kreisen verkehrte. Durch seine Mutter, die literarische und künstlerische Zirkel mit Artisten und Musikern leitete, die in der kulturellen Blütezeit Kubas in den zahlreichen Theatern auftraten, in denen Opern, Theaterstücke und Zaubervorstellungen von Künstlern gezeigt wurden, die zwischen Europa, und Südamerika hin und her reisten, kam Cesareo bereits in jungen Jahren mit Künstlern wie etwa Fu Manchu in Berührung. Seine jüngere Schwester Elisa wurde Konzertpianistin. Cesareo entdeckte sein Talent als Sänger und gab als Tenor mit seiner Schwester Konzerte. Mit 9 Jahren begann er, am Konservatorium Guitarre zu studieren. 
Als Cesareo etwa zehn Jahre alt war, erwarb sein Vater eine riesige Villa, in der grosse Gesellschaften empfangen wurden. In der Oberstufe stelle Cesareo mit Freunden eine eigene Theatertruppe zusammen, die in Pelaez Haus und auf dem Grundstück probten und die Garage als Theater einrichteten. Cesareo spielte "El negrito", der auch Zauberkunststücke vorführte. 
Nach dem Schulabschluss studierte Cesareo in Kuba Psychologie und schloss das Studium mit einem Doktortitel ab. 1956 erhielt er ein Stipendium für ein Studienjahr an der Universität von Kansas. Nach seiner Rückkehr nach Kuba fand er eine Anstellung im Erziehungsministerium in Las Villas, wo als erster in Kuba systematische Intelligenztests in Volksschulen durchführte. 
In seiner Freizeit arbeitete er erneut mit Freunden zusammen in einer Theatertruppe. 1958 wurde Batistas Regime gestürzt, 1959 übernahm Castro die Macht. Cesareo arbeitete für die neue Regierung, aber als er realisierte, dass sie kommunistisch ausgerichtet war und er einige der besten Studenten der Ingenieurwissenschaften gegen deren Willen zur Ausbildung in die kommunistische Tschechoslowakei senden sollte, trat er von seinem Amt zurück. Als Castros politische Polizei alle Oppositionsmitglieder und Freunde der USA gefangen nahmen oder exekutierten und auch Cesareo in ihr Visier geriet, fand er Schutz bei der Widerstandsbewegung. Zweimal versuchte er in einem Boot von Kuba zu flüchten, was im letzten Moment misslang. Nach der gescheiterten Invasion der USA in der Schweinebucht 1961 floh Cesareo als Priester verkleidet in die Kolumbianische Botschaft und wurde nach Kolumbien ausgeflogen. Von 1961 bis 1962 hatte er einen Lehrstuhl als Professor der Psychologie an der Universität in Bogotá, danach ging er nach New York und wurde bei Maslow (Gründervater der Humanistischen Psychologie) an der Brandeis University in Massachusetts als Student aufgenommen. 1963 wurde er Maslows Assistent. 
1967, nachdem klar geworden war, dass Castro an der Macht bleiben würde und Cesareo nicht nach Kuba zurückkehren konnte, beantragte und erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. 
Neben seiner Lehrtätigkeit als Psychologe suchte er seinen alten Traum einer eigenen Theatertruppe mit einem eigenen Theater zu realisieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Theater fand er schliesslich 1976 in Beverly, Massachusetts ein in den Zwanzigerjahren als Varieté und Filmtheater errichtetes Theater, das Cabot, welches er zusammen mit 18 Freunden kaufte. 
Als Darsteller des "Le Grand David" engagierte Cesareo David Bull, den jüngeren Bruder eines seiner Studenten (Webster Bull). Im Februar 1977 wurde im achthundertplätzigen Theater die erste farbenprächtige Show mit Magie, Musik, Comedy und Tanz in der Tradition grosser Theaterproduktionen präsentiert. Traten zuerst rund 30 Personen auf der Bühne auf, wurden es bald 60, und die Show erhielt den Namen "Le Grand David and his own Spectacular Magic Company". 
1984 erwarb Cesareo ein zweites antikes Theater in Beverly, das 1912 erbaute Larcom Theatre. 1985 wurde es mit einer Kindervorstellung neu eröffnet. 
Zwischen dem Kauf und er Eröffnung des Theaters trat Cesareo mit der Company zweimal im Weissen Haus auf. Insgesamt durfte die Magic Company, die zu einer nationalen Institution geworden war, unter den Präsidentschaften von Reagan und H. W. Bush sieben Mal im weissen Haus vor jeweils bis zu 30'00 Kindern auftreten. 
1992 bekam Cesareo gesundheitliche Probleme. Er hatte wiederholt mit Herzbeschwerden zu kämpfen und musste 1993 nach einer Vorstellung zwei Tage auf der Intensivstation verbringen. Ein paar Tage später verliess er das Spital, wurde jedoch zwei Tage darauf mit Atemstillstand wieder eingeliefert. Dank sofortiger Beatmung durch David überlebte er auch diesen Zwischenfall und kehrte auf die Bühne zurück. Erst fünf Jahre später, als er durch eine Lungenentzündung geschwächt war, musste er einen Teil seiner anstrengenderen Auftritte abtreten. Ausserdem reduzierte er seine Lehrtätigkeit, der er all die Jahre tagsüber nachgegangen war. 
1993 kaufte Cesareo ein an das Larcom angrenzendes Gebäude und richtete dort einen "Grand Salon" ein, ein Lokal für Gesellschaftsfeste, Geburtstagsparties usw. Ausserdem sind in dem Gebäude eine Galerie, in der die handgefertigten Apparate der Company, Plakate, Gemälde und Kostüme ausgestellt sind, ein Tanzstudio, eine Bibliothek und ein Aufenthaltsraum, ein Appartement für Gäste und eine Wohnung für den Verwalter untergebracht 
1995 verlieh die Society of American Magicians Cesareo die "Honorary Life Membership", ausserdem erhielt er von der Milbourne Christopher Foundation die Auszeichnung "Illusionist of the Year 1995". Ende 1995 gab Cesareo seine psychologische Lehrtätigkeit auf. 
Drei Tage nach seinem dreiundsiebzigsten Geburtstag erlitt Cesareo einen Herzschlag, infolge dessen seine linke Körperhälfte gelähmt war. Nach einen halben Jahr der Rehabilitation kehrte er erneut auf die Bühne zurück. nach weiteren gesundheitlichen Problemen betrat er jeweils nur noch zum Finale der Show die Bühne, zuletzt im Rollstuhl.

Biografie: BULL, W. Marco the Magi's Production of le Grand David and his own Spectacular Magic. White Horse Productions, 2008.

Cox, Mr. (Jürgen Wolfram)

1932-2012 (D)

Der in Stettin geborene Mr. Cox nahm bereits mit 15 Jahren Unterricht bei einem Zauberkünstler und absolvierte anschliessend ein Schauspielstudium. Als Beruf war er zunächst Kriminalbeamter, bevor er ab 1958 als professioneller Zauberkünstler aufzutreten begann.
1964 gewann er am FISM-Kongress in Barcelona mit seiner "Magischen Bar" den Grand Prix (ex aequo mit Pierre Brahma), am FISM-Kongress 1973 in Paris den zweiten Platz in der Kategoire Erfindungen. 
Mit seiner Frau und zum Teil mit bis zu 35 Mitarbeitenden trat er als Illusionist in Europa, unter anderem im Scala-Theater in London und im Olympia in Paris, den USA (Ed-Sullivan-Show) und Indien auf.
1980-1989 präsentierte er “Happy Magic over the Rainbow”, Europas grösste magische Show, mit Auftritten zahlreicher deutscher Prominenter. In nur 4 Jahren gab er über 5'000 Shows mit über 6 Millionen Zuschauern. 1990-1994 ging er er mit der Show “Magic in Art” auf Tournee.
1995 gab er den Bildband "Magic in Art. Das ZauberKunstMuseum & ZauberKunstTheater des Mr. Cox" heraus. Darin sind Werke bekannter Künstler zum Thema "Magie und Illusion" enthalten.
Nach einem schweren Unfall seiner Ehefrau zog sich Mr. Cox in seinen letzten Lebensjahren von der Zauberkunst zurück und widmete sich der Bildenden Kunst.

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DeNomolos (Edward Smith Solomon)

1932-2015 (USA)

Edward Solomon wurde in Kingfisher in Oklahoma geboren. Nach einem Semester an der Uni in Oklahoma wurde er bei Ausbruch des Koreakrieges in die U.S. Navy eingezogen. Er besuchte die Navy School of Music und diente als Bandleader und als Radartechniker. Nach Kriegsende absolvierte er ein Musikstudium. 1955 heiratete er eine Sängerin, mit der er in einer Jazzband auftrat. Die beiden hatten zwei Söhne und eine Tochter.
Ed machte sich während mehr als 50 Jahren einen Namen als Musiker und Bandleader. Er erteilte Musikunterricht an Schulen, erteilte Privatunterricht, gab Seminare, verfasste Lehrmittel und komponierte rund 300 Instrumentaltitel für Studenten. Während 25 Jahren war er als Juror bei Musikwettbewerben tätig. Er war Mitglied der American Federation of Musicians und der American Society of Composers and Publishers und trat in ganz Texas in Konzerten mit Sängern, Bands und Tänzern auf.
Daneben trat er unter dem Namen DeNomolos als erfolgreicher geschichtenerzählender Zauberkünstler auf. Seine Effekte erfand und entwickelte er oft aus interessanten Gegenständen, die er zur  Halloweenzeit in Geschäften fand. 
Er gab Seminare und Workshops in den USA und in England und erhielt zahlreiche Auszeichnungen magischer Vereinigungen.
Ed Solomon verfasste zahlreiche Artikel in Zeitschriften wie Tops Treasury of Illusions, MUM Magazine, Altar Flame und Oracle. Im Linking Ring publizierte er ab 2004 während zehn Jahren Die Kolumne “Story Telling Magic”. 
Ausserdem veröffentlichte er rund zwanzig Bücher, u. a. „ Egyptian Magic“, „Something Strange Within“, „Strange Offerings“, „Sound FX“, „The Backdoor Key of Solomon“, „Magic by the Seat of Your Pants“, „Mission of the Mage“, „Tales worth Telling“, „Exploring Reality“, „Further Presentations“, „Miscellaneous Presentations“, „Potpurri of Presentations“, „The Bonus Pages“, „Later Presentations“.

Johnson, Roy

1932-2016 (GB)

Roy Johnson wurde in Leicester geboren. Seine ersten Zaubertricks erwarb er mit 16 Jahren in Paul Clives Zaubergeschäft. Ein paar Jahre später machte er die Zauberkunst zu seinem Beruf. Nachdem er sich auf Close-up-, Salon- und Mentalmagie spezialisiert hatte, wurde er auf dem Gebiet der After-dinner Shows in Hotels, Geschäftsmeetings und Privatvorstellungen zu einem der gefragtesten Zauberkünstler in England. 
Viele der Kunststücke und Routinen, die von Ken Brooke auf den Markt gebracht wurden, stammten von Roy Johnson. In zahlreichen Seminaren, die er in Europa, den USA und Australien gab, zeigte und erklärte er während Jahrzehnten seine laienwirksamen und in der Praxis vielfach erprobten Routinen.
Rudolf Braunmüller veröffentlichte die Deutschsprachigen Seminarhefte "Das-Roy-Johnson-Seminar 1976", "Das Roy Johnson Seminar '81'", "Das Roy Johnson Seminar 1993".
Zu Roy Johnsons Publikationen gehören „The Roy Johnson Experience” (1970), “The Roy Johnson Lecture Notes” (1970), “Second Time Around” (1971), “Third Dimension” (1977), “Final Call” (1979), “Everyman Cards” (1979), “Feature Three” (1980), “A World of Clocks” (1984), “Pure Gold” (1988), “Silver Special” (1989).
Rudolf Braunmüller übersetzte die Publikationen von Roy Johnson auf Deutsch und veröffentlichte sie unter dem Titel "Meine Gesammelten Werke". 
Ausserdem publizierte Roy Johnson Kunststückbeschreibungen in zahlreichen Zeitschriften, so u. a. in PentagramAbraMagic WandGeniiMUMEpopticaTalismanMagick. Seine Kunststücke wurden ebenfalls unter dem Titel "The Voice of Experience" auf drei DVDs veröffentlicht. Mit deutscher Sprache unterlegte Videobänder erschienen bei Rudolf Braunmüller.
Zwei Jahre nach einem Schlaganfall, der ihn ans Bett fesselte, verstarb Roy Johnson mit 84 Jahren.

Jennings, Larry

1933-1997 (USA) 

larry jennings war halbprofessioneller Zauberkünstler. Er studierte bei Dai Vernon. Er wurde weltweit bekannt als Erfinder von Kartentechniken und -kunststücken, die zu Klassikern wurden. 
Seine Kunststücke wurden u. a. veröffentlicht in "Larry Jennings on Card and Coin handling" (1977) "The Classic Magic of Larry Jennings" (Maxwell, 1986), "The Cardwright" (Maxwell, 1988), "Jennings '67" (Kaufmann, 1997), "A Visit with Larry Jennings" (Patton & Vergilio,o. J.), in "Dai Vernon's Ultimate Secrets of Card Magic" (1969), in "Up in Smoke" (Goodwin, 2005) und diversen Zeitschriften. Ebenso erschienen diverse Videos und DVDs wie "Classic Magic-The Larry Jennings Video", "Larry Jennigns Paris Tapes" (1995), "Thoughts on Cards" (1995), "Larry Jennings Close-up"(2005), "Larry Jennings - A Private Lesson" (2006).

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Baker, Roy (Geoffrey R. H. Hursell)


1933(?)-2006 (GB)

Roy Baker begann sich bereits als Kind für die Zauberkunst zu interessieren und wurde früh professioneller Zauberkünstler. Er trat mit komischer Magie auf, gab Kindervorstellungen und erfand diverse Kunststücke wie den Fez-Eierbeutel oder das Verschwinden einer brennenden Glühbirne. Ausserdem führte er ein Versandgeschäft für Zaubergeräte. Bekannt ist auch seine Forciermethode PATEO (= Point at Two, Eliminate One). Mit einer Hypnosenummer trat er in allen grossen Theatern Englands auf.
Seine Ideen und Kunststücke wurden in "Baker's Bonanza" (1968), "Yell up for Kids (1977), "Baker's Dozen", "Baker's Brainwaves" (1981) und "Baker's Capers" (1983) veröffentlicht.

Nash, Martin A.

1933-2009 (CAN)

Der in Vancouver geborene Martin Nash interessierte sich schon als Kind für die Zauberkunst. Mit 13 Jahren befasste er sich mit allgemeiner Zauberkunst und stellte ein Bühnenprogramm zusammen. Mit 16 reiste er mit einer Jahrmarktshow umher. Während er mit seiner Frau als Zauberkünstler auftrat, verdiente er zunächst seinen Lebensunterhalt noch mit anderen Arbeiten, wurde dann jedoch professioneller Zauberkünstler. Er interessierte sich immer mehr für Kartenkunststücke, und als seine besonderen Fähigkeiten bekannt wurden und er Anfragen für Seminare erhielt, spezialisierte er sich als "The Charming Cheat" auf Falschspieldemonstrationen und gab zahlreiche Seminare in der ganzen Welt. Er trat wiederholt am Fernsehen auf, wurde bei Gerichtsfällen als Falschspielexperte beigezogen und gab Kurse für Polizeibeamte zum Thema Falschspiel.
Seine Techniken wurden in drei Büchern veröffentlicht: "Ever so Sleightly. The Professional Card Technique of Martin A. Nash" (1975), "Any second now" (1977) und "Sleight unseen" (1979). Ausserdem veröffentlichte er verschiedene Seminarhefte und DVDs: "The very best of Martin Nash" (3 DVDs), "The Award Winning Magic of Martin Nash" (5 DVDs), "Martin Nash Charming Cheat show and Lecture", "Infinity and Beyond". Als Ebooks erschienen "Colors on the March", Jacks or Better", "Kings Incognito", "Ovation", "Infinity and Beyond".

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Borodin (Arnulf Bolling)


1933-2010 (D)

Borodin war eine charismatische Persönlichkeit mit vielfältigen Interessen. Er war Apotheker, Komponist, Sänger, Autor, und betätigte sich als Regisseur, Drehbuchautor und Dirigent. Als Teenager trat er als Sänger auf, nach dem Stimmbruch als chinesischer Zauberkünstler Bo Ling. Nach einigen Wanderjahren als Fischer und Matrose trat er in die väterliche Apotheke ein. Er begann seine eigene Musik zu komponieren und trat mit Popmusik unter dem Namen als Ulf Barbas auf. Als Mitbegründer der Gruppe Ars Magica, mit Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz machte er sich einen Namen als Vertreter der erzählenden Zauberkunst. Durch sein Wirken fand diese Sparte der Zauberkunst im Deutschsprachigen ab den Neunzigerjahren immer mehr Anhänger. 
Er publizierte "ESPeriamus" (1988), "Sheherazade" (1999), "Ex Faustibus", "Bizarre Magie" (2002) "In Vitro", "Geschichtenerzählende Zauberkunst (mit Alexander Römer, 2. Auflage 2006), "Final Curtain" (2005). 
1910 verstarb Borodin nach einem langen Kampf gegen die Krankheit an Leberkrebs.

Shaxon, Alan (Alan Howson)

1933-2012 (GB)

Als Alan Shaxon, Sohn eines Anwalts, mit acht Jahren wegen Masern während zwei Wochen zu Hause bleiben musste, las er C. Lang Neils "Modern Conjurer". Von da an verschlang er weitere Bücher über die Zauberkunst und besuchte Davenports in London wann immer er konnte. Mit elf Jahren trat er anlässlich einer Veranstaltung der Pfadfinder erstmals öffentlich auf. Er lernte Ernest Noakes, einen der Gründer des Magic Circle kennen, der ihn viele Kunststücke lehrte. Im Sommer besuchte er jeweils alle Vorstellungen von Zauberkünstlern in den Küstenstädten und sah dabei in den Vierzigerjahren Vorstellungen von Murray und Levante.
Mit 16 Jahren begann er eine Ausbildung zum Juristen, wechselte aber bald zu einer Bank. Mit 18 wurde er in die Royal Air Force einberufen, wo er viele Zaubervorstellungen für die Truppen in Ägypten gab. Nach dem Militärdienst arbeitete er weiter in der Bank und besuchte verschiedene magische Clubs, die zu jener Zeit in London aus dem Boden schossen. Shaxon hatte immer häufiger Auftritte in Hotels, an Banketten und bei Geburtstagsparties. Er versuchte, sich von anderen Zauberkünstlern abzuheben und Kunststücke zu finden, die andere nicht vorführten. Zu den Kunststücken, mit denen er bekannt wurde, gehörten u. a. der "menschliche Gasometer", der Fischfang aus der Luft, die Daumenfesselung, und das hydrostatische Glas. 1958 trat er mit seiner Frau Anne in der David Nixon Show im Fernsehen vor etwa 18 Millionen Zuschauern auf. Danach machten Sie die Zauberkunst zu ihrem Beruf. 
Alan Shaxon trat in über 50 Fernsehshows in England, Schweden, Holland, Australien und den USA auf. Anfang der Sechzigerjahre wurden Shaxon, seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall verletzt und mussten drei Monate pausieren. In dieser Zeit schrieb er eine Serie von Artikeln für die wöchentlich erscheinende Zeitschrift Abracadabra. 1970 erschien sein erstes Buch "My Kind of Magic", 1975 "Practical Sorcery". Shaxon arbeitete häufig auf Kreuzfahrtschiffen, allein oder mit seiner Frau. Ab 1960 besuchte er regelmässig Amerika, gab Seminare und arbeitete im Magic Castle.

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Fiedler, Lubor (Lubomir)

1933 -2014 (Tschechoslowakei)

Lubor Fiedler wurde in der Tschechoslowakei in Brno geboren. Er arbeitete in einer chemischen Fabrik und war Amateurzauberkünstler. Nachdem er 1967 nach Österreich gezogen war, machte er die Zauberkunst zu seinem Beruf. Jahrzehnte später zog er wieder in seine Heimatstadt in die Tschechoslowakei zurück.
Er machte sich einen Namen als Erfinder von Kunststücken, die auf chemischen und physikalischen Prinzipien beruhten. Seine bekannteste Erfindung war die "Gozinta Box". Für Tenyo erfand er unter anderem die Kunststücke "Parabox" (1993), "Invisible Zone" (1995), "Krazy Keys" (1996), "Impossible Pen" (1997), "Antigravity Rock" (1998), "Phantom Clock" (1999), "Blue Crysta"l (2000).
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Brahma, Pierre

1933-2017 (F)

Pierre Brahmas Vater war Franzose, seine Mutter Italienerin. Infolge einer schweren Scharlacherkrankung ertaubte er mit 13 Jahren teilweise. Die sich verschlimmernde Beeinträchtigung beeinträchtigte seine Ausbildung in der Schule. Dennoch nahm er mit 18 ein Studium an der Universität von Montpellier auf. Da er trotz eines Universitätsabschlusses – den er mit 21 ohne den Besuch einer einzigen Vorlesung geschafft hatte - wegen seiner Hörbehinderung nicht zum Aufnahmeexamen an die École Nationale d'Administration zugelassen wurde, musste er sich mit dem Posten eines Büroangestellten bei einer Versicherung begnügen.
In dieser Zeit kreierte er eine neuartige Zauberdarbietung mit Halsketten, Juwelen, Kronen und Goldmünzen. Damit gewann er 1964 am FISM-Kongress in Barcelona den Grand-Prix und machte als Zauberkünstler international Karriere.
1973 erlitt er eine Infektionskrankheit und wurde komplett taub. Er erlernte das Lippenlesen und dachte sich ein System mit Lichtsignalen aus, das ihm ermöglichte, seine Nummer exakt zum Takt der Musik vorzuführen. 
1976 gewann er am FISM-Kongress in Wien zum zweiten Mal den Grand-Prix.
In seiner Karriere trat er mit weltbekannten Stars in 37 Ländern in den besten Häusern und den grössten Fernsehshows auf und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Pierre Brahma gab Seminare in Französisch, Englisch, Spanisch und Italienisch und veröffentlichte zwei Seminarhefte über Münzenmanipulation und den tanzenden Stock.
1979 erschien seine Autobiographie "La malle des Indes", in der er seinen Kampf gegen die Taubheit beschreibt und einen Einblick in die Welt des Nachtlebens gibt.

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Biro, Pete

1933-2018 (USA)

Pete Biro wurde in Oakland, Kalifornien, als Kind von Eltern ungarischer Abstammung geboren. Sein Vater war ein berühmter Rollschuhakrobat, der in den besten Theatern auftrat, seine Mutter war Tänzerin in einem komischen Ballett. Pete Biro sah mit etwa 13 Jahren zum ersten Mal eine Zaubervorstellung. Mit 14 lernte er Zaubern, wobei ihn Lloyd Jones (Zaubergerätehändler und Verleger von Zauberbüchern) unterstützte. Zusammen mit Byron Walker, einem späteren Sammler von Zauberliteratur, gab er Vorstellungen in der Schule, mit Bob MacKenzie trat er nachmittags in einem gemieteten Kino als "The Madcaps of Magic" auf. Mit etwa 17 Jahren trat er in einer Zaubernummer mit Rollschuhen auf.
Nach dem Militärdienst während des Koreakrieges (1950-1953), den er mit Unterhaltungsshows für die Truppen in Europa verbrachte, zog Pete Biro nach San Francisco, wo er als Schriftenmaler und Schriftsetzer arbeitete. Als er mit 27 an Kinderlähmung erkrankte, wodurch eine Körperhälfte während 3 Monaten gelähmt war, begann er zu fotografieren. Von da an arbeitete er während der nächsten 30 Jahre als Fotograf von Autos und Autorennen für Zeitschriften. Bei Shows und Anlässen im Autogewerbe zeigte er Close-up Magie für die Kunden, trat in Trade Shows, in Clubs und an Zauberkongressen sowie Ende der Siebzigerjahre im Magic Castle auf.
Pete Biro kannte viele der besten Zauberkünstler seiner Zeit wie etwa Fred Kap (für den er unter anderem das Kunststück entwickelte, bei dem der Fingerring eines Zuschauers auf den Stiel eines Weinglases wanderte), Dai Vernon, Charlie Miller, Slydini, Senor Mardo, Jay Marshall, Howard Schwarzman, Persi Diaconis, Al Flosso usw. 
Von 1973 bis 1978 gab Pete Biro "Pete's Leaflet" heraus, eine monatliche Zeitschrift mit Trickbeschreibungen, Berichten über Zauberprogramme und Kongresse, ab 1979 verfasste er während 10 Jahren die monatliche Kolumne "The Reel Works" in Genii. 
Während 11 Jahren war er als Produzent verantwortlich für alle Shows an den jährlichen IBM-Kongressen. Als das Desert Magic Seminar ab 1978 in Las Vegas durchgeführt wurde, arbeitete er im Organisationskomitee und bei der Auswahl der auftretenden Künstler mit.
Pete Biro gab zahlreiche Publikationen heraus, u. a. "Pete Biro Lecture Number One" (1969)," Pete Biro Tries Again!" (1969), "Comedy Magic Lecture" (1971), "Son of Greater Magic" (1990), “The Real Secrets of the Chinese Linking Rings" (2008) sowie die Reihe "Pete Biro's Magic":
"Pete Biro's Magic: Eggs, Bags & Gags. Number 1" (2009)
"Pete Biro's Magic: Give a Magician Enough Rope. Number 2" (2009)
"Pete's Magic: Bowling with the Stars. Number 3"
"Pete Biro's Magic: The Magic of Emile Clifton. Number "4
"Pete’s Magic: Indian Cups and Balls. Number 5" 
"Pete Biro's Magic: Comedy Linking Rings. Number 6"
"Pete’s Magic: Fred Kaps’ Cups & Balls. Number 7"
"Pete Biro's Magic: Miscellaneous Miracles. Number 8"
"Pete Biro's Magic: John Ramsay's Cups & Balls. Number 9"
"Pete Biro's Magic: The Last Lecture. Number 10"
"Fred Kaps’ Lecture Notes. Number 11" 
"Pete Biro's Magic: Funny Stuff. Number 12" 
"Pete Biro's Magic: Memoirs of a Spook Show Ghost. Number 13" (2013)
"Pete Biro's Magic. Close Up Magic 4U. Number 14" 
"Pete Biro's Magic: "Ken Brooke – A Lifetime of Laughter" Number 16" (2014) 
"Pete Biro's Magic: My Best Stuff. Number 17"
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Wayne, Don

1933-2019 (USA)

Don Wayne wurde ein Oklahoma City geboren. Mit fünf Jahren fiel ihm zufällig ein Zauberbuch in die Hände. Er lernte ein paar Tricks daraus und führte sie im Kindergarten vor. Während der Primarschule lieh er sich Zauberbücher aus der Bibliothek aus und schaute sich Zauberkünstler im Fernsehen an. in der achten Klasse begann er damit, eine eigene Nummer auszuarbeiten.
Nach einer Ausbildung in Werbung und Marketing zog er nach Los Angeles, da er sich dort bessere Berufsaussichten versprach.
Er wurde Mitglied des Magic Castle und traf dort David Copperfield. Dieser steckte in den Vorbereitungen zu seiner ersten Fernsehshow "The Magic of ABC" und fragte ihn, ob er für ihn arbeiten wolle. Die Zusammenarbeit zwischen Don Wayne und David Copperfield dauerte dann 19 Jahre. Don lieferte Copperfield – unter Beizug von weiteren kreativen Fachleuten wie Mike Caveney, André Kole, Doug Bennet, Jonathan Neal, Chris Kenner und Gary Ouellet – für 17 Fernsehshows und seine internationalen Tourneen Ideen, entwickelte Routinen, baute Illusionen und Inszenierte zusammen mit hervorragenden Regisseuren die Fernsehshows. Nach der Ausstrahlung der Shows vermarktete Don jeweils über seine Firma Don Wayne Magic Inc. die Illusionen, die er zusammen mit David entwickelt hatte. Die Firma arbeitete für das Fernsehen, für Theater, Themenparks und Konzerttournee-Produktionen. Seine Illusionen wurden von zahlreichen professionellen Zauberkünstlern vorgeführt
Später arbeitete Don Wayne als Berater und Regisseur auch mit anderen Zauberkünstlern und Showgrössen zusammen, wie u. a. mit, Michael Jackson, Britney Spears, Cher, Mark Kalin and Jinger, Siegfried & Roy, Andre Kole, Criss Angel, Mark Wilson, Curtis Adams, Hans Klok, Dirk Arthur, Rick Thomas, Melinda Saxe, Steve Wyrick, Murray SawChuck, Luis de Matos, Jason Byrne, Florian Zimmer, Robert Gallup, John Hirokawa, Chris Hart, Jason Byrne.
Vom Magic Magazine wurde er als einer der hundert einflussreichsten Zauberkünstler des zwanzigsten Jahrhunderts ernannt. Er erhielt zahlreichen Auszeichnungen, unter anderem den Creative Fellowship der Academy of Magical Arts, die Auszeichnung "Magic Illusion Designer and Inventor of the Decade" der International Magicians Society und einen Emmy Award für "Outstanding Special Visual Effects".

Blackstone, Harry, Jr. 

1934-1997 (USA)

Harry Blackstone war der Sohn von Harry Blackstone Sr. Wie sein Vater wurde er bekannt durch den verschwindenden Vogelkäfig und das tanzende Taschentuch sowie die schwebende Glühbirne. Er unternahm Tourneen durch die ganzen USA und trat in zahrleichen Radio- und Fernsehstationen auf. Eine seiner Shows wurde 118 mal am Broadway aufgeführt.
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Davenport Betty

1934-       (GB)

Tochter von George Davenport. Arbeitete ab 1948 bei Davenport's, seit 1962 ist sie die Besitzerin des Geschäfts. Mutter von Roy Davenport.

Biografie:
ROY, F. The Davenport Story Volume One. Lewis Davenport Limited, London, 2009 
ROY, F. The Davenport Story Volume Two. The Lost Legends. Lewis Davenport Limited, London, 2010 
ROY, F. The Davenport Story Volume Three. The Life and Times of a Magical Family. Lewis Davenport Limited, London, 2011.

Alban, Jack (Alain Ducret)

1934-2007

Jack Alban begann seine Karriere Ende der 1940er-Jahre als Teenager mit einer Hypnosenummer und trat in den 1950er-Jahren nach seinem Militärdienst mit einer Nummer auf, in der er leuchtende Glühbirnen produzierte und mit diesen manipulierte.
1948 wurde er Mitglied der AFAP. 1996 wurde ihm die Robert-Houdin-Medaille der AFAP verliehen.
Nach einer erfolgreichen Karriere, die ihn durch die grossen Cabarets auf der ganzen Welt führte, wurde er 1982 Präsident des Syndicat National des Illusionistes et Visuel du Spectacle, welches sich um rechtliche Belange der Engagements von Künstlern kümmerte. Das Amt, dem er sich mit Leidenschaft widmete, hatte er bis zu seinem Tod inne. Dabei war ihm kein Aufwand zu gross, die Rechte der Künstler gegenüber skrupellosen Arbeitgebern durchzusetzen.

Moorehouse, Hank

1934-2011 (USA)

Der im m ittleren Westen in in Oak Parks in Illinois geborene Hank Moorehouse trat als komischer Zauberkünstler auf und machte sich auf vielen internationalen Tourneen mit Auftritten in England, Deutschland, Italien, Norwegen, Japan und China einen Namen und war weltweit als Autorität auf dem Gebiet der Zauberkunst anerkannt. 
1981 bis 1982 war er Präsident der S.A.M. und wurde zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt. Während 16 Jahren buchte er als Produzent der Shows an Kongressen der S.A.M. über 500 Künstler aus Amerika und dem Ausland und trug so viel zu einer hohen künstlerischen Qualität der Kongresse bei.
Bei drei FISM-Kongressen sass er in der Wettbewerbsjury. Als künstlerischer Direktor amtete er 2008 beim gemeinsamen Kongress von I.B.M. und S.A.M., 2009 bei den Weltmeisterschaften der FISM in Peking. Daneben arbeitete er erfolgreich als Zaubergerätefachhändler und war unter Zauberkünstlern einer der bekanntesten Conférenciers.
2011 starb während einer China-Tournee nach einem Schlaganfall.

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 Richardson, Barrie

1934-2015 (USA)

Barrie Richardsons Vater brachte ihm mit sechs Jahren den French Drop bei. Seine ersten Vorstellungen als Zauberkünstler gab er als Jugendlicher im Veteranenhospital in Chicago. Als junger Lehrer begann er neue Effekte zu erfinden und zu publizieren. Er war Mitglied des Inner Circle des Magic Circle London, der International Brotherhood of Magicians, der Psychic Entertainers Association, der Sark Secret Magic Society und der Buenos Aires Magic Society.
Während seiner erfolgreichen beruflichen Tätigkeit als Lehrer und Fakultätsleiter an verschiedenen Colleges und Universitäten widmete er einen guten Teil seiner Freizeit der Zauberkunst und der Mentalmagie. 
In den 1970er-Jahren entwickelte er einen Mentalnummer „The Magic of Your Mind“, die er rund hundert Mal pro Jahr bei aller Art von Veranstaltungen vorführte. Da er vier Kinder hatte, konnte er den Zusatzverdienst gut brauchen.
In den 1980er-Jahren begann er, seine Kunststücke vermehrt mit Geschichten, Metaphern und Gedichten zu präsentieren, da er feststellte, dass die Zuschauer sich dadurch mehr persönlich angesprochen fühlten. In dieser Zeit begann auch sein Erfolg als Motivationstrainer und Leiter von Workshops zu den Themen Führung und Teamarbeit.
Nach seiner Pensionierung widmete er sich noch einmal verstärkt der Zauberkunst und der Mentalmagie.
Barrie Richardson veröffentlichte "Theater of the Mind" (1999), "Act Two" (2005), "Curtain Call" (2011).

Johnny Thompson (John Max Thompson)

1934-2019 (USA)

Johnny Thompson war einer der wenigen Allroundkünstler, die sowohl mit exzellenter Close-up-Magie wie mit Bühnenmagie – von der Taubenproduktion bis zur Illusion – brillierten.
Johnny Thompson wurde adoptiert und erfuhr erst mit 24, wer seine leiblichen Eltern waren noch später, dass er polnischer Abstammung war. Nachdem er mit acht Jahren einen Film über einen Kartenspieler auf einem Misissippi-Dampfer gesehen hatte, wollte er Falschspieler werden. Er las The Expert at the Card Table von Erdnase und übte während der nächsten vier Jahre die schwierigen Kartentechniken. Mit 10 besuchte er zum ersten Mal ein Zauberfachgeschäft. Mit 12 erhielt er seine erste Auftrittsmöglichkeit in einem Vergnügungspark, wo er Louis Zingone kennenlernte.
Bereits als Kind stellte er eine Nummer zusammen, bei der er zwei Tauben und drei Goldfischgläser produzierte, Fische aus der Luft fing, Tücher produzierte und schliesslich zwei weitere Tauben und mehrere Fischgläser erscheinen liess.
Mit 12 traf er bei einem Auftritt zwei Mundharmonikaspieler und war so fasziniert von der Musik, dass er mit zwei Freunden zusammen die Mundharmonika-Gruppe "The Harp Hooligans" formierte, und sich damit seinen Lebensunterhalt verdiente. Mit 16 wurde er von den Harmonicats - den erfolgreichsten Mundharmonikaspielern jener Zeit - zunächst als Ersatzspieler eingestellt, dann als reguläres Mitglied der Band.
Bei einem schweren Autounfall erlitt Johnny Thompson 1957 Gesichtsverletzungen, die plastische Chirurgie erforderten. Danach litt er während 5 Jahren unter traumatischer Epilepsie. Zunächst arbeitete er mit einer anderen Mundharmonikagruppe zusammen, gründete dann eine neue Gruppe, das "Harmonic Jazz Quartett", mit dem er während fünf Jahren erfolglos auftrat. Mit 28 löste er die Gruppe auf, arbeitete für zwei Comedians und entdeckte dabei sein eigenes Talent für Komik.
Im Geschäft von Jay Marshall traf er Marshall Brodien, der ihn in die Sparte der Tradeshows einführte. Ausserdem lernte er Al Koran kennen, der ihm half, eine Mentalnummer zu entwickeln, die er die nächsten paar Jahre an Tradeshows vorführte. 
Daneben arbeitete er an einer neuen Bühnennummer mit Tauben. Als Tom Palmer seine Nummer aufgab, übernahm sie Tomsoni mit Palmers Erlaubnis, vor allem die Art der Präsentation, die innere Einstellung des Vorführenden, die Figur des arroganten Gecks, dem alles schief geht. Während der Vorführungen entwickelte sich daraus dann nach und nach durch zufällige Begebenheiten Johnny Thompsons eigene Nummer. Channing Pollocks Produktion von zwei Tauben als Eröffnung und die Verwandlung einer Taube in ein Seidentuch führte er mit dessen Erlaubnis vor.
Mitte der Siebzigerjahre traf er Pam, Model und Schauspielerin, die seine zweite Frau wurde und nach zwei Ehejahren als seine Assistentin auftrat. Mit der gemeinsamen Nummer als "The Great Tomsoni & Company" traten sie bald regelmässig in Las Vegas und in Fernsehshows auf. Ab Anfang der Achtziger- bis Ende der Neunzigerjahre trat Johnny Thompson vorwiegend auf Kreuzfahrtschiffen auf.
1999 erhielt er von der Academy of Magical Arts den Masters Fellowship. Seine Frau Pam war erst die zweite Frau, welche die gleiche Auszeichnung erhielt.
Seine Kunststücke, die den Einfluss seiner Mentoren Dai Vernon, Charlie Miller und Harry Riser wiederspiegeln, wurden von Jamy Ian Swiss in "The Magic of Johnny Thompson" (Vols. 1 & 2, 2018) beschrieben.

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Brodien, Marshall

1934-2019 (USA)

In der Zeitschrift Magic wurde Marshall Brodien als einer der hundert amerikanischen Zauberkünstler aufgeführt, welche die Zauberkunst im Amerika während des zwanzigsten Jahrhunderts massgeblich beeinflusst hatten. Zahlreiche Amerikaner kamen durch seine über 15 Millionen mal verkauften TV Magic Cards zum ersten Mal mit der Zauberkunst in Berührung. Dank seiner Marshall Brodien Magic Company, die immer wieder neue Zauberkästen auf den Markt brachte, die über das Fernsehen vermarktet wurden, begeisterten sich Millionen von Zuschauern für die Zauberkunst. 
Marshall Brodien wuchs als zweiter Sohn bei seineN Eltern und Grosseltern in Chicago auf. 1951 verliess sein Vater die Familie und kehrte nach sechs Jahren wieder zurück. Mit 57 Jahren starb er bei einem Arbeitsunfall.
Bereits in der Primarschule sah Marshall eine Zaubervorstellung, die ihn so sehr faszinierte, dass er danach sein ganzes Taschengeld für Zaubertricks ausgab. Schon bevor er zehn war, gab er für Nachbarn Vorstellungen, für die er Eintrittsgeld verlangte. Das verdiente Geld gab er in Joe Bergs Fachgeschäft aus, wo er sich häufig an Samstagnachmittagen aufhielt und lokale Zauberkünstler kennenlernte.
1948 zeigte er in einem Spielsalon, in dem auch Zaubertricks verkauft wurden, einem Kunden, wie ein Trick vorzuführen war. Daraufhin wurde er vom Besitzer des Geschäfts angestellt und arbeitete dort während fast einem Jahr vom späten Nachmittag bis in den Abend sowie Samstags und Sonntags, demonstrierte und verkaufte Tricks. Mit 14 stellte er Trickkarten für eine Version des Kümmelblättchens her, die er über ein kleines Büchergeschäft verkaufte. 
Nach dem Umzug und der Wiedereröffnung des erweiterten Spielsalons "Treasure Chest", wo auch Bücher, Schallplatten, Spielsachen, Schmuck und Souvenirs verkauft wurden, arbeite Marshal Brodien weiterhin als Vorführer und wurde immer öfter für Engagements bei Kindervorstellungen usw. angefragt. Nachdem er 1950 einen Talentwettbewerb in einem Theater gewonnen hatte, wurde er für Vorstellungen in Schulen engagiert. Daraus ergaben sich weitere Engagements. Mit 15 verschaffte ihm ein Stammkunde des Spielsalons einen Führerschein. Ein Arbeitskollege brachte ihm das Fahren bei.
Mit 16 ging erl von der Schule ab und begann vollzeit im Zaubergeschäft zu arbeiten.
Im Sommer 1951 arbeitete er in einem Vergnügungspark, wo er 20 Vorstellungen am Tag gab. Auch Im nächsten Sommer trat er dort auf und begleitete danach die Künstlertruppe zur Landesausstellung in Toronto, Otttawa und Quebec.
1953 trat Marshall Brodien in einem Werbespot im Fernsehen für den inzwischen vergrösserten und mit dem "Chicago Magic Center Pro Shop" erweiterten Treaure Chest auf. Sein Auftritt kam so gut an, dass er Anfragen für Werbespots für eine Möbel- und eine Autofirma erhielt. Im Sommer arbeitete er wieder im Vergnügungspark, wo er das Feuerspucken und Schwerschlucken erlernte. 
Danach gab er die Arbeit im Treasure Chest auf und trat während drei Monaten in einem Nachtclub in Cicero als Vertretung für Senator Clark Crandall auf. Nach dessen Rückkehr wurde er weiter beschäftigt und arbeitete gleichzeitig auch im Vergnügungspark, wo er inzwischen das Feuerspucken in seine Nummer integriert hatte.
Während sechs Wochen ging er mit einem Tierzirkus auf Tournee. Nachdem der Nachtclub von einem Tag auf den Anderen in ein Stripteaselokal umgewandelt worden war, wurde er in einem anderen als Barmagier engagiert und zeige hinter der Bar auf einer kleinen Bühne auch einige Illusionen.
Mit 22 wurde er in die Armee eingezogen, wo er bald als Zauberkünstler, Hypnotiseur und Feuerspucker bei den Unterhaltungstruppen arbeitete und während seiner zweijährigen Dienstzeit insgesamt über 500 Vorstellungen gab. 
Nach seinem Austritt aus der Armee trat er bis 1960 im Boston Nocturne Club, einem Nachtclub in Chicago auf, die ersten fünf Monate mit einer Hypnosenummer, danach auf der inzwischen ausgebauten Bühne mit einer Zaubershow, in der er unter anderem auch die Besenschwebe vorführte. 1960 übernahm er den Club und benannte ihn in Mystic Club um. Ein Jahr später verkaufte er den Club und widmete sich ganz seinen Auftritten. Als ein Hypnotiseur im Cairo Supper Club, einem angesagten Club mit Kerzenlicht, Plüschsellsen, Essen, Tanzmusik, Hypnoseshow, Musikclownsseine Stelle kündigte, sprang Marshall ein.
Im gleichen Jahr wurde er von der Fernseh-Showtruppe für die Kindersendung "Bozo's Circus" für ein Musikfestival engagiert. Seine 35-minütige Show wurde von fast 70 Tausend Besuchern gesehen, woraus sich zahlreiche weitere Engagements bei grossen Publikumsveranstaltungen ergaben. 
1964 spielte er seine dritte Saision im Cairo Supper Club, wo er zweimal pro Abend mit einer Hypnoseshow auftrat. Im gleichen Jahr wurde der Nachtclub durch einen Brandanschlag zerstört. Marschall beschloss darauf, vermehrt als Zauberkünstler aufzutreten. Bis 1994 trat erwährend 26 Jahren in der "Bozo Show" im Fernsehen als "Wizzo the Wizard" auf und gab dabei rund 3000 Vorstellungen. Die beliebte Kindersendung lief danach noch 7 Jahre weiter, bevor sie 2001 endgültig eingestellt wurde.
Neben den Auftritten in Bozo's Circus fand Marshall Brodien Zugang zu Tradeshows und arbeitete für grosse Firmen. Dabei trat er stets auf einer Bühne auf, arbeitete mit einer Assistentin und zeigte dabei 1965 erstmals sogar eine Illusion.
1968 hatte er in Bozo's Circus als Wizzo the Wizard wöchentliche Auftritte im Fernsehen, 1969 mehrere Auftritte pro Woche. 
1969 bis 1971 verkaufte er mit seinem Geschäftspartner Rick Carey über Fernsehwerbung in ganz Amerika 135'000 Svengalispiele als "TV Magic Cards". Mit Unterstützung einer Werbeagentur verkaufte er dann fast eine Million weitere Svengalispiele. Nach diesem Erfolg wurde ein Werbespot für Stripper Decks gedreht und über 200'000 davon verkauft. Darauf folge ein Werbespot für ein Becherspiel aus Plastik, gefolgt von einem Zauberkasten mit einem Dutzend Tricks. Der finanzielle Erfolg führte zur Gründung der Firma TV Magic Ltd. Ende 1974 zahlte Rick Carey Marshal Brodien aus und übernahm die Firma, Marshal war weiterhin als Berater tätig.
1975 eröffnete Marshall einen Magic Shop im Old Chicago Themenpark, verkaufte ihn jedoch bald an Billy Bishop. 1976 kaufte er ein Restaurant. 
1978 wurde Bozo's Circus per Satellit übertragen und Millionen von Zuschauern sahen die Sendung. 
1979 kaufte er mit Partnern der Werbeagentur die vom Bankrott bedrohte Firma TV Magic Ltd. zurück und nannte sie in Marshall Brodien Magic Company um. Nach der Schaltung von neunen Fernsehwerbespots realisierte die Firma im ersten Jahr einen Gewinn von $ 300'000. Marshall produzierte unter anderem auch ein "Siegfried & Roy Spectacular Magic Set", vom dem Zehntauschende von Exemplaren verkauft wurden.
In den 1980er-Jahren verkaufte Marshall Brodien über einem Home Shopping Kanal tausende von Zauberkästen pro Sendung.
1985 verpachtete er sein Restaurant und steckte mehr Zeit in die Entwicklung und den Verkauf neuer Zauberkästen.
1988 investierte er in den Nachtclub ToTo's, der neben Tanzmusik ein Unterhaltungsprogramm mit Zirkusattraktionen, Artistiknummern, und Zauberkünstlern bot. Bereits nach einem Jahr blieben jedoch die Besucher aus und Marshall Brodien zog sich aus dem Geschäft zurück.
Nachdem 1991 der Verkauf über die Marshall Brodien Magic Company stark zurückgegangen war, zahlte er seinen Partner aus und schloss Geschäfte mit Warenhausketten ab, die seine Produkte verkauften. 1992 bis 1994 trat er erneut als Wizzo in der inzwischen in Bozo Show umbenannten Bozo's Circus Show auf. Er verkaufte sein Geschäft und schloss mit einer Spielwarenkette einen Fünfjahresvertrag ab, der garantierte, dass seine Zauberkästen weiterhin unter seinem Namen verkauft wurden. 
1997 kreierte er einen neunen Zauberkasten für Siegfried & Roy, der während der folgenden sechs Jahren deren meistverkaufter Artikel war. Er war ebenfalls an der Herstellung von Tricksets und Zauberkästen für Lance Burton beteiligt.
Marshall Brodien starb im Alter von 84 nach einem mehrjährigen Kampf gegen Alzheimer.
Biografie: MOEHRING, J. The Magical Life of Marshall Brodien. McFarland & Company, Inc. Jefferson, North Carolina, and London, 2007

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Desideri, Lamberto

1935-1996 ( I)

In Rom geboren sah Desideri im Alter von 13 Jahren eine Vorstellung von Bustelli, den er daraufhin anfragte, wo er zaubern lernen könne. Diese verwies ihn an Iraci, der ihn seinerseits mit Giglio bekanntmachte. Über Giglio wurde er als Mitglied im Ring Neapel der I.B.M. aufgenommen.Desideri studierte zunächst alle Aspekte der Zauberkunst, spezialisierte sich dann jedoch auf die Kartenkunst und wurde auf diesem Gebiet ein italienischer Experte. 
Kurz nach der Gründung des Club Magico Italiano trat er diesem bei. In der Zeitschrift Magia Moderna publizierte er ab 1958 die Rubrik "La Technica Cartomagica". 
Sein Beruf als Vertreter von Pharmazeutika liess Desideri ziemlich viel Freiheit, um die Zauberkunst als Teilzeitprofi auszuüben. Als ausgezeichneter Kartenkünstler faszinierte er mit seiner ruhigen, bescheidenen und unaufdringlichen Art sein Publikum und war in Rom sehr gefragt. 
1976 veröffentlichte er "Trattato di Tecnica Cartomagica", das wichtigste Werk über die Kartenkunst seit  Rossettis Magia delle Carte (1946). zur gleichen Zeit gründete er die erste unabhängige magische Zeitschrift Inoltre. Ab 1981 widmete sich Desideri vollständig der Tätigkeit als Verleger. Als Autor und Herausgeber brachte er die wichtigsten italienischsprachigen Bücher über die Zauberkunst heraus und leistete damit einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Zauberkunst in Italien.

Biografie in: RAIMONDI, V. Spettacolo Magico. La Porta Magica, Roma, 2000

Trost Nick (Nicholas K. Trost)

1935 -2008 (USA)

Nick Trosts Interesse für die Zauberkunst wurde geweckt, als er mit sieben oder acht Jahren eine vom IBM Ring in Troy, Ohio organisierte Zaubervorstellung sah. 
Von 1961 bis 1994 schrieb er eine Kartenkolumne in The New Tops. 
Bekannt wurde Nick Trost in den USA und Europa vor allem durch seine Päckchentricks und Kunststücke, deren Vorführung keine grosse Fingerfertigkeit erfordern.
Er verfasste zahlreiche Bücher über Kartenkunststücke, so "Nick's Table Trix" (1956), "Cardman's Secrets" (1964), E.S.P. Session with Nick Trost (1965), Mental Card Miracles (1965), "World's Best Card Miracles" (1971), "Expert Gambling Tricks" (1975), "Gambling Tricks with Cards", part one and part two (1975), "Trost's Subtle Card Magic": Part one (1976), "Close-up mentalism Folio" (1979), "Impromptu Card Magic Folio NO. 2"(1979), "Ace Tricks: From the Collected Manu-Secrets of Nick Trost" (1983), "The Card Magic of Nick Trost" (1997). 2008 erschien "Subtle Card Creations", Volume 1.
2008 starb er infolge eines Hirntumors. 

Miesel, Bill

1935-2012 (USA)

Bill Miesels Interesse für die Zauberkunst wurde durch eine Vorstellung von Harlan Tarbell geweckt. Er arbeitete während 40 Jahren als Direktionsassistent in einem Supermarkt. Als Amateurzauberkünstler galt seine Vorliebe der Kartenkunst. 
Er veröffentlichte zahlreiche Artikel in Ibidem, New Phoenix und Linking Ring und gab ab 1983 während dreizehn Jahren zusammen mit Ed Eckle das Magazin The Precursor, A Magazine of Innovation über Close-up und Kartenzauberei heraus. Er verfasste ausserdem "The Creative Card Magic of William P. Miesel" (1980), "Fork Full of Appetizers, Book One" (1982), "Seconds From the Forkers" (1984), "Moe and his Miracles with Cards" (1986), "Visionary Card Effects" (1995), "Kellar's Wonders" (mit Mike Caveney, 2003). 
Sein Interesse für Kellar, der wie Bill Miesel in Erie, Pennsylvania aufgewachsen war, geht auf Bills Grossmutter zurück, die eine Vorstellung von Kellar sah.

Reveen, Peter

1935-2013 (AUS)

Peter Reveen wurde in Adelaide in Australien geboren. Er begann sich bereits mit acht Jahren für die Zauberkunst zu interessieren und wurde mit zwanzig professioneller Zauberkünstler. 1961 wanderte er nach Kanada aus, wo er sich als Zauberkünstler und bald als Mentalist und Hypnotiseur einen Namen machte. Während seiner 50 Jahre dauernden Karriere gab er Tausende von Vorstellungen in Kanada, den USA, Australien, Neuseeland, England und Schottland. Insgesamt trat er weltweit vor rund 6 Millionen Zuschauern auf. 
In denSechzigerjahren wurde er im Comic "Reveen & Sons Unlimited" verewigt.
1973 gab Reveen Vorlesungen über Hypnose an Universitäten und eröffnete eine eigene Praxis zur Hypnosetherapie. Er produzierte und verkaufte Hunderttausende von Schallplatten, Tonbändern und CDs zur Selbsthypnose("Study and Concentrate with Reveen", "Stop Smoking...Stop Overeating with Reveen", Relax with Reveen" ).
1976 trat er mit seiner Familie (er hatte vier Söhne) in verschiedenen Shows in Las Vegas als Illusionist auf und war mehrmals im Fernsehen in der Merv Griffin Show zu Gast. Im darauf folgenden Jahr ging er mit der Show auf Tournee und feierte damit unter anderem in Toronto und Montreal grosse Erfolge. 
1989 absolvierte er als Illusionist eine Tournee durch Australien. 
Nachdem er 1995 mit dem Monte Carlo Hotel in Las Vegas einen äusserst vorteilhaften Vertrag für Lance Burton ausgehandelt hatte, wandte er sich vermehrt der Agententätigkeit zu.
Nach einer Anzahl ausverkaufter Shows in Kanada ging er nach 2008 nicht mehr auf Tournee.
2009 wurd Reveen von der International Brotherhood of Magicians als Magier des Jahres geehrt.
2011 übernahm sein Sohn Tyrone seine Nachfolge
Mit "The Superconscious World’ (1987) wurde Reveen zum Bestsellerautor.
Reveen war Gründungsmitglied des Magic Castle. 1997 wurde er mit einer Performing Fellowship der Academy of Magical Arts ausgezeichnet.
2000 gewann er den jährlich an Zauberkünstler verliehenen Dragon Award (Preis für Künstler, die sich in "drama, romance, artistry, glamor, originality and necormancy" besonders auszeichnen). 
2009 wurde im Kanadischen Fernsehen unter dem Titel "The Man They Call Reveen,’’ einen Biografie Reveens mit Höhepunkten aus seiner über fünfzigjährigen Karriere ausgestrahlt.

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Torell, Jan (Jean Gerrit Schnepel)

1935-2014 (D)

Der als Kind holländischer Eltern in Lübeck geborene Jan Torell interessierte sich zunächst für Musik und Akrobatik. 1949 wirkte er in einer Varieté-Truppe mit, die vorwiegend aus arbeitslosen Kriegsheimkehrern bestand. Von seinen Eltern erhielt er zum Geburtstag und zu Weihnachten jeweils Zauberbücher und Zauberkunststücke von Janos Bartl. 
Nachdem er 1952 erfahren hatte, dass Al Torsten - der 1950 am ersten Zauberkongress nach dem Krieg in München aufgetreten war - in Lübeck wohnte, suchte er diesen auf. Al Torsten brachte ihm die Grundlagen der Manipulation mit Bällen, Karten, und Fingerhüten bei. 
Jan Torell gewann diverse Preise in allgemeiner Magie, so 1958 am MZvD-Kongress in Frankfurten den ersten Preis, 1973 am FISM-KOngress in Paris den 3. Preis, 1975 am Europakongress in Baden Baden den 1. Preis und 1976 am FISM-Kongress in Wien den 2. Preis. Seine aussergewöhnliche Nummer beinhaltete Fingerhut- und Ballmanipulationen und Verwandlungen von Riesenkarten in Tücher, aus denen er Würfel produzierte. Den Abschluss bildete das Erscheinen einer fast mannshohen Würfelpyramide.
1975 absolvierte Jan Torell eine Seminartournee in den USA, wirkte in Los Angeles in Milt Larsens It's Magic Show mit und trat 14 Tage im Magic Castle auf. 1986 trat er je eine Woche im Theate an der Wien und im Kulturplast Dresden auf.
Jan Torellverfasste "Maic by Jan Torell" (1975) und "Rund um den Zaubertisch" (o. J.).
1978 verstarb seine Ehefrau und Partnerin auf der Bühne, Hannelore.

Liebenow, Erhard

1935-2016 (D)

Erhard Liebenow wurde in Danzig geboren. Sein Vater arbeitete an einem Theater, wo alle Arten von Varieté-Artisten engagiert wurden. Erhard war von der Theateratmosphäre fasziniert und von den Vorstellungen der Zauberkünstler beeindruckt. 
Nach dem zweiten Weltkrieg musste die Famile nach Westdeutshcland übersiedeln. Dort lieh im ein Amateurzauberkünstler ein paar Bücher aus, in denen er die Anleitung zum Bau von Zauberapparaten fand. Mit 15 unterhieilt der daraufhin Verwandte und Freunde mit selbstgebauten Apparaten.
Schule und Beruf liessen ihm danach keine Zeit, sich mit der Zauberkunst zu befassen. Erst als er 1963 mit seiner Frau an seinem damaligen Wohnort Düsseldorf eine Zaubervorstellung besuchte, erwachte seine Liebe zur Zauberkunst erneut und verliess ihn nicht mehr. Er trat dem magischen Zirkel von Deutschland bei und arbeitete mit Wolfgang Sommer als seinem Partner eine Bühnennummer "The Magic Playboys" aus, ihn der er als ernsthafter Zauberkünstler, Wolfgang Sommer als Clown auftrat.
Am FISM-Kongress 1970 in Amsterdam präsentierte Erhard Liebenow im Close-up-Wettbewerb seine Pokerchip-Routine. Emil Loew engagierte ihn daraufhin ab 1971 für mehrere Seminarreisen durch die USA. Im gleichen Jahr trat er auch der I.B.M bei. Die von Werry produzierten Chips machte er in den folgenden Jahren weltberühmt.
1972 trat er erstmals in der Close-up Gallery im Magic Castle in Hollywood auf. Nachdem ihm dort Charlie Miller den Faro Shuffle gezeigt hatte, veröffentlichte er 1973-1975 in der MAGIE eine Artikelserie über die damals in Europa praktisch unbekannte Mischtechnik.
1973 wurde sein Film "Tricks with Poker Chips" am FISM-Kongress in Paris mit einem ersten Preis ausgezeichnet. 
1975 arbeitete er für den Zauberkongress in Saint Vincent eine Bühnennummer mit von Werry produzierten erscheinenden und verschwindenden Spazierstöcken aus Kunststoff und dem Ringspiel aus, das er später durch die Produktion von Klappblumen ersetzte. Diese farbenfrohe Nummer zeigte er unter anderem in Europa, den USA, Brasilien, Japan, Indien, Israel und Tunesien.
Erhard Liebenow schrieb während über 30 Jahren zahlreiche Beiträge für magische Zeitschriften und publizierte die zwei Bücher "Royal Flush" (1976)," Grand Ouvert" (1978), ausserdem die Hefte "Tricks with Chips", "More Tricks with Chips", "Liebenow on Cards" (o. J.), Man nehme ... (1985). Seine Trickbeschreibungen, insbesondere die Effekte mit Pokerchips, wurden in ein Dutzend Sprachen übersetzt. 1986 wurde ihm vom MZvD die Auszeichnung "Schriftsteller des Jahres" verliehen.

Darwin, Gary (Gary Lee Meador)

1935-2019 (USA)

Gary Darwin wurde in Denver geboren. Bereits mit 6 wurde er von einem Trick begeistert, den ihm sein Grossvater zeigte. Mit 12 lernte er Tommy Woo kennen, den Besitzer eines Zaubergeschäfts. Von da an gab er sein ganzes Taschengeld für Zauberartikel aus.
Mit 14 trat er bereits als halbprofessioneller Close-up-Zauberer auf. Mit 18 wurde er erstmals in einem Nachtclub engagiert. 
1954 zog er nach Las Vegas, wo er im Hotel Thunderbird ein zweiwöchiges Engagement in einer Nachmittagsvorstellung erhielt. Dieses Engagement wurde auf neun Monate verlängert. Mitte der 1960er-Jahre trat er während zwei Jahren in einigen der grössten Hotels au, u. a. im Lido, Caesars Palace, MGM Grand und Desert Inn. Danach arbeitete er als Teilzeit-Close-up-Zauberer in Clubs. 
Gary erfand über 500 Kunststücke und unterrichtete Zauberkünstler, u. a. war er ein Mentor von Melinda.
1968 gründete er "Darwin's Magic Club", eine informelle Vereinigung von Amateur- und Berufszauberkünstlern. Während über 50 Jahren trafen sich bis zu vierzig wöchentlich zum Gedankenaustausch. 
Gary Darwin war auch Karikaturist, Jongleuer, Comedian und begeisterter Sammler. Seine Sammlung umfasste zahlreiche Poster, Fotos, Zauberapparate und über 7000 Bücher.
Er verfasste über dreissig Bücher, unter anderem "Darwin's Thumb Tip Miracles" (1981), "Darwin's Close-up Miracles" (1982), "Darwin's Thumb Tip Secrets" (1984), "Darwin's Thumb Tip Thinking" (1986), "Who invented the Magic" (1988), "Magic Autograph Poster Gallery" (1989), Darwin’s 201 Jokes for Card Magicians (Nachdruck 2016), "Darwin's 101 Plus Death Jokes". 
Ausserdem veröffentlichte er mehrere DVDs, u. a. "Inexpensive Illusions", "Reaction Ad-Libs", "My First DVD"," Encyclopedia of Thumb Tip Magic", "Gary Darwin's Magic Museum Tour & Silk Magic". 
2011 musste sich Gary Darwin als Diabetiker nach einer Verletzung am Fuss, die eine lebensbedrohliche Infektion nach sich zog, ein Bein amputieren lassen.

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Rogers, Terri (Ivan Southgate)

1936-1999 (GB)

In Ipswich als Ivan Southgate geboren war die transsexuelle Frau eine sehr erfolgreiche Bauchrednerin und geniale Erfinderin von ungewöhnlichen Trickprinzipien und Kunststücken wie "Stargate", "Boromian Link" und "The Key". Sie verfasste "Secrets" (1986), "Wipe Off" (1986) und "More Secrets" (1988). 
1999 verstarb Sie in London.

Li Tang (Enio Finochi) 

1936- 2012 (Brasilien)

Li Tang wurde in São Paulo als Sohn eines Italienischen Vaters und einer brasilianischen Mutter geboren. Sein Interesse für die Zauberkunst begann mit 13, als er in einer Jugendzeitschrift die Beschreibung einiger einfacher Zaubertricks las. Er bastelte sich die erforderlichen Requisiten und führte die Kunststücke seinen Freunden vor. Weitere Kunststücke fand er im argentinischen Magazin “Hobby”. Darauf studierte die insgesamt über 1500 Seiten umfassenden Bücher des Brasilianischen Zauberkünstlers João Peixoto dos Santos “Curso Prático de Prestidigitação e Ilusionismo”, “Tratado Completo de Prestidigitação e Ilusionismo” und “Trucs de Magia Selecionados“.
Mit 16 sah er ihn São Paulo mehrere Vorstellungen von Chang aus Panama und beschloss, unter dem Namen Li Tang als chinesischer Zauberkünstler aufzutreten. Er trat in Theatern und im Fernsehen auf, wo er gleichzeitig auch in einer Serie für Kinder als Clown auftrat.
Anfang der 1960er-Jahre eröffnete er in São Paulo mit einem Partner das Zaubergeschäft „Centro Mágico Naciona“. Er trat dem Clube Magic Paulista bei (später in Associação dos Mágicos de São Paulo umbenannt) und wurde dessen Sekretär und Vizepräsident. 1964 organisierte er für den Club den ersten Brasilianischen Zauberwettbewerb.
1965 gründete er mit fünf Freunden das Centro de Estudos Mágicos CEM, das er bis zu dessen Schliessung 1980 präsidierte. 1975 war er für die Organisation eines Kongress des Cem verantwortlich.
1995 gründete Li Tang mit Caetano Miranda die Academia Brasileira de Arte Mágica, ein Dokumentgations- und Forschungszentrum über die Geschichte und Technik der Zauberkunst. Die Akademie veranstaltete zahlreiche Kurse für Anfänger und fortgeschrittene Zauberkünstler. 1996 führte die Academia den brasilianischen Zauberkongress durch und gründete den Mercado Mágico, ein monatliches Treffen von Zauberkünstlern, Zaubergeräteherstellern und -händlern.
Li Tang war auch als Berater für andere Künstler tätig, so z. B. für Vik und Fabrini, die mit ihrer Nummer am FISM-Kongress 1988 in Den Haag den ersten Preis in Allgemeiner Magie gewannen und für Eduaro Peres, der 1998 am FLASOMA-Kongress in Buenos Aires den ersten Preis, am FISM-Kongress 2000 in Lissabon 3. Preis in Manipulation gewann.
Li Tang interessierte sich für die Geschichte der Zauberkunst und publizierte dazu diverse Artikel in Zeitschriften. Er übersetzte das argentinische Buch “O Humor na Mágica“ von Merpin (1996) auf portugiesisch und veröffentlichte "A Arte Mágica através da História da Civilização" (2003).

Marnac (Joachim Wolf)

1936-2013 (D)

In Wiesbaden geboren absolvierte Maranac eine Ausbildung als Schauspieler und Sänger. Er war viele Jahre als Schauspieler, Sänger und Regisseur im Sprech- und Musiktheater in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. 
Schon früh begann er auch zu zaubern und trat für Kinder und Erwachsene auf. Mit dem Ravensburger Verlag produzierte er einen Videofilm "Die magische 7", der als pädagogisch wertvoll prämiert wurde. 
Ab 1976 hatte er seinen festen Wohnsitz in der Schweiz.
Marnac wirkte als Berater von Zauberkünstlern und bei Zaubershows und Bühneninszenierungen an magischen Kongressen. Er hielt er zahlreiche Seminare und veröffentlichte Seminarhefte und Abhandlungen zu verschiedenen Themen, so u. a. "Schauspielerischer Leitfaden für Zauberer" (1982)."Kinder - Das andere Publikum" (1985), "Das ist der Daumen" (1989), "Es war zweimal … Zaubertricks für Kinder" (1990), Sie haben die Freie Wahl (1994)"Ausgetrickst. Ein Seminar über Austauschkuverts, magische Bilder und die Kunst des Forcierens"(o. J.), "Riesenkarten" (1999).
Während 6 Jahren war er Präsident des Magischen Clubs Bern, 2003 wurde er zu dessen Ehrenmitglied ernannt. 

Ravelli (Ronald A. Wohl)

1936-2014 (CH)

Ravelli wurde in Basel geboren. Er begann bereits mit 14 Jahren zu zaubern, nachdem ihm ein Junge zwei Kartenkunststücke vorgeführt und auf sein Drängen hin erklärt hatte. Bereits mit 19 Jahren verfasste er Artikel für die Magische Welt und The Gen. 
Nach dem Absolvieren des obligatorischen Militärdientses wanderte er in die USA aus. Als Doktor der Biochemie lehrte er zunächst Biochemie an der Universität in New Brunswick in New Jersey. Danach arbeitete er in New Jersey als Biochemiker in einer internationalen Biochemiefirma . 
Neben seiner Vorliebe für die Gourmetküche und seinem Interesse für Kunst und Musik blieb eines seiner Hobbies die Zauberkunst. Ende der Fünfzigerjahre befasste er sich intensiv mit den mathematischen Grundlagen und Möglichkeiten des Faromischens und veröffentlichte in Ibidem eine Reihe von Artikeln dazu. Die Fortsetzung der damals verfassten Artikel erschien erst im Jahr 2002 in "Aziz & Beyond".
1967-74 veröffentlichte er Kunststückbeschreibungen in Magische Welt, Magie, Ibidem, The Gen und Pentagram.
2014 starb er nach mehrjährigem Kampf gegen Krebs
 
Fantasio (Ricardo Roucau)
1936-2017 (Argentinien)

Geboren in Buenos Aires. Erhielt mit acht Jahren einen Zauberkasten und gab mit 12 seine erste bezahlte Vorführung, war aber von der Zauberkunst nicht übermässig besessen. Erst mit 18, als er eine Manipulationsnummer von Mario Lobo sah, war es um ihn geschehen. Er sprach Mario Lobo dieser zeigte ihm einige Griffe und lieh im ein Buch über Billardballmanipulationen aus. Er sagte Fantasio, ihm er würde ihm eine weitere Unterrichtsstunde erteilen und ein weiteres Buch ausleihen, wenn er alle Techniken in dem Buch gelernt hätte. Bereits am nächsten Tag kehrte Fantasio zurück, er hatte jeden in dem Buch beschriebenen Griff über Nacht gelernt. Ein Buch über Fingerhüte folgte, dann über Tauben. Dann ¨über Karten, dann über Münzen. Mario Lobo diente Fantasio während Jahren als Mentor und die beiden blieben bis zum Marios Tod befreundet.
Nach einem obligatorischen Jahr in der argentinischen Armee widmete sich Fantasio der Zauberkunst. Er gewann einen ersten Titel bei einem Wettbewerb des Peña Argentina de Prestidigitación e Illusionismo und konnte daraufhin 1956 zunächst in Argentinien, daraufhin in Uruguay im Fernsehen auftreten. 1957 erhielt er am Argentinischen Zauberkongress den ersten Preis in Manipulation. Mit einer eigenen Show, in der er Manipulationen und Grossillusionen zeigte, ging er während drei Jahren auf Tournee durch die USA, die Karibik und Südamerika. Dabei lernte er die Tänzerin Antonia Monica Paris kennen, die er als seine Assistentin einstellte. Fünf Wochen später heirateten sie in Uruguay.
Als Fantasio aus Stücken eines verschwindenden Stockes eine verschwindende Kerze herstellte, wusste er noch nicht, dass er damit eine zweite Karriere startete, nämlich diejenige eines Erfinders und Händlers. Er färbte die Stockteile unterschiedlich und die ersten sich färbenden Kerzen waren geboren. Wie sich herausstellte, hielt die Farbe auf dem Metall schlecht. Erst als Fantasio geeignete Kunststoffbänder entdeckte, waren seine Kerzen und Stöcke geboren.
1961 trat Fantasio mit seiner Frau noch unter dem Namen "Larry & Daisy" auf. Auf Anraten von John Skarne suchte er einen für die USA passenderen Namen. Als er eines Tages ein Kartenspiel der argentinischen Marke Fantasio sah, wurde aus Ricardo Roucau "Fantasio".
1965 trat er in der Ed Sullivan Show auf und wurde eine Woche später zur ersten ÜABERTAGUNG IN Farbe erneut eingeladen. Bis 1969 tat Fantasio noch drei weitere Male in der Show auf. 
1976 waren Fantasios Kerzen und Stöcke weltweit so bekannt geworden, dass er sich weitgehend von der Bühne zurückzog und sich auf sein Geschäft konzentrierte. Neben seinen Kerzen und Stöcken erfand Fantasio über hundert weitere Effekte. Mit seinem Geschäft verdiente er mehr Geld als mit Auftritten. Ausserdem konnte er mehr Zeit mit seiner Tochter verbringen.
Fantasio erhielt unzählige Preise, Auszeichnungen und Diplome und war Mitglied in Dutzenden von magischen Vereinigungen. Er wurde weltweit auf 29 Titelseiten von magischen Magazinen abgebildet und trat in hunderten bekannten Fernsehshows auf.
2016 wurde Fantasio anlässlich einer von der I.B.M zu seinen Ehren veranstalteten Show mit ausschliesslich argentinischen Künstlern der Lifetime Achievement Award verliehen. 
Fantasio veröffentlichte "Magic with Canes" (1979) und "Magic with Canes and Candles" (1990).
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Dingle, Derek

1937-2004 (GB) 

Derek Dingle wurde südlich von London geboren. Er interessierte sich mit acht Jahren zum ersten Mal fürs Zaubern, begann sich aber erst Ende der Fünfzigerjahre intensiver mit der Zauberkunst zu beschäftigen als er als Angehöriger der RAF in Hong Kong war. 
Anfang der Sechzigerjahre lernte er in Kanada viel von Ross Bertram und Eddie Fechter. Ende der Sechzigerjahre ging er nach New Jersey und wurde als Karten- und Münzenspezialist ein herausragender Vertreter der magischen Szene in New York.
1971 gab er mit Harry Lorayne das Buch "Dingle's Deceptions" heraus. 1982 wurden in dem von Richard Kaufmann publizierten Buch "The Complete Works of Derek Dingle" der grösste Teil von Derek Dingles Kunststücken beschrieben. 
Von der Presse als "The greatest card manipulator in the world" bezeichnet, veränderte er die Close-up-Magie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts massgeblich durch seine Präsentation klassischer und neu erdachter Kunststücke.

Lesley, Ted (Fred Helzel)

1937-2008 (D)

In Düren geboren interessierte sich Ted Lesley bereits in der Schule für die Zauberkunst, seine Eltern bestanden jedoch darauf, dass er einen anständigen Beruf erlernte. So wurde er Buchhalter und Steuerberater in Berlin und kam erst relativ spät zur Zauberkunst. In Nachtclubs lernte er einige bekannte Zauberkünstler kennen, die ihm viele wertvolle Tipps für sein Hobby, die Zauberkunst, gaben. 
1974 hatte er seinen ersten professionelle Auftritt an der Messe in Hannover. Nach einem Auftritt im Fernsehen wurde er in verschiedene europäische Nachtclubs verpflichtet. Im Hilton Hotel in Berlin unterhielt er die Gäste während 18 Monaten an den Tischen mit Close-up-Zauberei. Dabei perfektionierte er seine Mentaltricks.
1987 erhielt er durch Schlagzeilenvorhersagen in fünf deutschen Grossstädten nationale Aufmerksamkeit und wurde daraufhin von BMW engagiert, für die er eine dreissigminütige Illusionsshow entwickelte, in der er unter anderem ein Auto erscheinen liess. Weitere Produkteshows für verschiedene andere Firmen folgten.
1993 verlieh ihm der Magische Zirkel von Deutschland für sein Buch “Mental Mind-up" die Auszeichnung “Schriftsteller des Jahres”. 
Ab 1994 präsentierte er in verschiedenen Ländern Europas seine eigene Abendfüllende Vorstellung "Ted Lesleys Magic Club", eine Mischung von Mental- und allgemeiner Magie.
1997 wurde ihm von der Society of American Magicians der "Leslie P. Guest Award" verliehen, 1999 wurde er vom Magic Circle in London zum Member of the Inner Magic Circle, Gold Star, ernannt, 2001 erhielt er von der Academy of Magical Arts in Hollywood den Creative Fellowship Award. 
Unter Zauberkünstlern wurde Ted Lesley vor allem durch seine Bücher (Mental Mind-up, 1992, und Paramiracles, 1994) und sein markiertes Kartenspiel (The Working Performer's Marked Deck) bekannt Einige seiner Kunststücke wurden auf DVD veröffentlicht (Ted Lesley's Cabaret Mindreading, Cabaret Magic).
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Garance, Jean (Jean-Marie Peretti)

1937-2010 (CH) 

In Genf geboren begann Jean Garance bereits mit 10 Jahren zu Zaubern und machte die Zauberkunst schon früh zu seinem Beruf. Mit seiner Frau Line trat er mit einer Bühnennummer und mit Kinderzauberei auf. An Zauberkongressen übernahm er in Galas oft die Conférence.
1961 bis 2010 leitete er als zehnter Präsident den 1929 gegründeten Club des Magiciens de Lausanne. Für den FISM-Kongress 1991 in Lausanne wurde ihm das Amt des FISM-Präsidenten übertragen. Er war ausserdem Präsident der Section 207 Romandie der I.B.M und Mitbegründer des internationalen Wettbewerbes Les Anneaux Magiques, welches seit 1993 alle zwei Jahre im Théâtre de Beausobre in Morges abgehalten wird. 
1967 übernahm er von Professeur Rex das 1929 gegründete Geschäft "Academie de Magie Suisse" und integrierte dieses in sein eigenes Geschäft "Le Truc'Store".
Unter Kollegen war Jean Garance, der an unzä

York, Scotty (Scott Bennett York, Jr. )

1937-2012 (USA)

Scotty York wurde in Broughton in Illinois geboren und schloss 1959 ein Studium als Ingenieur an der Universität Illinois ab. Es war Besitzer eines Geschäfts für den Verkauf und Unterhalt von Rennautos und arbeitete für die Ford Motor Company bevor er Ende der Sechzigerjahre nach Washington D.C. zog, wo er als Schadeninspektor beim U.S. Department of Transportation arbeitete. 
Seine Passion für die Zauberkunst entdeckte er Ende der Sechzigerjahre. Dank seines grossen Talents erreichte er sehr schnell ein hohes Niveau. Einer der ersten Kunststücke, das er meisterte, war Ramseys „Cylinder and Coins".
Ende der Siebzigerjahre war er in der Close-up-Zauberszene bereits eine anerkannte Grösse. Er erfand diverse Routinen, die er in führenden Publikationenveröffentlichte und stellte Geräte und Hilfsmittel für international bekannte Zauberkünstler her. 

In den Achtziger- und Neunzigerjahren gab er Seminare und trat an zahlreichen Kongressen in den USA , Europa und Japan auf. 
Eine Reihe seiner Kreationen brachte er in den Handel, wie etwa „Candy Kiss Machine“, „The Scotty York Lamp Trick“, “Passport Switch Wallet“, „Nickel Saver“, „Scotty York’s Color Changing Knives“, „The Rose Trick“.
Als „The Silver Fox“ trat Scotty York in verschiedenen Bars in Washington als Barmagier auf. Mit seinen Kunststücken unterhielt er nicht nur die Gäste, sondern verblüffte und täuschte oft auch Zauberkünstler mit seinen Versionen von bekannten Kunststücken. 

Caroni (Jerzy Mecwaldowski)

1937-2012 (PL)

Caroni wurde in Kalisz geboren. Nach dem zweiten Weltkrieg liess er sich in Lodz nieder, wo er Rechtsanwalt wurde. Als Neunzehnjähriger arbeitete er in einem Puppentheater und entdeckte schliesslich sein Interesse für die Zauberkunst.
1976 gründete er den Zauberklub Krajowy Klub Iluzjonistów (KKI). Caroni wurde Autor und Herausgeber dessen vierteljährlicher Zeitschrift Hokus Pokus, die er bis 2010 herausgab.
Caroni war der Mentor und Lehrer bekannter Zauberkünstler wie Arsène Lupin und Maciej Pol.
1985 schrieb er das Musical "Sherlock Holmes contra Arsène Lupin", in dem Arsène Lupin die Hauptrolle spielte. Danach produzierte er die Show "Kabaret", die auf dem Film zum Broadway-Musical beruhte. Darin spielte der Zauberkünstler Grzegorz Klat die Hauptrolle.
Caroni verfasste "Czarodziejskie bajki" (Magische Geschichten, 1983), "Vademecum sztuki iluzji " (Vademecum der magischen Künste, 1985), "Jak pan to robi?" (Wie machst du das? 1988) und "Tajemnice Iluzjonistów. Sekrety kart" (Geheimniss der Illusionisten. Geheimnisse der Karten, 2008).

Rogers, Mike

1938-2001 (USA)

Mike Rogers begann bereits während seiner Schulzeit zu zaubern. Nach der High School ging er 1956 zur Marine, aus der er 1976 austrat. Von da an arbeitete er als professioneller Zauberkünstler und wurde einer der bekanntesten Trade-Show-Magier Amerikas. 
1975 veröffentlichte er sein Buch "The Complete Mike Rogers". Mike Rogers stellte als erster dreidimensional geformte Schaumgummihäschen und kleine Baseballs für das Becherspiel und den Chop Cup her.

Kane, Peter

1938-2004 (GB)

Peter Kane war ein äusserst kreativer Kartenkünstler. Sein Erfolg begann in jungen Jahren als Protegé von Gus Sothall, der ihn ermunterte, sein Kunststück "Watch the Aces", in Hugard's Magic Monthly zu veröffentlichen. Später als "Wild Card" bekannt geworden, gehört es zu den weltweit verbreitetsten Kunststücken. 
Ebenso gehören weitere seiner Kunststücke wie "Gypsy Curse", "Jazz Aces", "Elongated Lady" und "The Shrinking Card Case" zu den meist vorgeführten Effekten, zu denen in der ganzen Welt unzählige Variationen entwickelt wurden. 
Kane veröffentlichte "A Card Session", "Another Card Session (1971), "A Further Card Session" (1975), "Combined Card Sessions" (1982), "K's Variant", "Wild Card Plus", "Kane" (1982) und beschrieb viele Routinen in magischen Zeitschriften.

Di Sato (Harry Thiery)

1938-2005 (NL)

Harry Thierry war ein hervorragender Manipulator. Als Harry Thierry gewann er 1964 an den FISM-Weltmeisterschaften in Barcelona den ersten Preis in Manipulation. 
Am FISM-Weltkongress in Baden-Baden 1967 gewann er als mephistophelischer "Di Sato" mit Münzenmanipulationen und einer schwebenden goldenen Kugel, die sich in einen Totenkopf verwandelte, den Grand-Prix.

Klause, Roger W.

1938-2008 (USA)

Roger Klause, der in Borger, Texas lebte, begann mit 19 Jahren zu zaubern. Er lernte von Dai Vernon, Faucett Ross und Charlie Miller und war bereits Mitte zwanzig bei vielen der besten Zauberkünstler in Amerika durch seine Fähigkeit bekannt, Kunststücke zu analysieren und durch die Anwendung psychologische Prinzipien der Täuschung Handfertigkeitskunststücke auf ein höheres Niveau zu heben. Mit seinen Kunststücken täuschte er viele der besten Zauberkünstler. Während 50 Jahren teilte Roger Klause, der von Mike Skinner den Übernamen „The Leader of the Undergound“ erhalten hatte, sein Wissen und Können in Seminaren mit Zauberkünstlern in der ganzen Welt.
Neben seiner Tätigkeit als Zauberkünstler gelang es ihm wie nur wenigen Künstlern, mit seiner Frau und seinen vier Kindern ein erfülltes Familienleben zu führen.
Zahlreiche seiner Kunststücke wurden zwischen 1960 und 1990 in Büchern und Zeitschriften veröffentlicht. In „Roger Klause In Concert“ (1991) wurden viele seiner besten Kunststücke detailliert beschrieben.
Nach einem langen Kampf gegen Krebs verstarb Roger Klause mit 70 Jahren.

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Raimondi (Vinicio Raimondi)

1938-2013 (I)

Der in Rom geborene Raimondi begann sich mit 11 Jahren für die Zauberkunst zu interessieren. Sein Mentor war Aldo Arcieri. Raimondi erlernte die Manipulation mit Karten, Bällen, Münzen Tüchern, Kerzen und Zigaretten. Seinen ersten grossen Auftritt hatte er mit 15 Jahren unter dem Namen Magus Junior im Theater Pio X. 1956 trat er erstmals im Fernsehen auf, zahlreiche weitere Fernsehauftritte folgten. 
Raimondi trat als Teilzeitprofi vorwiegend in Italien, an nationalen und internationalen Kongressen und auf Kreuzfahrtschiffen auf. 
In späteren Jahren interessierte er sich vor allem für die Geschichte der Zauberkunst und erarbeitete dazu einen Vortrag mit rund 100 Dias, den er in diversen Zauberclubs hielt. 
Raimondi publizierte Artikel in Magia Moderna, Le Magicien, Qui Magia. Er Verfasste "Magia delle Carte" (1943), "Nove Lezioni per Diventare un Mago" (1983), "Il Libro della Magia" (1986), "Magia della Sigarette" (1988), "Lezioni de Arte Magica" (mit Lamberto Desideri; 5 Bände, 1982-1991).

Biografische Angaben in : RAIMONDI. SPETTACOLO MAGICO. Edizioni La Porta Magica, Roma, 2000.
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Cyprian, Father (John Harvey Murray)

1938-2015 (USA)

Father Cyprian, der in Arbeiterstädten in er Nähe New Yorks aufwuchs, trug sich bereits als Jugendlicher mit dem Gedanken, Priester zu werden. In der High School überlegte er sich, Anwalt oder Pilot zu werden, doch der Gedanke Geistlicher zu werden, liess ihn nicht los. Nachdem er im letzten Schuljahr an von Kapuzinern geleiteten Exerzitien teilgenommen hatte, wusste er, was er werden wollte. Er verschenkte seine Zaubertricks, mit denen er sich seit seinem achten Lebensjahr befasst hatte, einem Vetter, da er dachte, dass er sie nicht mehr brauchen würde. 
Nach zwei Jahren im Priesterseminar beschlossen Father Cyprian und zwei seiner Kommilitonen, für ein Fest ein Zauberprogramm einzustudieren. An Weihnachten trat an einer Party für die Seminaristen ein Zauberkünstler auf, der danach den drei Studenten einen Zauberkurs anbot. Am folgenden Weihnachtsfest traten die drei als Zauberkünstler auf, der Zauberkurs wurde zwei weitere Jahre fortgesetzt. 
Cyprian war der religiöse Name, den Harvey Murray als Geistlicher annahm. Bei seiner Arbeit in verschiedenen Klöstern und Kirchgemeinden in New York und New England lernte er viele Zauberclubs und Zauberkünstler im Nordwesten der USA kennen, sah hunderte von Zaubervorstellungen und besuchte zahlreiche Seminare. Er sammelte Zauberplakate, Fotos sowie Filme von Zauberkünstlern von 1894 bis in die Gegenwart, von denen er über 400 besass.
1965 trat Father Cyprian der I.B.M. bei. 1968 publizierte er sein erstes Kartenkunststück in Pallbearer's Review. Viele weitere Publikationen in Pallbearer's Review, Apocalypse, Epilogue, Kabbala und M.U.M. folgten. Kartenkunststücke von ihm wurden unter anderem von Frank Garcia in "The Elegant Card Magic of Father Cyprian" (1980) beschrieben. Während der Siebziger- und Achzigerjahre gab er für seine Seminare in den USA, Europa und Japan mehrere Seminarhefte mit Close-up Kunststücken mit Karten, Münzen, Seilen, Ringen usw. heraus. Ausserdem publizierte er "The Bottom Collectors" (1971), "Fr. Cyprian on the Hofzinser Card Problem" (1978). 
1989-1990 amtete er als Internationaler Präsident der S.A.M.

Daniels, Paul (Newton Edward Daniels)

1938-2016 (GB)

Paul Daniels wurde als Kind eines Elektrikers und Kinooperateurs als einer von drei Brüdern in South Bank geboren. Sein Bruder Keith starb mit sechs Wochen an einem Herzfehler. Pauls Interesse für die Zauberkunst wurde in der Grundschule durch das Buch "How to Entertain at Parties" geweckt, in dem etliche Kartentricks beschrieben waren. Von da an wollte er Zauberkünstler werden. Seinen ersten Auftritt hatte er in einer Jugendgruppe der Methodisten, wo er Billardballmanipulationen zeigte und vorgab, Goldfische zu verschlucken. 
Nach der Schule machte er eine Lehre als Büroangestellter. Mit 18 Jahren wurde er eingezogen und absolvierte nach seiner Ausbildung ein Jahr Militärdienst in Hong Kong. Zurück in South Bank sah er einen Vortrag über die Geschichte der Zauberkunst von Dr. Hebblethwaite, einem Mitglied des Middlesborough Circle of Magicians. Dr. Hebblewaithe lud Paul ein, Clubmitglied zu werden. Paul wurde in den Club aufgenommen, besuchte Kongresse und machte an Wettbewerben mit. 
1960 heiratete er seine erste Frau Jackie ( Jacqueline Skipworth), mit der er drei Kinder hatte. Mit Jackie präsentierte er unter dem Namen "The Eldanis" eine Manipulationsnummer zu Rock 'n' Roll Musik. Ende der 1960er Jahre wurde er professioneller Zauberkünstler, 1968/9 trennte er sich von Jackie.
Inzwischen hatte er den Namen Paul angenommen und trat in den 1970er Jahren in Varietés und im Fernsehen als "The Unusualist" auf. 1979 lernte er die frühere Tänzerin Debbie McGee kennen. Sie wurde seine Bühnenpartnerin, 1988 heirateten sie. 
1979 strahlte die BBC die erste Sendung von "The Paul Daniels Magic Show" aus. Bis 1994 wurden während insgesamt fünfzehn Jahren jährlich TV-Shows produziert, die regelmässig von 15 Millionen britischen Zuschauern gesehen wurden. Für die Fernsehshows standen Paul Daniels unter anderen Ali Bongo als Ideengeber und Gil Leany als technischer Berater zur Seite.
1982 wurde Paul Daniels vom Variety Club of Great Britain zur Show Business Personality des Jahres ernannt, 1985 gewann der mit "The Paul Daniels Magic Show", bei der er mit Schimpansen arbeitete, die Goldene Rose von Montreux (die höchste Auszeichnung für ein Unterhaltungsprogramm im Fernsehen). 1986 trat er als erster Zauberkünstler zum dritten aufeinanderfolgenden Mal bei der " Royal Variety Performance" auf. 
In den Achtziger- und Neuzigerjahren präsentierte Paul Daniels ebenfalls diverse Spielshows und eine Kindersendung im Fernsehen.
Paul Daniels Bekanntheitsgrad war enorm. In der nationalen Presse war Paul Daniels in Cartoons, in der Werbung, in politischen Diskussionen allgegenwärtig.
Paul Daniels wurde beeinflusst von den Shows von Levante und Milbourne Christopher, deren abendfüllende Shows er in jungen Jahren gesehen hatte. Beide erzielten mit den kleinsten Tricks die grösste Wirkung. Paul erkannte instinktiv, dass Erfolg nicht von den Tricks, sondern von der Persönlichkeit abhängt. Einen grossen Einfluss auf Paul Daniels übte auch Ken Brooke aus, von dem er viel über die Verwendung von Humor und Slapstick bei der Präsentation von Zauberkunststücken lernte.
Paul zeichnete sich aus durch seine Spontaneität, seine Schlagfertigkeit und sein Geschick im Umgang mit den Zuschauern
Nach seiner Glanzzeit im Fernsehen war Paul Daniels mit einer Show unterwegs, trat auf dem Kreuzfahrtschiff QE2 auf, kreierte eine Show über Malini, veranstaltete Magic Days bei sich zu Hause, bei denen er sein Wissen an andere Zauberkünstler weitergab. Er trat in zahlriechen Fernsehshows als Gast auf, machte Werbespots, und trat für Firmen auf. 2003 ging er mit seiner "The First Farewell Show" auf Tournee. In der Show zeigte er lauter Effekte, die er bisher nicht im Programm gehabt hatte.
Von diversen Live-Auftritten von Paul Daniels wurden DVDs produziert, seine Kunststücke erklärte er u. a. auf den DVDs "Paul Daniel's Mesmerizing Magic", "Paul Daniels' Inner Secrets Of Professional Magic", "The Greater Magic Video Library Volume 33 - Paul Daniels", und die Kunststücke, die ihn berühmt gemacht hatten auf den 4 von Luis de Matos produzierten DVDs "Bravura".
2016 verstarb Paul Daniels an einem inoperablen Hirntumor.

Biografie: 
Paul Daniels, Under No Illusions, My Autobiography, Blake Publishing, Ltd, 2000
FISCHER, J. Paul Daniels and the Story of Magic. Jonathan Cape Ltd., London, 1987
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Forton, Piet (Ferdinand Pieter Benjamin de Beaufort)

1938-2019 (GB/CH)

Als Sohn eines Holländers und einer Schweizerin wurde Piet in England geboren und wuchs während der Kriegsjahre in Holland auf, 1945 zog die Familie in die Schweiz. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde geweckt, als er mit 9 Jahren an einem Unterhaltungsnachmittag für Kinder einen Zauberkünstler sah. Mit 16 beschäftigte er sich vermehrt mit dem Zaubern. Den richtigen Einstieg in die Zauberkunst vermittelte ihm jedoch Ravelli, der ihn auch auf die englischsprachige Zauberliteratur aufmerksam machte. Mit 18 nahm er den Künstlernamen Piet Forton an. 
Nachdem er mit 19 Jahren einen ersten Preis beim holländischen Nationalkongress in Zwolle gewonnen hatte, wurde er zu einer Seminartournee in die USA eingeladen und war einer der ersten Europäer, die im Magic Castle auftraten. 
Als viersprachiger Zauberkünstler (deutsch, holländisch, französisch und englisch) war Piet Forton während über sechs Jahrzenten viel unterwegs und hatte in Holland, England und den USA Kontakte zu allen zeitgenössischen Grössen der Zauberszene. 
Bereits 1961, mit 23 Jahren, errang Piet Forton an den Weltmeisterschaften der FISM den 1. Platz in der Sparte Kartenmagie, zwei weitere 1. Plätze folgten 1964 und 1967. Er ist damit der einzige Zauberkünstler, der jemals an den Weltmeisterschaften drei erste Plätze in Kartenmagie errang.
Piet Forton verfasste Artikel für diverse Zeitschriften wie u. a. Linking Ring, The Gen, Abra, Epoptica, Magische Welt. Ausserdem veröffentlichte er "Magic. Piet Forton Lecture" (1984), 
Neben seinen Erfolgen als Kartenkünstler (sein "Pop-out move", den er am FISM- Wettbewerb zeigte, ist unter Kartenkünstlern weltweit bekannt) und mit Tischzauberei, bei der er in einem Gauklerkostüm auftrat, machte sich Piet Forton, von Beruf Kunstgeschichtslehrer und Prüfungsexperte, vor allem einen Namen in der Kinderzauberei. Er schuf acht Bühnenprogramme für Kinder, wie u. a. "Das Zauberschloss" oder "Der Zauberladen" mit passenden Bühnenbildern, in denen er sich um Kinderzauberei mit erzieherischem Wert bemühte. Zu diesem Thema publizierte er "Das Piet Forton Seminar. Kinderzauberei" (1979), "Je GESCHICKTER desto ZAUBERER" Piet Forton (Spielen/Basteln, Mittel-/Oberstufe, Schweizerisches Jungendschriftenwerk SJW Heft ,1983) und das Heft "Zaubern für Kinder. Grundlagen, Gedanken, Tricks und Tipps zur Gestaltung von Zaubervorstellungen vor Kinderpublikum (2000). 
Mit 72 Jahren verwirklichte sich Piet Forton einen lang gehegten Wunsch und baute in seinem Haus ein eigenes Zaubertheater, das «Petit Théâtre de Prestidigitation», in dem er während rund 10 Jahren Zaubervorstellungen gab. 2018 präsenteirte er das 12. Programm unter einem jeweils übergeordneten Thema, das sich jeweils wie ein roter Faden durch die Vorstellungen zog, wie u. a. "Glasklar, wunderbar, Gochelaar" oder "Weiss und schwarz auf den roten Punkt gebracht ."
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Marucci, Peter (Patrick Thomas)

1939-2016 (CAN)

Peter Marucci arbeitete als Journalist, Kolumnist und Herausgeber für verschiedene kanadische Zeitungen. Als Kind hatte er sich mit 9 Jahren mit der Zauberei befasst, wurde von einem Zauberkünstler unterrichtet und nahm an Klubabenden eines Zauberklubs teil. Aber erst in den Sechzigerjahren, als er im Haus seiner Eltern seinen alten Zauberkasten wiederentdeckte, wurde sein Interesse für die Zauberkunst nachhaltig wiederbelebt. Er traf sich darauf in Begleitung seiner künftigen Frau Helen regelmässig jeden Samstag mit einer Gruppe von Zauberkünstlern in Toronto. Er trat an Zauberkongressen, an Festivals für Strassenkünstler ,in Clubs und Restaurants und an Parties auf. 
Nach der Eröffnung des Italian Kitchen Cafés, das er mit seiner Frau während fast drei Jahren erfolgreich führte, beschloss er, der Zauberei mehr Zeit zu widmen und verkaufte das Restaurant 1990. Mit einer komischen Nummer trat er für Erwachsene und Kinder an hunderten von Events auf und gab an Zauberkongresse in den USA und Kanada zahlreiche Seminare, bis er sich 2010 infolge eines degenerativen Nervenleidens von der Bühne zurückziehen musste.
Peter Marucci veröffentlichte die Seminarhefte "Bizarre Magic", "Real Life Table Hopping", "Wild West Wonders", "Funny Business: A Magic Lecture By Peter Marucci", "Bar magic: Served Up By Peter Marucci", "Bits O' Biz", "Peter's Patter". Ausserdem schrieb er für diverse magische Zeitschriften und verfasste eine monatliche Kolumne in der Online-Zeitschrift Visions. Für den Linking Ring verfasste er während 28 Jahren zahlreiche Artikel. Die I.B.M. verlieh ihm dafür die Howard Bamman Trophy, die er bis dahin als einziger zum zweiten Mal erhielt.

Burger, Eugene

1939-2017 (USA)

Eugene Burger machte sich einen Namen als Close-up Zauberkünstler und als Autor auf dem Gebiet der Bizarren Magie und Mentalmagie. Er wurde als einer der einflussreichsten Zauberkünstler des 20. Jahrhunderts betrachtet.
Eugene Burger hatte Universitätsabschlüsse in Philosophie und Religionswissenschaften und erteilte Kurse in Philosophie und vergleichender Religionswissenschaft. Seine Kreativität, seine sonore, hypnotische Stimme und sein Bart machten ihn in der Zauberszene zu einer Leitfigur.
In späteren Jahren war er häufig als Dozent an McBrides Magic & Mystery School in Las Vegas tätig. Ausserdem trug er mit seinem Vortrag "How Magicians Think" sein Wissen und Verständnis über die Funktionsweise von Wahrnehmung und Täuschung in die Geschäftswelt. 
Er hatte zahlreiche Auftritte im Fernsehen in den USA, Canada, England, Belgien, Finnland und Japan und erhielt viele Auszeichnungen. So war er unter anderem zweimaliger Empfänger der Auszeichnungen "Close-Up Magician of the Year" und "Lecturer of the Year" des Magic Castle in Hollywood. 2012 wurde ihm von der FISM ein Spezialpreis für Theorie und Philosophie verleihen.
Neben einigen DVDs veröffentlichte Eugene Burger zahlreiche Schriften: "Secrets and Mysteries for the Close-up Entertainer" (1981), "Intimate Power" (1983), "Eugene Burger on Matt Schulien’s Fabulous Card Discoveries (1983), " Audience Involvement " (1983), " The Secrets of Restaurant Magic " (1983), "The Craft of Magic and Other Writings" (1984), "Spirit Theater" (1985), "The Performance of Close-Up Magic" (1987), "The Experience of Magic" (1989), "Strange Ceremonies" (1991), "Rediscoveries: New Ways of Framing Old Favorites" (1994), "Magic and Meaning" (mit Robert Neale, 1995), "Growing in the Art of Magic" (1996), "Mastering the Art of Magic" (2000), "Mystery School" (mit Jeff McBride - 2003).
2017 verstarb er an Krebs.
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Phil Temple (Philip Walter Steinhart)

1939-2018 (USA)

Phil Temple wurde in der Nähe von Washington geboren. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch eine Zaubervorstellung in der Schule geweckt. Später sah er eine Vorstellung von Harry Blackstone. Er nahm brieflichen Kontakt auf mit Dante und fragte diesen um Rat. Seine erste bezahlte Vorstellung gab er mit 14 als "Temple the Magician". Nach dem Abschluss der Schule trat er ins Militär ein und wurde nach Deutschland abkommandiert. Nachdem er einen Wettbewerb als Zauberkünstler gewonnen hatte, wurde er zu den Special Forces Services verlegt. Dort stellte er eine abendfüllende Show zusammen, mit der er durch Deutschland und Frankreich tourte. Nachdem er seinen Militärdiendt absolviert hatte, kehrte er in die USA zurück und trat mit einer Illusionsshow auf Messen, in Clubs, für Firmen, Polizei- und Feuerwehrorganisationen auf. 
1969 wurde er von Milt Larsen für die fünfzehnte Ausgabe der jährlichen "It's Magic"- Revue in Los Angeles engagiert. Anfang der 1980er-Jahre trat er auf Kreuzschiffen und zweimal bei einer Tournee von Zauberkünstlern in Japan auf. Er führte seine Illusionsshow auch im Magic Castle vor.
1979 stürzte er beim Verlassen der Bühne bei auf einer zusammenbrechenden Treppe. Er verletzte sich dabei so schwer an Händen und Füssen, dass er danach nicht mehr auf der Bühne auftreten konnte. Auf der Suche nach einer neuen Einnahmequelle begann er, Zauberplakate zu kaufen, zu restaurieren und zu verkaufen. 
Ausserdem begann er, die Korrespondenz zwischen Howard Thurston und Dante abzutippen und publizierte die Sammlung unter dem Titel "Thurston Dante Letter Set".
1983 organisierte er das San Francisco Magic Symposium, das während der folgenden vier Jahre ein vielbeachtetes Zusammentreffen von berühmten Zauberkünstlern, Händlern und Sammlern wurde.
1985 bis 2000 publizierte Phil Temple das "Thurston Scrapbook: The Grace Thurston Manuscript" und veröffentlichte in Zusammenarbeit mit Jane Thurston Shepard "Our Life in Magic" (1989). Ausserdem verfasste er "Dante: The Devil Himself" (1991) sowie "The Carter Scrapbook" (1992) und "A Magician's Tour Revisited" (mit R. Olson, 2000). 
Die ursprünglich vierhundertfünfundachtzig Seiten der Korrespondenz zwischen Thurston und Dante ergänzte er mit Plakaten. Fotos und zusätzlichen Briefen und veröffentlichte ein zweibändiges Set "Thurston and Dante … the Written Word" (2006). 
Phil Temple sammelte auch Aufziehspielzeuge und Zauberkästen. Von letzteren, die er alle mit Fotos und Beschreibungen dokumentierte, hatte er 1'100 in seiner Sammlung. 1995-2003 gab er 50 Ausgaben von "Phil Temple's Magic Set Collector's Newsletter" heraus.
 
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