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Salisse, John

1926-2006 (GB)

John Joseph Salisse wurde in Bournemouth geboren, wo er auch die Schule besuchte. Bereits als Schüler wurde er durch eine Vorstellung von Jasper Maskelyne im Hippodrome in Boscombe inspiriert. Nach der Schule trat er 1944 in die Firma Marks & Spencer ein, 1968 übernahm er als Direktor deren Leitung und verzeichnete grosse Erfolge mit Damenmode und in den Siebzigerjahren mit der Errichtung von Lebensmittel- und Weinhandlungen und der Eröffnung von Filialen in Kanada, Paris und Brüssel.
Salisse trat bereit als Teenager mit öffentlichen Zaubervorstellungen auf und wurde in den Magic Circle aufgenommen. Von 1966 bis 1985 diente er als dessen Ehrensekretär, 1975 wurde er zum Ehren-Vizepräsidenten ernannt.
Auf der Bühne trat er als weltmännischer Zauberkünstler mit trockenem Humor auf. Sein weltgewandter und britischer Stil war auch in Amerika sehr beliebt. Fernseh- und Filmemacher suchten oft seinen Rat, wenn es um Zauberkünstler und die Geschichte der Zauberkunst ging.
Zusammen mit Anne Davenport veröffentlichte er zwei Bücher, "A Candid View of Maskelyne’s 1916-17" (1995) und "St George’s Hall" (2001) über das Theater und die Zauberwerkstatt von Maskelyne in London.
John Salisse gewann zahlreiche Preise, in der Zauberkunst unter anderen den Fellowship der American Academy of Magical Arts. Fürs seine Verdienste in der englischen Industrie wurde er zum Commander of the British Empire ernannt, 1992 wurde ihm die Auszeichnung der "Freedom of the City of London" für sein Wohltätigkeitswerk verliehen.

Saltano, Maurice
1930-2017 (F)

Im Alter von neun Jahren sah Maurice Saltano in seiner Heimatstadt Grenoble eine Vorstellung von Bénévol, sparte Geld., um sich ein Zauberbuch kaufen zu können und begann, sich die Grundlagen der Zauberkunst anzueignen.
1941 sah er eine Vorstellung von Hardy L'enchanteur, der sein Mentor wurde. Jedes Mal, wenn er in Grenoble war, unterrichtete Hardy Maurice Saltano, der die gezeigten Techniken einübte bis sie sich das nächste Mal trafen. Saltano gründete mit anderen Amateurzauberkünstlern einen Club und richtete im Haus seiner Eltern ein Theater ein, in dem er vor der Familie und Freunden auftrat.
Als Student trat er an den Wochenenden mit klassischen Kunststücken mit einer Theatergruppe und bei kirchlichen Anlässen in Grenoble auf. Nach ein paar Jahren gab er das Studium auf und wurde gegen den Rat von Hardy professioneller Zauberkünstler. Zunächst trat er in Grenoble in den Pausen bei Matinees und Abendvorstellungen bis zu zehn Mal pro Woche in Kinos auf und konnte so viel Erfahrung sammeln. Dabei erhielt er keine Gage, konnte jedoch unter anderem durch den Verkauf von Horoskopen etwas Geld verdienen.
In den 1950er-Jahren trat Saltano trat mit seiner Frau Monique Dorian mit grossem Erfolg in den grossen Nachtclubs Frankreichs auf, in Paris in den Folies Bergère, dem Moulin Rouge, dem Bobino, in Lyon im Théâtre des Célestins und in Marseille im Alcazar. Ausserdem in mehreren Fernsehsendungen auf. Saltano arbeitete für Bruno Coqatrix, den Cirque Médrano und die BBC.
1962 wurde sein Sohn geboren und er zog sich von der Bühne zurück. Er eröffnete in Grenoble eine Künstleragentur, die er während 30 Jahren leitete.
Saltano war der Autor des in 23 Ausgaben erschienenen Magazins Le Conservatoire de l'illusionnisme et des arts mystérieux, in dem er frühere Zauberkünstler würdigte. Ausserdem veröffentlichte er zahlreiche Artikel in La revue de la prestidigitation, Magicus journal, Arcane magazine, Le magazine du cirque et de l'illusion und L'inter-forain.
Er verfasste "Les magiciens: le monde fantastique de l'illusionnisme" (mit seinem Sohn, dem Schriftsteller Bernard Joubert, 1990) und "Petite histoire de la magie" (2012).

Salvano (Thomas Chelminski)

1929-2006 (PL)

Während des Studiums der Kunst- und Theaterwissenschaften sah Salvano eine Vorstellung des Zauberkünstlers Nemo. Als es ihm gelang, eine Lösung für ein Kunststück zu finden, das er gesehen hatte, fasste er den Entschluss, selber Zauberkünstler zu werden.
Da es zu jener Zeit in Polen praktisch keine Literatur über die Zauberkunst gab, musste Salvano seine Kunststücke selber entwickeln. Schon nach wenigen Jahren wurde er so einer der besten Zauberkünstler Polens und reiste mit einer abendfüllenden Show durchs Land. Da er immer wieder in die gleichen Theater verpflichtet wurde, musste er jedes Jahr eine völlig neue Show entwickeln. Als im sechsten Jahr eines Tages sein Gepäck nicht am Auftrittsort ankam, improvisierte er eine Vorstellung mit Alltagsgegenständen. Der Erfolg zeigte ihm, dass er auch ohne grosse Illusionen und Bühnenausstattung beim Publikum ankam.
Als er kurze Zeit später nach Jugoslawien engagiert wurde, entwickelte er während eines dreijährigen Engagements seine Manipulationsnummer mit Sektgläsern, mit der er dank seiner charismatischen Persönlichkeit international bekannt wurde.
Einen Namen machte er sich auch durch seine Seilroutine und die ausserordentlich geschickte Handhabung der Daumenspitze, mit der er selbst erfahrene Fachleute täuschte.

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Samson, Jorgen

1926-2002 (DK)

Jorgen Samson Produzierte eine grosse Anzahl von Tischchen und Blumen, die er unter seiner Kleidung verborgen hatte und füllte damit die ganze Bühne. Mit dieser Nummer gastierte er während vielen Jahren in den besten Varietés der ganzen Welt

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Sanlaville, André (Stéphane Sanlaville)
1924-2015 (F)

André Sanlaville erlernte erste Kartentricks von seinem Vater. Später studierte er klassische Kunststücke ein, wie etwa das Ringspiel und den Münzenfang, sowie Ballmanipulationen, Unterstützt wurde er dabei von Freddy Fah und Hardy. Zigarettenmanipulationen lernte er von Dany Ray. 1951 präsentierte er eine Telepathienummer mit seiner Frau. In den Fünfzigerjahren trat er in Hotels und Casinos auf. Er interessierte sich auch ausserordentlich für Parapsychologie und Okkultismus.
André Sanlaville war 1945 Mitbegründer des Clubs Amicale Robert-Houdin in Lyon. 1947 organisierte er eine erste Zaubergala, die in den Jahren 1948, 1949 und 1950 in immer grösseren Sälen erneut durchgeführt wurde, ab 1950 jährlich auch im Olympia in Paris. 1951-53 fand die Zaubergala "Festival Mondial de la Magie" im Stadttheater von Lyon statt. Danach wurde die Show bis 1962 in weiteren Städten in Frankreich gezeigt. Für das französische Publikum war das alle drei Jahre in allen grossen Städten Frankreichs gezeigte Festival Mondial de la Magie während Jahrzehnten das wichtigste magische Spektakel. ä
André Sanlaville hatte immer davon geträumt, mit den besten Zauberkünstlern seiner Zeit eine Tournee durch Frankreich und die ganze Welt zu organisieren. 1963 führte er mit seinem Festival Mondial de la Magie eine Tournee durch Deutschland durch, daraus ergab sich die Möglichkeit, mit der Show 1964 im mittleren Osten, auf den Philippinen, in Japan und Malaysia aufzutreten.
Anfang der Siebzigerjahre wurde das Festival aufgezeichnet und in der ganzen Welt im Fernsehen gezeigt. Sanlaville präsentierte die Show Festival Mondial de la Magie während rund 30 Jahren bis 1987 in rund 50 Ländern.
Zahlreiche Zauberkünstler wie Mac Ronay, Omar Pacha, Jean Régil, Gil et Blaise, O'Shan et Naga, Jean Merlin und viele weitere wurden dank Sanlaville in den Sechziger- und Siebzigerjahren bekannt. Er entdeckte und verpflichtete auch Siegfried et Roy, die danach im Lido engagiert wurden und durch die Vermittlung von Dominique nach las Vegas engagiert wurden.
Als Produzent magischer Shows leistete André Sanlaville einen ausserordentlichen Beitrag zur Entwicklung und der Verbreitung der Zauberkunst.
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Sardina, Maurice
1891-1977 (F)

Unter der Leitung von Maurice Sardina trafen sich 1947 482 Delegierte aus Frankreich, Belgien, Holland, England, Schweiz, USA und andern Ländern zu einem internationalen Kongress in Frankreich. Am Ende des Kongresses wurde der Grundstein zur FISM gelegt. Man bestellte einen Ausschuss, der beauftragt wurde, eine entsprechende Satzung zu erstellen. Sie sollte bei dem nächsten internationalen Kongress 1948 in der Schweiz vorgelegt werden.
1948 trafen sich in Lausanne 300 Zauberer aus insgesamt 16 Ländern. Dr. D’Hôtel wurde zum vorläufigen Präsidenten der FISM gewählt und Henk Vermeyden zum Generalsekretär.
Maurice Sardina‎ verfasste "‎La prestidigitation française en 1943‎" sowie "Shwomanship and Presentation" (1954), "Les Erreurs de Harry Houdini", in Englischer Sprache "Where Houdini was wrong" (1947), "La Magie du Sorcier" (1946), "Rezvanimagie" (1949).
Ausserdem übersetzte er mehrere Klassiker aus dem Englischen ins Französische:
"Lend me your pack" von Victor Farelli als "Avec un jeu emprunté" (1951),
"Expert Card Technique"" von Hugard und Braue als "La technique moderne aux cartes" (1955).
"The fine Art of Magic" von George G. Kaplan als "Les merveilles de la Prestidigitation" (1955), die
"Encyclopedia of cigarette tricks" von Keith Clark als "Encyclopédie des tours de cigarettes" (1958), und zusammen mit Bernard Bilis die "Encyclopedia of Card Tricks" von Jean Hugard als "Encyclopédie des tours de cartes" (1964).
Von 1945-1949 war er Chefredaktor der Zeitschrift Le Journal de la Prestidigitation.

Saxburger, Heinz

1930-2014 (DK)

Heinz Saxburger wurde als Sohn eines dänischen Bauern in einem kleinen Dorf in Nordschleswig (Sönderjylland) geboren. Das Interesse für die Zauberkunst wurde bei ihm bereits mit 10 Jahren geweckt, als er eine Vorstellung des Zauberkünstlers Solimann sah. Da ihm niemand half und er nicht wusste, dass es Zauberbücher gab, dachte er sich seine eigenen Tricks aus.
Nach seiner Ausbildung zum Landwirt diente er ab 1950 fünf Jahre in der königlichen Leibgarde in Kopenhagen.
1960 wandte er sich dem Beruf des Zauberkünstlers zu. Da er zunächst davon nicht leben konnte, arbeitete er gleichzeitig in einem Busterminal der Kopenhagener Strassenbahn.
Er stellte sich eine zwölfminütige Nummer zusammen, mit der er bis 1970 bei 20 internationalen Wettbewerben immer wieder erste Preise gewann: Er erschien aus einer Stichflamme in der Mitte der Bühne, führte Manipulationen mit lebenden Mäusen vor, wovon eine in eine Glühbirne wanderte; schliesslich verschwanden die Mäuse samt ihrem Glaskäfig. Danach holte er aus einer Glasbox 16 Bälle hervor, die er in eine Schachtel gab. Die Glasbox füllte sich erneut mit Bällen, aus der Schachtel holte er drei Vogelkäfige samt Vögeln hervor. Ein Holzrahmen wurde von beiden Seiten mit Papier bespannt. Aus dem Papier wurde ein halbes Dutzend gefüllte Biergläser hervorgeholt und im Publikum verteilt. Aus einer ebenfalls produzierten Fahne erschien eine Pyramide aus 82 Bierflaschen. Ein spielender Plattenspieler wurde mit einem Tuch bedeckt und in die Luft geworfen; herunter fiel ein gedeckter Tisch mit Champagner, Geburtstagskuchen und allem Zubehör. Eine Tonne, in die Saxburger während der ganzen Vorstellung aus einem unerschöpflichen Krug immer wieder Wasser hineingeleert hat, fällt auseinander und ein Blumenstrauss von 1.8 Meter Durchmesser kommt zum Vorschein.
Mit seiner Frau Bodil, die er 1958 geheiratet hatte und die immer nur hinter der Bühne mitarbeitete, sowie einem Dackel reiste er mit seiner Nummer während über 30 Jahren durch die Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen, Ungarn, Türkei, Syrien, die Tschechoslowakei, Norwegen, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Japan, und trat in Fernsehsendungen in Dänemark, Spanien, England, Ostdeutschland, Westdeutschland, Holland und der Tschechoslowakei auf.

Biografie: Der Zauberer mit den weissen Mäusen. Heinz Saxburger. Zauberbuch-Verlag, Stuttgart, 2005.
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Scadelli, Otto (Otto Letizky)

1887-1952 (A)

Otto Scadelli führte die Tradition des Kratky-Baschik-Theaters in Wien weiter. In einem Zaubertheater im Prater trat er als Zauberkünstler und Bauchredner auf. Viele Grosse der Zauberkunst waren bei dem in ganz Wien bekannten und geschätzten Künstler zu Gast. Zusammen mit Fritz Mertens verfasste er das Buch "Zaubern. Magische Spezialitäten aus Wien" (1955).

Scarne, John, (Orlando Carmelo Scarnecchia)

1903-1985 (USA)

John Sacarne war anerkannter Experte des Falschspiels. Er publizierte über ein halbes Dutzend Bücher zum Thema Spiele und Falschspiel. Seine Leidenschaft war die Vorführung von Kartenkunststücken. Wurde 1938 als einer der 10 lebenden Card Stars gewählt (neben u.a. Leipzig, Rosini, Cardini, Vernon). Wurde 1940 Mitglied des New Yorker "Inner Circle".

Schaffer, Steno

1903-1987 (Österreich-Ungarn)

In Triest geboren begann sich Steno Schaffer mit zwölf Jahren für die Zauberkunst zu interessieren, nachdem ihn ein Onkel aus Wien zu einer Vorstellung von Fregoli mitgenommen hatte.
In Wien lernte er auch Ottokar Fischer kennen und kaufte bei ihm seine ersten Tricks. Während seines Studium der Physik und Psychologie trat die Zauberkunst vorübergehend in den Hintergrund. Danach entschloss er sich jedoch, den Beruf des Zauberkünstlers zu ergreifen.
Er begann eine längere Tournee durch Deutschland mit einem Auftritt im Wintergarten in Berlin. 1935 trat er im Palladium in London und während sieben Wochen im Alhambra in Paris auf. Danach bereiste er mit grossem Erfolg den Mittleren Orient, Ägypten und Kenya.
Schaffer sprach fünf Sprachen und dank seiner kultivierten Art, seiner charismatischen Erscheinung und sympathischen Vornehmheit wurde ihm während mehr als dreissig Jahren überall ein warmer Empfang bereitet.
1957 wurde er zum Ehrenpräsidenten des Circolo Magico Italiano ernannt, dem er 1954 beigetreten war.

Schenk, Bruno

1857-1932 (D)

Bruno Schenk wurde als Sohn eines Fabrikbesitzers in Breslau geboren. Schon als Schüler interessierte er sich für die Zauberkunst. Als Kaufmann beschäftigte er sich in seiner Freizeit mit der Zauberei und besuchte Vorstellungen von Zauberkünstlern wie Professor Herrmann, Ernst Basch und Bellachini.
Nach grossem Erfolg als Zauberkünstler bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung beschloss er, Berufskünstler zu werden. Nach 120 erfolgreichen Vorstellungen in Berlin errichtete er ein Reise-Zaubertheater mit 1'900 Plätzen, mit eigenem Orchester und einem Ballet mit 30 Tänzerinnen.
Seine Gastspiele mit prunkvoller Ausstattung waren in Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn und Rumänien, wo er zum königlichen Hofkünstler ernannt wurde, eine Sensation.

Schukewitsch, Ewgenij Iwanowitsch

1900–1949 (RUS)

Während des II. Weltkrieges wurde bei der Frontbetreuung ein ausserordentlich talentierter Manipulator populär. Er betrat die Bühne mit leeren Händen. Alle Requisiten waren in seinen Taschen. Im Laufe der Darbietung erschienen riesige Blumensträusse, Tücher, Bälle, Zigaretten.
Die Zuschauer waren verblüfft darüber und rätselten woher er all das nahm.
Plötzlich rollten zwei Dutzend Münzen aus dem Ärmel und fielen klimpernd auf den Boden. Die Zuschauer dachten, dass die Vorstellung schief gehe. Schukewitsch zauberte jedoch aus der Luft noch mehr als fünf Dutzend Münzen, mit denen er hervorragend manipulierte.
Danach verschwanden alle Requisiten blitzartig genauso geheimnisvoll, wie sie erschienen waren, und der Zauberkünstler verlies die Bühne wieder mit leeren Händen.

Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg

Eddy Schuyer (Elkan Schuijer)

1913-1999 (NL)

Eddy Schuyer war eines von sechs Kindern von Hartog Schuijer und Hessie de la Penha. Seine jüdischen Eltern und vier Brüder wurden im Krieg getötet. Nur Eddy und seine Schwester Hendrika Egberts Schuijer überlebten den Krieg.
Nachdem er mit acht oder neun Jahren in Den Haag eine Zaubervorstellung gesehen hatte, versuchte er, die gesehenen Kunststücke nachzumachen. Da es zu dieser Zeit kaum Fachliteratur oder Zaubergeschäfte gab und er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, war er dabei ganz auf sich selber angewiesen. Mit etwa 16 hatte er seinen ersten bezahlten Auftritt. Im Militärdienst bei der Marine bewies er sein Talent als Zauberkünstler.
1950 erreichte er mit einer Unterwassernummer anlässlich der Eröffnung des neuen Hafens in Amsterdam grosse Publizität. In einem grossen Behälter mit einer Glasfront nahm er unter Wasser eine Mahlzeit zu sich, trank ein Glas Milch und rauchte Zigaretten.
Als das Fernsehen aufkam und viele Varietés geschlossen wurden, suchte Eddy Auftrittsmöglichkeiten im Ausland. Zunächst mit seiner Frau Babs, später auch mit seinen zwei Kindern Sylvia und Jos, zog er während 17 Jahren in einem Wohnwagen durch Europa und trat in Cabarets und Nachtclubs auf. Er lebte mit seiner Familie lange Zeit in der Schweiz. Im Jahr 1980 kehrte er in die Niederlande zurück.
1994 wurde er von der Hollandse Magische Unie für seine Leistungen für die niederländische Zauberkunst ausgezeichnet. Er trainierte Christian Farla für die niederländische Meisterschaft der Zauberkunst im Jahr 1993 und brachte ihn zum Kongress von The Magic Hands nach Deutschland
Eddy Schuyer starb Ende 1999 nach kurzer Krankheit im Alter von fast 86 im Krankenhaus.
Seine Tochter Sylvia erlernte sechs Sprachen und trat später selber als erfolgreiche Moderatorin und Zauberkünstlerin auf.

Schwarz, Sam

1911-2008 (USA)

Sam Schwarz, von Beruf Firmenanwalt, begann erst mit 41 Jahren zu zaubern. Ein Jahr nachdem er einen Anfängerkurs belegt hatte, begann er selber Anfänger zu unterrichten. Samstags besuchte er regelmässig Tannens Zaubergeschäft, wo er Ed Balducci kennenlernte. Bei privaten Treffen bei Ed Balducci traf er Dai Vernon, Sam Horowitz, Slydini, Ken Krenzel, Connie Bush, Al Goshman, Cardini, Henry Christ, Gene Elmo, Herb Zarrow und Harry Lorayne.
Sam Schwarz war ein Erfinder, der mit seinen Kreationen auch bestandene Zauberkünstler täuschte. Zu seinen bekanntesten Erfindungen, die zur Weiterentwicklung der Zauberkunst beitrugen, gehören Backflip (eine Art Twisting the Aces, bei dem die Karten zweimal die Rückseitenfarbe wechseln; ursprünglich 1973 in Epilogue publiziert), Incredi Box (eine modifizierte Okito Box, die ab 1969 in den Handel kam) und Astrology: The Hidden Force (ein Buchtest mit einem Astrologiebuch, 1983).
Er veröffentlichte über 100 Kunststücke in Pallbearer's Review, Tops, M-U-M, Swami und Linking Ring. In "Play It Again, Sam" (1977) und "Sam's" (2003) wurden seine besten Kunststücke veröffentlicht.
Sam Schwarz engagierte sich auch als Präsident eines IBM-Ringes und territorialer Vizepräsident der IBM und hatte verschiedene Ämter in der S.A.M. inne. Während über 25 Jahren leitete er die Close-up Shows an den jährlichen Tannen's Jubilees. In seiner Kanzlei hielten verschiedene Gruppen ihre Treffen ab, so auch eine Gruppe von Mentalisten, die Mystic 13.

Scott, Reginald,

1538-1590 (GB)

Reginald Scott verfasste eines der ersten Zauberbücher "Discoverie of Witchcraft" (1584), mit der Absicht, die Hexenverfolgung zu bekämpfen und darzulegen, dass Zauberkünstler bei ihren Tricks nicht mit dem Teufel im Bunde standen.
Ebenfalls 1584 erschien in Frankreich ein Buch von J. Prevost (s. dort).

Seabrooke, Terry

1932-2011 (GB)

Terry Seabrooke lernte mit 12 von Freunden zaubern. Von Beruf war er zunächst Bankangestellter und Versicherungsvertreter, bevor er ab 1974 professioneller komischer Zauberkünstler wurde und die ganze Welt bereiste. Am bekanntesten war seine Routine mit dem verbrannten und wiederhergestellten Geldschein.
Sieben Mal wurde Terry Seabrooke für eine Royal Command Show verpflichtet. Er trat in Europa, Afrika, im mittleren Osten, in Australien und Neuseeland auf und machte unzählige Tourneen durch Amerika. Ausserdem trat er in zwei Fernsehserien der BBC und als Gast in insgesamt über 100 Fernsehsendungen in England und andern Ländern auf.
Terry Seabrooke wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen: Visiting Magician of the Year der Academy of Magical Arts (1981), der Magic Circle Carlton Comedy Award (1996); im gleichen Jahr wurde er in die Hall of Fame der SAM aufgenommen. 2004 wurde ihm der Masters Fellowship, die höchste Auszeichnung der Academy of Magical Arts, verliehen. Vom Magic Circle erhielt er 2009 den Maskelyne Award für seine Verdienste auf dem Gebiet der Zauberkunst.
Er verfasste "Seabrooke's Book: Around the World With a Baking Tin" (1987), "American Lecture" (1975), "A Professional Idiot" (1981), "Beyond Compere" (1993) und veröffentlichte während 20 Jahren Artikel in MUM, wofür er den Leslie Guest Award of Excellence erhielt, in Abra, Magic Circular, Budget, Genii, Linking Ring und Mantra.
2011 starb er nach einem langen Kampf gegen Darmkrebs.
Biografie: Seabrooke, T. Seabrooke's Book: Around the World With a Baking Tin, Magical Publications, Pasadena, 1986.

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Searles, Lin (Lynn Searles)

1914-1972 (USA)

Lynn Searles lernte mit 15 Jahren zaubern und wurde halbprofessioneller Zauberkünstler. Von Beruf war er Schriftsteller und schrieb Westernromane. Einige Jahre arbeitete er bei Owen Magic.
Lynn Searles verfasste "Card Expert" (1938), und "Lucky Aces". Er publizierte Kunststücke in The Sphinx, New Jinx, Almanac und Pallbearer's Review. Ende der Fünfzigerjahre erfand er das Kartenkunststück "Cannibal Cards".
Bei einem Raubüberfall in seinem Zaubergeschäft Magic Wand wurde er angeschossen und verstarb an den Folgen des Überfalls.

Seemann, Professor (Hartwig Seemann)

1833-1886 (S)

Hartwig Seemann war der Sohn eines hochrangigen Offiziers der Schwedischen Armee. Seine Eltern starben beide als er erst 10 Jahre alt war. Bereits in seiner Jugend interessierte er sich für mechanische Geräte und Okkulte Phänomene, und erlernte Handfertigkeitskunststücke, mit denen er seine Freunde verblüffte.
Mit 23 trat Seemann als Schauspieler in Berlin auf und wandte sich dann der Zauberkunst zu. 1860 begann er seine berufliche Karriere als Zauberkünstler und trat zunächst in Deutschland, dann in Norwegen und Schweden auf, danach in Ägypten, Russland, England, Südafrika, Indien und den USA.
Schon zu Beginn seiner Karriere führte er die Sphinx-Illusion (den sprechenden Kopf ohne Körper) vor. Nach seiner Rückkehr aus Indien entwickelte er eine Schwebeillusion, die er sich sogar in den USA patentieren liess. Während seiner letzten Tournee durch Amerika verstarb er 1886 infolge einer Lungenentzündung in Texas.
Biografie: Burlingame, H. J. Around the World with a Magician and a Juggler. Original Edition: Clyde Publishing Co. Chicago, 1891; new edition: Magico, New York, New York, 2009

Selbit, P. T. (Percy Thomas Tibbles)

1881-1938 (GB)

Bereits mit 18 Jahren verfasste Selbit "The Magician's Handbook", fünf Jahre später "The Magical Entertainer und ein Jahr darauf "The Magic Art of Entertaining". Mit 19 wurde er professioneller Zauberkünstler und trat zunächst unter dem Namen Joad Heteb, "Wizard of the Sphinx" in Varieté- Theatern und in der St. Georges Hall in London auf.
1910-1913  und erneut 1921 und 1924 bereiste er Amerika.
Selbit war der Erfinder vieler Illusionen wie "The Mighty Cheese", "Walking through a Brick Wall", "Leah, Maid o' Mist". Seine berühmteste Illusion war die Originalfassung der "Zersägten Jungfrau" mit nur einer Person, die er 1921 in London vorführte.

Setterington, Thomas Arthur

1924-2006 (GB)

Arthur Setteringtons Interesse an der Zauberkunst wurde bereits mit vier Jahren geweckt. Als er sieben war, erhielt er einen Zauberkasten. Nach der Schule nahm er verschiedene Aushilfsjobs an und arbeitete bis 1944 in einer Zinnmine. 1945 trat er dem Hull's Magic Circle bei und gab seine erste professionelle Vorstellung. 1949 gewann er an der British Ring Convention den Preis für Originalität, 1953 als erster den Hull Circle Connolly Shield für Bühnenmagie. Im gleichen Jahr heiratete er Elsie Kirby, die ihm fortan als Assistentin zur Seite stand.
Mit Zaubervorstellungen sowie auch als Bauchredner und mit einem Kasperltheater hatten sie unzählige Auftritte, an speziellen Feiertagen bis zu 6 Shows am Tag.
Beginnend in 1947 publizierte Arthur Setterington über tausend Kunststücke in Zauberzeitschriften. Er war der Erfinder der sich durchdringenden Gummiringe (crazy man's handcuffs) und vieler anderer Kunststücke, für die er mehrere Preise für Originalität erhielt. Einige seiner zahlreichen Publikationen waren "Off Beat Mentalism" (1975), "Joe Smith Mysteries", "Straight Line Mysteries", "Magic, Fun and Games", "The Book of Magic" (1986, mit Eddie Dawes), "Encyclopedia of Magic (1989, mit Eddie Dawes), "The Life and Times of the Great Lafayette" (1991),"Making Magic (1992, mit Eddie Dawes). Seine zwei Bücher über Mentalmagie, "The Power of Persuasion" und "The Power of Perception", die ihrer Zeit weit voraus waren, wurden nach mehr als dreissig Jahren in einer erweiterten Auflage von Paul Hallas unter dem Titel "Arthur Setterington's Strange Powers" neu herausgegeben.
1958 wurde Arthur Setterington Laienprediger der Methodisten und widmete den grössten Teil seines Lebens der Arbeit für die Kirche, insbesondere als Sonntagsschullehrer und Jugendgruppenlehrer.
1960 und 1968 gewann er an der British Ring Convention die Zina Bennet Trophäe für Close-up Magie.
Arthur Setterington gab in ganz England und Irland viele Seminare und hielt Vorträge über die Zauberkunst vor Laien.
Arthurs Interesse an der Förderung junger Zauberkünstler und seine Grosszügigkeit waren massgeblich dafür verantwortlich, dass aus der Humberside Young Magician's Group viele erfolgreiche professionelle Zauberkünstler hervorgingen.
Arthur Setterington war Mitglied des Inner Magic Circle. 2003 wurde ihm vom Magic Circle der J. N. Maskelyne Award verliehen. Bis an sein Lebensende erdachte er neue Kunststücke, gab Seminare und arbeitete in der Young Magician's Group mit.

Sharpe, Alton

1921-2004 (USA)

Alton Sharpe lernte bereis mit 5 Jahren seine ersten Zaubertricks von einem Onkel. Mit 16 trat er in die Militärakademie in Denver ein. In dieser Zeit erarbeitete er sein erstes Nachtclub-Programm, mit dem er mit 18 Jahren in Hotels und Theatern auftrat.
William Larsen, Herausgeber der Zeitschrift Genii, machte ihn mit vielen Zauberkünstlern und Hollywoodstars bekannt. Während des zweiten Weltkrieges trat Sharpe für die amerikanischen Truppen in Amerika und Europa auf.
Ab 1945 trat er in London, Paris und San Remo auf, 1951 kehrte er nach Amerika zurück und machte seinen Abschluss als Anwalt.
Sharpe reiste mit kleinem Gepäck, seine Nummer umfasste den Münzenfang, einen Kartensteiger, das Ringspiel, Karten-, Münzen- und Billardballmanipulationen und zum Abschluss den verschwindenden Vogelkäfig.
1952 kaufte er das Zaubergeschäft von Joe Berg, das er 1957 an Clarke Crandall verkaufte.
Zu Beginn der Sechzigerjahren wurde Sharpe als Anwalt engagiert, um die Korruption in den Künstlervereinigungen zu bekämpfen. Da er während dieser Zeit nicht auftreten durfte, suchte er eine andere Beschäftigung zum Ausgleich und verfasste das Buch "Expert Hocus Pocus". Nach der Beendigung seines Auftrages wurde er Partner in einer Chicagoer Anwaltsfirma, dies sich mit Arbeitsrechtsfragen bei führenden Fluglinien wie TWA und American Airlines befasste.
1968 publizierte er "Expert Card Conjuring", 1969 Expert Card Mysteries" und 1971 "Expert Card Chicanery", drei Bücher, in denen Kunststücke und Techniken der zeitgenössischen Meister der Kartenkunst beschrieben wurden.
1980 zog sich Sharpe aus dem Berufsleben als Anwalt zurück und zog mit seiner Frau nach Kalifornien, wo er sich ein Haus kaufte, in das er ein kleines Theater mit einer Bühne einbaute. Ab 1983 gab er die Sammlerzeitschrift Ollapodrida heraus. 1991, nach einem Einbruch in sein Haus, zog Sharpe in eine ruhigere Gegend um.
2004 verstarb er an einer Gehirnblutung.

Sharpe, Samuel Henry

1902-1992 (GB)

Samuel Henry Sharpe war der Sohn eines Juweliers und Uhrenmachers. mit acht Jahren wurde er durch eine Kindervorstellung von Besoni inspiriert und lernte seine ersten Kunststücke aus einem Zauberkasten. Von Beruf Geflügelfarmer und Imker machte sich Sharpe als Historiker und Theoretiker der Zauberkunst einen Namen.
1921 war er Mitbegründer der Hull and East Riding Magicians' Society und ab 1974 Ehren-Vizepräsident deren Nachfolgeorganisation, des Hull Magicians' Circle.
1936 wurde er zum Mitglied des Inner Magic Circle ernannt, 1983 erhielt er den Literary Fellowship der AMA.
Sharpe übersetzte Hofzinser und Ponsin auf englisch und verfasste "Neo Magic" (1932), "Conjured Up" (1935), "Good Conjuring, Great Magic" (alle drei zusammen 1938 als Nachdruck unter dem Titel "Magic Artistry" erschienen), "The Magic Play" (1976), "Oriental Conjuring and Magic" (1981, mit Will Ayling), "Salutations to Robert-Houdin" (1983), "Words on Wonder" (1984), "Conjurers' Optical Secrets" (1985), "Conjurers' Psychological Secrets" (1988), "Devant's Delightful Delusions" (1990), "Conjurer's Hydraulic & Pneumatic Secrets" (1990), "Conjurer's Mechanical Secrets" (1991). Ausserdem verfasste Sharpe über 200 Artikel in Sphinx, Magic Circular, Linking Ring, Midget Magician, usw.

Shaw, Allan (Alfred John Crankshaw)
1875-1953 (CAN)

Allan Shaw wurde in Hamilton in Ontario geboren. Sein Vater war wolhabend, als Allan 10 Jahre alt war, verlor sein Vater jedoch sein ganzes Vermögen. Mit 12 Jahren arbeitete Allan als Zeitungsverkäufer. In den 1890er-Jahren zog er nach Kansas City, wo er als Hotelangestellter arbeitete. Während dieser Zeit entwickelte er seine Fähigkeiten als Münzenmanipulator. Nachdem er Imro Fox am Empfang des Hotels mit einem Münzenverschwinden getäuscht hatte, sagte dieser ihm eine Zukunft als Zauberkünstler voraus. Ein Jahr später - 1895 - stand Allan Shaw in einem Theater in New York City zum ersten Mal in seinem Leben auf einer Bühne. Von da an erhielt er Engagements in vielen Grossstadttheatern in den USA.
Allan Shaw stand Nelson Downs in nichts nach, und erzielte ebenso grossen Erfolg mit dem Münzenfang wie dieser. Er war keine Imitation von Downs, sondern ein meisterhafter Manipulator mit eigener charmanter Persönlichkeit, eine distinguierte Erscheinung, die auf und neben er Bühne stets makellos angezogen war. Seine Manipulationen, die zum Teil unmöglich erschienen, beruhten teilweise auf cleveren Trickprinzipien. So nutzte er beim Münzenfang mit Goldmünzen das Prinzip des schwarzen Theaters, indem er Münzen verwendete, die auf einer Seite schwarz gefärbt waren; oder wenn er mit absolut leeren Händen eine Münze aus seinem Schuh produzierte, holte er die Münze tatsächlich aus einem Schlitz im Schuh.
1898 trat Allan Shaw in vielen europäischen Theatern auf, unter anderem im Wintergarten in Berlin, im Palace Theatre in London und im Alhambra in Paris. Danach trat er während anderthalb Jahren in Australien, anschliessend ein Jahr in Südafrika auf.
1902 heiratete er und hatte 1903 eine Tochter, die in Südafrika starb, 1904 wurde sein Sohn John in New York City geboren.
Allan Shaws grosser Erfolg hielt bis 1936 an. In diesem Jahr war er infolge fortschreitender Arthritis in den Fingern gezwungen, seine rund 30 Jahre dauernde Karriere zu beenden.
1937 zog er nach Sydney, wo er mit 78 starb.

Shaxon, Alan (Alan Howson)

1933-2012 (GB)

Als der Sohn eines Anwalts mit acht Jahren wegen Masern während zwei Wochen zu Hause bleiben musste, las Alan Shaxon C. Lang Neils "Modern Conjurer". Von da an verschlang er weitere Bücher über die Zauberkunst und besuchte Davenports in London wann immer er konnte.
Mit elf Jahren trat er anlässlich einer Veranstaltung der Pfadfinder erstmals öffentlich auf. Er lernte Ernest Noakes, einen der Gründer des Magic Circle kennen, der ihn viele Kunststücke lehrte. Im Sommer besuchte er jeweils alle Vorstellungen von Zauberkünstlern in den Küstenstädten und sah dabei in den Vierzigerjahren Vorstellungen von Murray und Levante.
Mit 16 Jahren begann er eine Ausbildung zum Juristen, wechselte aber bald zu einer Bank. Mit 18 wurde er in die Royal Air Force einberufen, wo er viele Zaubervorstellungen für die Truppen in Ägypten gab.
Nach dem Militärdienst arbeitete er weiter in der Bank und besuchte verschiedene magische Clubs, die zu jener Zeit in London aus dem Boden schossen. Shaxon hatte immer häufiger Auftritte in Hotels, an Banketten und bei Geburtstagsparties. Er versuchte, sich von anderen Zauberkünstlern abzuheben und Kunststücke zu finden, die andere nicht vorführten.
Zu den Kunststücken, mit denen er bekannt wurde, gehörten u. A. der "menschliche Gasometer", der Fischfang aus der Luft, die Daumenfesselung, und das hydrostatische Glas. 1958 trat er mit seiner Frau Anne in der David Nixon Show im Fernsehen vor etwa 18 Millionen Zuschauern auf. Danach machten Sie die Zauberkunst zu ihrem Beruf.
Alan Shaxon trat in über 50 Fernsehshows in England, Schweden, Holland, Australien und den USA auf. Anfang der Sechzigerjahre wurden Shaxon, seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall verletzt und mussten drei Monate pausieren. In dieser Zeit schrieb er eine Serie von Artikeln für die wöchentlich erscheinende Zeitschrift Abracadabra.
1970 erschien sein erstes Buch "My Kind of Magic", 1975 "Practical Sorcery". Shaxon arbeitete häufig auf Kreuzfahrtschiffen, allein oder mit seiner Frau.
Ab 1960 besuchte er regelmässig Amerika, gab Seminare und arbeitete im Magic Castle.

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Siems, John, 1883-1957 (DK)


John Siems manipulierte mit Karten, Bällen und Münzen zu Mozarts Kleiner Nachtmusik. 
Er bereiste Deutschland, Frankreich, England, Brasilien, Österreich, Belgien. 
1930 ging er in die USA, wo er eine Gaststätte eröffnete. 
1953  trat er noch einmal als Zauberkünstler in Erscheinung. 
Als 70-Jähriger trat er als Clown im Zirkus auf. 

Simon, Bill, 1927-1988 (USA)


Bill Simon, von Beruf Geschäftsmann, war Hockey-Fan, Golfspieler und Amateurkartenkünstler.
1955 wurde er auf den zweiten Platz unter den 10 Living Card Stars gewählt.
Bill Simon verfasste "Controlled Miracles" (1949), "Effective Card Magic" (1952), "Sleightly Sensational" (1954), "Mathematical Magic" (1964) und veröffentlichte Kunststücke in Phoenix, New Phoenix, Hugard's Magic Monthly, Ibidem, The Gen und Magic.

Simonoff, Looy Joseph

1928-2011 (USA)

Looy Simonoff war Mathematikprofessor an der Universität Nevada in Las Vegas. Er erfand zahlreiche Bühnen- und Close-up-Kunststücke, die von Doug Henning, Lance Burton, MacKing, Dan und Dave Buck und Lee Asher im Fernsehen vorgeführt wurden.
Kunststücke von ihm wurden in Apocalypse und in Büchern von Harry Lorayne, Stephen Minch, Allan Ackerman und Paul Harris veröffentlicht.

Simwolokow, Ilja Kallistratowitsch

1918 - 1990 (RUS)

Simwolokow zeigte eine Manipulationsdarbietung, z. B. mit bunten Lichterketten im abgedunkelten Zirkus. Sein Sensationstrick war das „Wassermärchen“, das er aus der Nummer von Ten-Ichi weiterentwickelte: Eimer, die Clowns bringen, füllt er mit Wasser aus einer leeren Schachtel. Schalen mit Wasser werden in die Luft geworfen und verschwinden. Aus der Luft lässt er 8 große Schalen erscheinen, die er seinen Assistenten übergibt. Aus jeder dieser Schalen in den Händen der Assistentinnen spritzt eine Fontäne bis in die Zirkuskuppel. Für diese Darbietung erhielt er den „Goldenen Zauberstab" in Dänemark.

Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg.

Singh, Linga (Amar Nath Dutt)

1884-1937 (Indien)

Linga Singh war der Sohn eines Arztes aus Lahore. Er studierte Medizin in
Edinburgh und zog danach in die USA. Ab 1905 trat er unter den Namen "Ram Bhuj" und "Ishmael" als Zauberkünstler auf. Ab 1910 zeigte er eine orientalische Nummer, in der er unter anderem den verbrannten und wiederhergestellten Turban, das Erscheinen eines Mädchens aus seiner leer gezeigten Kiste mit Papierwänden, das Verschwinden des Mädchens und dessen Wiedererscheinen in einer Kombination aus Sänfte und Rikscha, verschiedene Kostümwechsel und die Kremationsillusion vorführte.
Ab 1920 trat er als "Linga Singh, the Indian Fakir" und Linga Singh, the Mysterious Hindu" auf, unter anderem 1911 im Coliseum, 1920 und 1921 in der St. George's hall in London, 1924 im Empire in Paris, 1926 im Wintergarten in Berlin, 1931 im Casino in Buenos Aires, 1937 im Trocadero in London auf.
Nach seinem Tod in London, als Folge einer Lungenentzündung, wurden auf seinen Wunsch hin all seine Requisiten verbrannt.

Skinner, Michael

1947-1998 (USA)

Michael Skinner war ein erstklassiger Close-up-Zauberkünstler mit schier unerschöpflichem Repertoire. So arbeitete er im Magic Castle während zwei Wochen vier mal pro Abend, ohne je ein Kunststück mehr als einmal vorzuführen!
Mit 17 begann er aus Büchern zu lernen, lernte dann bei Eddie Fechter und ab 1967 bei Dai Vernon und Larry Jennings.
Ab 1976 war er Resident Magician im Golden Nugget in Las Vegas.

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Slydini (Quintino Marucci)

1901-1991 (I)

Slydini wanderte als Kind nach Argentinien aus, wo er bei einem Onkel aufwuchs. Fasziniert von der Zauberkunst versuchte er autodidaktisch Effekte nachzumachen, die er gesehen hatte. Dabei entwickelte er viele persönliche Lösungen und begann Techniken der Ablenkung zu entwickeln, für die er später berühmt wurde.
1930 ging er in die USA, wo er zunächst unter dem Namen Tony Foolem in einem Torero-Kostüm als Bühnenmagier auftrat. Dabei führte er unter anderem das Ringspiel vor. Später gab ihm sein Manager den Namen Slydini.
Slydini begann in vielen Privatclubs und wichtigen Anlässen aufzutreten und sich auf die Close-up-Zauberei zu spezialisieren. Ein Jahr nachdem er nach New York gezogen und an einem Kongress in Atlantic City ein Seminar über Close-up-Zauberei gegeben hatte, eröffnete Slydini, der nun als Close-up-Experte bekannt war sein Studio of Magic.
In den folgenden Jahren ging er auf Seminartournee und die ersten Bücher über seine Close-up-Zauberei erschienen. Seine bis ins letzte Detail einstudierten Bewegungen und die dadurch erzielte Misdirection machten viele seiner Kunststücke zu weltberühmten Klassikern (z.B. die zerrissene und wiederhergestellte Zigarette, Paper Ballls over the Head, Münzen durch den Tisch, die verknoteten Tücher). Seine wichtigsten Kunststücke wurden in folgenden Büchern beschrieben: "The Magic of Slydini" (Lewis Ganson, 1960), "Slydini Encores" (Leon Nathanson, 1966), "The Best of Slydini and More" (Karl Fulves, 1976), "The Magical World of Slydini" (Karl Fulves, 1979).

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Sorcar (Protul Chandra Sarcar)

1913-1971 (Indien)

Sorcar war erster Präsident des All India Magic Circle. Er feierte als Illusionist grösste Erfolge. Er wurde von amerikanischen Journalisten Ende der 50er-Jahre als "The World's Greatest Magician" bezeichnet.
Er bereiste mit seiner Show "Ind-Dra-Jal" Amerika, England, Frankreich, Belgien, Afrika, Ägypten, Iran, Libanon, Indien, Australien, Neuseeland, Rangoon, Singapur, Japan, Russland (1962).
2010 wurde in Indien zu Ehren von P.C. Sorcar eine Briefmarke herausgegeben.

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Spadoni, Marion (Marinka Paula Carola Krause)

1905-1998 (D)

Als Tochter von Zirkusartisten - ihre Mutter war Kunst- und Dessurreiterin, ihr Vater Kraftjongleur, der nach einer Kriegsverletzung eine international renommierte Künstleragentur leitete - war Marion Spadoni Kunstreiterin, Tänzerin und Zauberkünstlerin.
Im zweiten Weltkrieg trat sie im Rahmen der Frontbetreuung bei Veranstaltungen der deutsche Wehrmacht für die Truppen auf.
1945 wurde sie Direktorin des "Palast der 3000", der am Ort des im Krieg zerstörten Markthallenzirkus Am Zirkus 1 am Spreeufer erbaut wurde. Dank der Vermittlung von Artisten durch ihren Vater wurde das Theater zu einem grossen Erfolg.
Ende 1945 hatte es 180 Mitarbeiter und ein mit 36 Personen besetztes Orchester.
1947 wurde Marion Spadoni die Lizenz entzogen; offizielle Begründung waren ihre Auftritte während der Nazizeit, die jedoch schon immer bekannt gewesen waren.
1949 wurde das umgebaute Theater als Friedrichstadtpalast eröffnet, der 1980 wegen irreparablen Bauschäden geschlossen und fünf Jahre später abgerissen wurde.
Marion Spadoni ging nach Köln, wo sie ohne Erfolg versuchte, ein neues Varieté-Theater aufzubauen. Danach zog sie zu ihrer Schwester nach Rom, wo sie im Immobiliengeschäft tätig war.
Mit fast 80 Jahren kehrte sie nach Berlin zurück.

Spina, Joanie

1953-2014 (USA)

Joanaie Spina war Tänzerin, Zauberkünstlerin und Choreografin. Im Alter von 32 Jahren wurde sie von Coperfield als Tänzerin engagiert und arbeitete während 11 Jahren für ihn. Sie brachte Drama, Leidenschaft und Choreographie in Copperfields Shows. Bei zehn seiner elf Feernsehshows war sie für die Choreographie verantwortlich.
Danach trat Joanie Spina während mehreren Jahren mit einer eigenen Show auf, die sie unter anderem in Las Vegas, Lake Tahoe, Atlantic City und auf den Bahamas zeigte.
Ab 2000 trat sie nicht mehr selber auf, sondern konzentrierte sich auf Regieführung. Sie gabe eine DVD mit dem Titel "Get your Act Together" herauzs und arbeitete unter anderem für Kalin & Jinger, Princess Tenko, Tim Kole, Melinda Saxe, Jeff Hobson, Juliana Chen, The Spnecers, Dirk Arthur und Lawrende & Priscilla.
Sie schrieb eine Kolumne für die Zeitschrift MAGIC, in der sie an konkreten Beispielen darlegte, wie Zauberkünstler ihre Shows durch passende Inszenierung und Choreografie verbessern konnten. Ausserdem gab sie viele Seminare und veranstaltete Workshops.
Joanie Spina starb im Alter von 61 Jahren bevor eine erforderlich gewordene Lungentransplantation ausgeführt werden konnte.
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Stanyon, Ellis

1870-1951 (GB)

Im Alter von 12 Jahren sah Ellis Stanyon bei einer Vorführung eines Zauberkünstlers in der Schule die Durchdringung eines Würfels durch einen Hut, fand eine Lösung dafür und machte das Kunststück nach. Danach lernte er aus Hoffmanns Modern Magic. 1895 führte er auf der Bühne eine Papierfalte-Nummer vor.
Ab 1900 publizierte er Magic, eine monatliche Zauberzeitschrift, von der - mit einem Unterbruch zwischen 1914 -18 während des Krieges - bis 1920 177 Ausgaben erschienen.
Ellis Stanyon war auch ein bekannter Händler, der bemüht war, die Kunst der Handfertigkeit zu fördern. Er verfasste unter anderem "Magic" (1901), "Bibliography of Conjuring and Kindred Arts" (1899), "Conjuring for Amateurs and Professionals" (1897), "Conjuring with Cards" (1898), "Hand Shadows" (1898), "Flashes of Fun" (1897), "Paper-Folding" (1895), "New Coin Tricks" (1899), "Fire And Chemical Magic" (3 series, from 1906- 1909), "Great Handcuff Tricks, Great Paper & String Tricks" (1904), "New Billiard Ball Sleights" (1904), "New Handkerchief Tricks" (1900), "New Card Tricks" (in Four Series, from 1900 - 1910).

Stebbins, Si (William Henry Coffrin)

1867-1950 (USA)

Si Stebbins war der Sohn eines Fotografen. Mit 17 trat er unter dem Namen Prince Vino, dann William Vino zunächst als Akrobat im Zirkus auf. 1898 nahm er den Namen Si Stebbins an und wurde Anfang 1900 Kartenmanipulator.
Sein Name ist heute vor allem noch in Verbindung mit dem "Kartenlegesystem nach Si Stebbins" bekannt.

Steele, "Rufus" (William Francis Steele)

1881-1955 (USA)

Rufus Steeles Interesse für die Zauberkunst wurde um 1900 durch eine private Vorstellung von Dr. Elliott geweckt. Er ging verschiedenen Berufen nach und übte die Zauberkunst als Amateur aus. 1940 wurde er in den New Yorker "Inner Circle" gewählt
Zu seinen Veröffentlichungen zählen "Card Tricks You Will Do" (1928), "Card Tricks that are Easy to Learn" (1935), "50 Tricks that You Can Do" (1946), "52 Amazing Card Tricks (1949), "Paul Rosini's Magical Gems (1950), "The Last Word on Cards (1950).
Als Ebooks erschienen "50 Tricks", "52 Amazing Card Tricks", "Card Tricks", "Paul Rosini's Magical Gems", "The Last Word on Cards".
1955 starb Rufus Steele in Chicago.

Steen, Charles N.
1842- (Österreich-Ungarn)

Charles Steen wurde als einziger Sohn eines böhmischden Zauberkünstlers in Prag geboren. Seine Mutter war Amerikanerin. Als Charles 3 Jahre alt war, zog die Familie nach Amerika.
Charles Steen und seine Frau Martha traten mit grossem Erfolg vor bis zu 12'000 Zuschauern in grossen Theatern in den USA, Australien, Neuseeland und Europa auf. Charles Steen erklärte die bei der Demonstration angeblicher spiritualistischer Phänomene verwendeten Methoden. Bekannt wurden die Steens jedoch vor allem durch ihre Gedenkenübertragung, bei der Martha mit verbundenen Augen Gegenstände der Zuschauer beschrieb, Namen und Daten auf Ausweisen wiedergab, auf eine Tafel geschriebene Namen nannte oder Zahlen addierte, den Rösselsprung vorführte oder die Karten aus einem gemischten Kartenspiel nannte. Obwohl die Steens stets darauf hinwiesen, dass sie über keine übernatürlichen Fähigkeiten verfügten, wurden sie in Zeitungsberichten immer wieder als echte Gedankenleser bezeichnet.

Sterling, Max (John George Englehart MacLachlan)

1870-1941 (GB)

Max Sterling war professioneller Music-Hall-Zauberkünstler. 1907 trat er in der St. Georges Hall auf.
Er war der Herausgeber der Zeitschriften The Magical World (1910-14) und Servais LeRoy's Magical Monthly (1911-13). Er verfasste "Stillwell's Handkerchief Manipulation Act" (1902) und "Problems in Mystery for Practical Magicians" (1909).

Sterling Harold (Harold E. Fackler)
1899-1977 (USA)

Harold Sterling wurde nach dem Absolvieren des Militärdienstest im 1. Weltkrieg professioneller Unterhaltungskünstler. Er arbeitete auf Jahrmärkten, trat mit einem Kasperltheater auf, als Schnellzeichner und mit Chapeaugraphie. Er machte Tournee durch Schulen und mit seiner Frau Gloria trat er als "The Sterlings" im Chautauqua auf (Chatuaqua war eine Bildungsbewegung in den USA, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die grösste Popularität hatte. Chatauqua brachte Unterhaltung und Kultur für alle Einwohner in ländlichen Gegenden, mit Vorträgen, Lehrern, Musikern, Unterhlaltungskünstlern, Predigern und anderen Koryphäen).
Harlold Sterling trat auch in England und Frankreich auf. Er war ein vielseitiger Unerhaltungskünstler, als Zauberkünstler hatte er ein sehr grosses Repertoire. Seine Vorstellungen waren ungewöhnlich und sehr unterhaltsam. In seinem Programm "Magic Extraordinary" reihte sich in rascher Folge Mysterium an Mysterium. Die Sterlings arbeiteten mit farbenprächtigen Requisiten, mit Tauben, Kaninchen, Seidentüchern, zeigten auf unterhaltsame Weise Guillotine, Geisterkabinett, orientalische Nummern usw.
1939 eröffente Harold Sterling die Sterling Magic Company in Detroit. Ende der 1950er-Jahre verkaufte er das Geschäft an Gene Devoe.
Harold Sterling war der Erfinder der Kunststücke Short and Long Rope (1939), Sterling Egg Bag (1941) und MIKO (1943, "Kreuz 3 ½").
Er verfasste das "First Book of Magic" (1929, veröffentlicht unter dem Pseudonym "Thelmo") und "Fifty Tricks with a Bottomless Tumbler" (1949).

Stillwell, George
1874-1934 (USA)

George Stillwell wurde in Kentucky geboren. Bereits in jungen Jahren entwickelte er eine neuartige Nummer mit Seidentüchern und Flaggen, mit denen er die ganze Bühne füllte. Er liess sich die Nummer in Amerika patentrechtlich schützen. Bis 1896 trat er damit in den besten Varietés der USA auf. Als "The Handkerchief King" reiste er danach durch Europa, Südafrika, Australien und Neuseeland.
1902 erteilte er Hamleys, einem Londoner Zaubergerätehändler, die Erlaubnis, die Erklärung seiner Nummer zu veröffentlichen. Das 16-seitige Heft erschien unter dem Titel "Full and complete expose, and explanation of the method of working Stillwell's handkerchief manipulation act".

Stodare, Colonel Joseph (Jack Inglis/English)

1823-1866 (GB)

Colonel Joseph Stodare war Bauchredner und Zauberkünstler mit grosser Fingerfertigkeit, ohne Apparate im Stil Frikells. Er trat bis 1860 in Schottland auf, danach in England.
1865 war Stoadare der zweite Zauberkünstler, der in der 1812 erbauten Egyptian Hall auftrat. Er führte er als erster mit sensationellem Erfolg die Sphinx-Illusion vor, worauf er eingeladen wurde, diese Illusion anlässlich des Geburtstages der ältesten Tochter von Königin Victoria zu zeigen.
In diesem einen Jahr gab Stodare über 280 Vorstellungen. Im gleichen Jahr erkrankte er an Tuberkulose und musste seine Vorstellungen einstellen. Im Oktober 1866 verstarb er.
Stodare verfasste vier Publikationen über die Zauberkunst. Nach seinem Tod trat sein Bruder Alfred Inglis unter dem Namen Stodare auf.

Stodare, Alfred (Alfred Inglis/English)

1840-1893 (GB)

Im Frühling 1866 begann Alfred, der bei seinem Bruder als Bühnenmeister gearbeitet hatte, selber unter dem Namen Stodare aufzutreten.
Bis 1970 trat er in England, Belgien und Frankreich mit grossem Erfolg auf. Danach wurde er Künstleragent. Die Agentur ging 1983 an F. G. Ewing über.

Biografie: DAWES; E. A. Stodare. The Enigma Variations. Kaufman and Company, Washington DC, 1998

St. Roman (Samuel Thiersfeld)

1829-1918 (Österreich-Ungarn)

St. Roman wurde in Jaroslau, Galizien, geboren. Er war von Beruf Konditor.
1857 trat er erstmals mit Imitationen berühmter Persönlichkeiten, als Violinspieler und als Zauberkünstler unter dem Namen "Professor St. Roman" auf. Er besass ungewöhnlich hohe Fingerfertigkeit mit Spielkarten und Münzen und wurde von seinen Berufskollegen als einer der grössten Zauberkünstler Ende des 19. Jahrhunderts angesehen.
Er trat unter anderem vor Kaiser Wilhelm I, der ihn zum Hofzauberer ernannte, vor Kaiser Franz Joseph und Otto von Bismarck auf.
Er verstarb im hohen Alter von 89 in Wien.

Sundman, Julius

1917-1986 (SF)

Julius Sundman wurde bereits mit 15 Jahren Berufskünstler und trat in kleineren und grösseren Theatern auf. Während des zweiten Weltkrieges trat er in unzähligen Vorstellungen für finnische Soldaten auf. Nach dem Krieg half er mit, den finnischen Zauberklub Taikapiiri zu gründen und amtete während 15 Jahren als dessen Präsident.
Er trat in allen grossen Theatern Finnlands und Skanidnaviens, in Irland, Spanien und Portugal sowie in den USA auf. Er führte klassische Kunststücke vor, Tücher- und Flüssigkeitstricks, die Kartenente usw. Sein grosser Erfolg beruhte vor allem auf der eleganten, bis in jede Einzelheit künstlerisch vollkommenen Darbietung. Seiner Frau wurde in Amerika eine Auszeichnung als "perfekteste Assitentin" verliehen.
Julius Sundman verfasste "Aikatemppuharrastelijan käsikirja (1939), "Korsutaikuri" (1942), "Hauskoja Taikatemppuja" (1944), "Taitava Taikuri" (1950), "Suuri Taikuri-kirja" (1959).

Sungur, Zati

1898-1984 (TR)

Nach seiner Ausbildung zum Ingenieur wurde er 1916 nach Deutschland geschickt, wo er zum U-Boot Spezialisten ausgebildet wurde. Nach dem Ende des Krieges blieb er in Deutschland, wo er Vorstellungen von Kassner und Bellachini sah, worauf er selber Zauberkünstler wurde und zunächst an privaten Parties und in Clubs auftrat.
1922 trat er einer Artistengruppe bei, die Engagements in Argentinien hatte. Dort begann er als "Zati Bey, the Turkish Magician" aufzutreten. Auf Anraten seines Agenten trat er dann als "Zati Richmond" und schliesslich als "Conde Richmond" auf. Unter diesem Namen reiste er während 13 Jahren durch Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien.
Ab 1930 hatte er seine eigene abendfüllende Show.
1936 kehrte er in die Türkei zurück, wo er den Namen Zati Sungur annahm. Seine Show, die von brillanten Manipulationen mit Karten, Bällen und Münzen bis zur Grossillusion ein breites Spektrum der Zauberkunst abdeckte, hatte riesigen Erfolg und wurde bald im ganzen Land bekannt. Sein Name wurde zum Synonym für Zauberkunst. Während mehr als 30 Jahren reiste Sungur mit einer abendfüllenden Show durch die Türkei, Ägypten, Cypern, Griechenland, Österreich, Italien und Israel.
Nach 1960 trat er nicht mehr öffentlich auf und wandte sich der Produktion von Zaubergeräten zu. Ausserdem beriet er Theater-, Film- und Fernsehschauspieler beim Einstudieren von Zaubereffekten und Zauberkünstler beim Aufbau ihrer Nummern.

Swann, Russel

1905-1980 (USA)

Russel Swann, geboren in Washington, D.C., trat zunächst während 10 Jahren als halbprofessioneller Schauspieler auf und wurde 1932 professioneller Comedy-Zauberkünstler.
Während Jahrzehnten trat er in Nachtclubs der besten Hotels in New York, Philadelphia, Indianapolis, Detroit, Baltimore, Miami, Galveston, Mexico City, Houston, Pittsburgh, Cleveland, Toronto und Montreal sowie wiederholt auch in London auf, wo er auch zwei Fernsehauftritte hatte.
In den Sechzigerjahren verschwand er langsam aus der Showszene und versuchte Ende der Siebzigerjahre mit mässigem Erfolg ein Comeback.
 
 
 
 
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