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Macaluso, Raphaele 

?-1869 (Sizilien) 

Raphaele Macaluso hatte in Italien einen guten Ruf, trat in aristokratischen Kreisen und vor verschiedenen gekrönten Häuptern auf.
Bekannt war er vor allem durch seinen mit grosser Handfertigkeit vorgeführten Münzenfang, bei dem er eine grosse Menge von Goldmünzen aus einer Kerzenflamme produzierte.
1858-1859 trat er in einem Theater in Paris auf, 1859 in St. Petersburg.
1869 verstarb er in Havanna.

MacMillan, Ron

1932-2005 (GB)

In jungen Jahren musste Ron MacMillan längere Zeit im Spital verbringen, wo er begann, zur Ablenkung Zauberbücher zu lesen. Seine Lieblingskrankenschwester brachte ihm Geoffrey Buckinghams "It's Easier than you Think", worauf er sich intensiv mit Manipulationen zu beschäftigen begann. Er hielt den Kontakt zu der Krankenschwester aufrecht und heiratete sie schliesslich.
Ron MacMillan war einer der besten Manipulatoren Englands. 1957 gewann er den Wettbewerb um den "British Ring Shield" und 1961 wurde er am FISM-Kongress Zweiter in der Kategorie Manipulation.
Seine extrem schwierigen Routinen mit Münzen und Billardbällen wurden von Lewis Ganson in zwei Bänden "Symphony Of The Spheres" und "Modern Art Of Coin Manipulation" beschrieben. 1991 gab er ein Seminarvideo heraus, auf dem er seine ganze Nummer erklärte.
Als allseits bekannter und beliebter Mann war Ron Macmillan eine wichtige Figur in der Zauberkunst der die magische Szene in London kultivierte. Sein Zaubergeschäft "International Magic Studio", das er 1962 eröffnete, und seine Internationalen Magischen Kongresse, die ab 1972 jährlich stattfanden, haben viel dazu beigetragen, dass internationale Künstler nach London kamen und oft ihre Karriere dort begannen.

Mac Ronay (Germain Sauvart)

1913-2004 (F)

Mac Ronay war der erste Zauberkünstler, der im Varieté das Publikum nicht mit perfekten Kunststücken unterhielt, sondern mit Tricks, die schief gingen. Mehr als fünfzig Jahre verblüffte er die Zuschauer in Varietés, im Film und in internationalen TV-Shows.
Er begann seine Karriere als Motorradakrobat. Während des zweiten Weltkrieges entwickelte er eine Zaubernummer unter dem Namen Al Carthy. Mit Maurice Chevalier trat er im Casino de Paris auf und begann mit komischen Nummern in allen grossen Lokalen in Paris aufzutreten. Bereits 1956 war er im Crazy Horse Saloon engagiert, wo er 1989 seine Karriere auch beendete.
Dazwischen trat er in den Sechzigerjahren im Stardust in Las Vegas, im Lido de Paris, mehrmals in den Shows von Ed Sullivan und Bob Hope in den USA sowie in zahlreichen Fernsehserien in Frankreich und Italien auf.

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Magicus, Professeur (Adolphe Blind)

1862-1925 (CH)

Adolphe Blind sah als Kind Agoston, der 1871, 1876 und 1881 in Genf auftrat. Mit 16 eröffnete er ein Zaubergeschäft in Genf. 
Mit 35 Jahren zog er sich aus dem väterlichen Geschäft zurück und widmete sich ganz der Zauberkunst. Er verfasste zahlreiche Artikel für mehr als zwanzig verschiedene Zauberzeitschriften. Ausserdem verfasst er mit Sidney W. Clarke "The Bibliography of Conjuring & Kindred Diceptions" (1920). 
Sein Buch "Les automates Truqués" wurde posthum veröffentlicht (1927). 
Er war ausserdem Sammler von Zauberbüchern, Autogrammen und magischen Geräten.

Magiro (Matthias Weissl)
1940-2015 (D)

Magiro begann mit 13 Jahren zu zaubern, nachdem er ein Svengali-Spiel geschenkt erhalten hatte. Von seinem älteren Bruder erhielt er dann Stolinas „Schule der Zaubertricks“. Zwei Zauberkästen folgten. Da Magiro sich teure Kunststücke nicht leisten konnte, begann er, sich seine Requisiten selber zu bauen und brachte sich die erforderlichen Fertigkeiten selber bei.
Als Beruf war Magiro Kranführer, die Zauberkunst betrieb er nur als Hobby. Seine grosse Leidenschaft war das Austüfteln und Erfinden von Kunststücken mit ungewöhnlichen Trickprinzipien. So erdachte er über 400 Kunststücke, von denen er in den 1970er-Jahren etliche in der Magischen Welt publizierte. Zwischen 1981 und 2012 wurde eine Anzahlseiner Erfindungen auch über Eckhard Böttchers Zauberbutike zum Verkauf angeboten.

Biografie: SALLER, PH. Magiro Magie. Zauber Butike, München, 2014

Majeroni, Amedeo

1877-1932 (I)

Als Sohn eines Zauberkünstlers trat Majeroni bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich in den grossen Städten Italiens auf.
In Mailand traf er Watry und trat mit diesem zusammen in einer Zauber- und Hypnoseschau auf, die sie 1911 auch in Rio de Janeiro zeigten.
Zuvor war Majeroni in Mexiko und Zentralamerika aufgetreten. Ausserdem bereiste er Tunesien, Österreich und Spanien. 1924, 1929 und 1930 hielt er sich erneut in Brasilien und in Argentinien auf. Zu jener Zeit hatte er eine grosse Schau mit Akrobaten, Sängern, Mimen und Tänzerinnen. Er führte allgemeine Magie, Illusionen Hypnose und Gedankenlesen vor. In seinen letzen Jahren erzielte er eine Sensation mit einem verschwindenden Pferd.

Maldino, Fred (Friedrich Mahlo)

1911-2003 (D)

Als Sohn eines Konsuls geboren, interessierte sich Maldino bereits mit 12 Jahren für Kartenkunststücke. Das Vorführen von Zauberkunststücken half ihm, seine Schüchternheit vor seinen Schulkameraden zu überwinden. Sein Vater unterstütze ihn dabei und nahm ihn mit zu Conradi, wo er mit den klassischen Kunststücken und Conradis Büchern vertraut gemacht wurde. Schon früh zeigte Maldino besonderes Interesse für Bühneneffekte. Bei einer Schulveranstaltung zeigte er bereits mit 15 Jahren eine Version der schwebenden Dame.
Auf Drängen der Eltern machte er eine Ausbildung zum Grosshandelskaufmann. Nach seiner Lehrzeit, während der Wirtschaftskrise in Deutschland 1929, wandte sich Maldino der Zauberkunst zu. 1930 begann er seine Laufbahn als professioneller Zauberkünstler und bereiste in der Folge die meisten europäischen Länder
Nach dem Krieg, nachdem er aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, baute er sich neue Geräte, Requisiten und Illusionen und stellte eine neue Nummer zusammen, mit der er in den folgenden Jahren durch Deutschland reiste.
In den Sechzigerjahren trat er nur noch vereinzelt auf und betätigte sich bei Film und Fernsehen als Berater für Zaubereffekte.
Nach seinem Rückzug von der Bühne betätigte er sich als Fachschriftsteller und veröffentlichte im Eigenverlag zahlreiche Schriften über die Geschichte der Zauberkunst und bekannte Zauberkünstler: "Zauber Souvenir. Erinnerungen an die Zeit der grössten Zauberer" (1987), "Zauber Katalog in den zwanziger Jahren. Kleines Traumbuch für Zauberer" (1987), "Erinnerungen an Horace Goldin" (1988), "Bekannte und unbekannte Deutsche Zauberer aus den zwanziger Jahren" (1989), "Die Zauberwelt der Illusionen. 1930-1939" (1990), "Blick in die Vergangenheit. Die Dokumentation einer bewegten Zeit" (1992), "Illusionen - Traum der Zauberer. Souvenir mit dem Besten der Illusionskunst" (1994), "Ein Jahrhundert geht - Ein Überblick. Illusionen des Jahrhunderts" (1996), "Das Jahrhundert der Zauberer. Wie war es?" (1999).

Maldo, Señor (Abel Maldonado)

1895-1976 (Kuba)

Señor Maldo war der Sohn eines spanischen Zauberkünstlers. Als professioneller Zauberkünstler trat er in mexikanischem Kostüm auf. Von seinen Zauberfreunden erhielt er den Übernamen "McDonald".
1937 gewann "T. Page Wright Trophy" der PCAM. Er lebte in Santa Barbara in Kalifornien, wo er in den 1950er-Jahren das Zaubergeschäft "Magic & Fun Shop" und ein Mexikanisches Restaurant führte.
Er untgerrichtete unter anderem Dick Zimmermann und Charles Kohrs. Er wurde in die SAM Hall of Fame aufgenommen.

Malini, Max, (Max Katz)

1873-1942, (PL)

Malini, einer der legendärsten Zauberkünstler des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde in Ostrov, Polen, geboren und wuchs in New York City auf. Als Jugendlicher arbeitete er in einer von Professor Seiden, einem Zauberkünstler, Feuerschlucker und Bauchredner geführten Bar als Kellner und Sänger. Von Seiden lernte er zaubern und trat bereits als Fünfzehnjähriger als professioneller Zauberkünstler auf.
Malini war sehr kreativ und zauberte vor allem mit Alltagsgegenständen wie Messern, Gläsern, Streichhölzern, Taschentüchern. Er pflegte sich in Bars als Max Malini vorzustellen und eine zweistündige Vorstellung zu geben mit Gegenständen, die er auf sich trug . Durch seine Geschicklichkeit machte er sich weltweit einen Namen als Meister seines Faches.
Malini hielt seine Kunststücke weitgehend geheim, er besuchte keine Zauberkongresse und kaum einen Zaubergerätehändler. Als Dai Vernon 1961 mit Lewis Ganson das Buch "Malini and His Magic" schrieb, musste er sich auf persönliche Berichte von Charlie Miller verlassen, einen der wenigen Zauberkünstler, die das Privileg hatten, Malini und einige seiner Geheimnisse zu kennen.
Malinis Popularität war so gross, dass er oft mit wertvollen Geschenken überhäuft wurde. So erhielt er einmal ein Armband, auf dem sein Name mit Diamanten geschrieben war.
Lange bevor andere daran dachten, arbeitete Malini daran, sich stets als kultiviert und gebildet zu präsentieren. Er trug teure Kleidung und strahlte eine eindrucksvolle Würde aus. So bewegte er sich auch unter Berühmtheiten, in der besseren Gesellschaft und vor gekrönten Häuptern mit grosser Sicherheit.
Nach mehrmonatiger Krankheit, die ihn dazu gezwungen hatte, seine letzen Vorstellungen im Stuhl sitzend zu geben, verstarb er 1942 in Honolulu.

Mann, Al (Gilbert Aleman)

1924-1999 (USA)

Al Mann lernte bereits als Kind zaubern. Er war Kapitän in der Handelsmarine und ab 1949 halbprofessioneller Mentalist. Zunächst trat er unter dem Namen Allemann auf, ab 1958 nannte er sich Al Mann.
Er erfand zahlreiche Mentaleffekte und veröffentlichte über 100 Manuskripte mit meist esoterischen, auf Wortspielen beruhenden Titeln wie "Mental-Ettes", "The Apodosis", "The Tesseract".

Mantovani, Cavalier Alessandro

1867-1937(?) (I)

Mantovani hatte vor allem in Frankreich und Brasilien mit Grossillusionen grossen Erfolg. 1888 wurde er zum Ehrenpräsidenten des Magischen Zirkels von Florenz ernannt.

Manuel (Manuel R. Thomas)

1883-1934 (USA)

Manuel hatte manipulative Fähigkeiten mit Münzen, die selbst diejenigen von Nelson Donws übertrafen. Er führte als erster Münzenkunststücke, für die andere Halfdollars benützten, mit Silberdollars vor. Ab 1912 trat er während vielen Jahren in Vaudeville-Theatern als "The King of Koin Kings" und später unter dem Namen "Manuel, Master of the Mighty Dollar" mit einer Manipulationsnummer mit Münzen, Karten und Bällen auf. 1926 begann er auch Zigarettenmanipulationen in seine Nummer einzubauen. 

Marchess (Martin Alexandrowitsch Müller)

1894–1961 (H)

1914-1918 war Marchess in russischer Kriegsgefangenschaft. Nach der Revolution diente er in der Roten Armee. 1922 nach der Demobilisierung wurde er Zauberkünstler. Ab 1928 trat er als Illusionist im Staatszirkus auf. Anfangs war er Assistent von Chefalo als dieser in Russland ein Gastspiel gab. Marchess war ein guter Manipulator und zeigte auch das Ringspiel. Die Vase des Pharao von Cleo Dorotti führte er in Form eines riesigen Samowars (Teekocher) vor, der in die Manege getragen und mit mehreren Eimern Wasser gefüllt wurde. Das Holzkohlenfeuer im Stövchen wurde entzündet. Danach erschienen Liliputaner aus dem Samowar, tranken aus dem Samowar frisch zubereiteten heißen Tee und boten diesen den Zuschauern an.
Eine andere populäre Darbietung von Marchess war das Erscheinen von zwei Meerjungfrauen in einem großen gläsernen Aquarium, die zur Oberfläche schwammen und aus dem Aquarium stiegen.
Seine Frau und Partnerin war eine sowjetische Illusionistin. Nach dem Tod ihres Mannes führte sie das Programm noch zwei Jahre weiter. Sie verstarb 1972.

Marconick (Heinz Nikolas Stolk)

1930-2009 (NL)

Marconick begann mit etwa 15 Jahren zu zaubern und befasste sich mit Ball-, Fingerhut- und Kartenmanipulationen. Bald spezialisierte er sich jedoch auf Kunststücke mit Seidentüchern. Mit seinem Tücherprogramm, das aus von ihm erfundenen Kunststücken bestand, trat er erstmals 1952 am holländischen Zauberkongress auf und wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet, 1953 erhielt er den ersten Preis, 1954 den zweiten Preis in der Sparte Manipulation. 1955 errang er am FISM-Kongress den ersten Platz in Manipulation, 1961 den ersten Preis in allgemeiner Magie. Ab 1956 bereiste er als professioneller Bühnen- und Close-up-Künstler Europa.
Marconick verfasste u. a. "Marconick's Silk Magic" (1964). "Marconick Original Magic" (7 Bände, 1967-1982). Marconick erfand zwischen 1945 und 1967 über 100 Kunststücke, so unter anderem 1959 "Silken Bombshell".

Marco The Magi (Cesareo Pelaez)

1932-2012 (Kuba)

Le Grand David and His Spectacular Magic Company ist weltweit die am längsten laufende magische Bühnenshow. Im Februar 2012 feierte sie ihr fünfunddreissigjähriges Jubiläum. Marco the Magi rief die Show, die Sonntags im Cabot Street Cinema Theatre und Donnerstags im Larcom Theatre in Beverly, Massachusetts gezeigt wird, in den Siebzigerjahren ins Leben und trat damit über 2000 mal auf.
Cesareo Pelaez wurde in Santa Clara, Kuba, geboren. Sein Vater, der mit 16 Jahren von Spanien nach Kuba ausgewandert war, hatte sich ein Vermögen im Kafee-Export erworben und gehörte zu den reichsten Leuten in Santa Clara, wo er in den besten Kreisen verkehrte. Durch seine Mutter, die literarische und künstlerische Zirkel mit Artisten und Musikern leitete, die in der kulturellen Blütezeit Kubas in den zahlreichen Theatern auftraten, in denen Opern, Theaterstücke und Zaubervorstellungen von Künstlern gezeigt wurden, die zwischen Europa, und Südamerika hin und her reisten, kam Cesareo bereits in jungen Jahren mit Künstlern wie etwa Fu Manchu in Berührung. Seine jüngere Schwester Elisa wurde Konzertpianistin. Cesareo entdeckte sein Talent als Sänger und gab als Tenor mit seiner Schwester Konzerte. Mit 9 Jahren begann er, am Konservatorium Guitarre zu studieren.
Als Cesareo etwa zehn Jahre alt war, erwarb sein Vater eine riesige Villa, in der grosse Gesellschaften empfangen wurden. In der Oberstufe stelle Cesareo mit Freunden eine eigene Theatertruppe zusammen, die in Pelaez Haus und auf dem Grundstück probten und die Garage als Theater einrichteten. Cesareo spielte "El negrito", der auch Zauberkunststücke vorführte.
Nach dem Schulabschluss studierte Cesareo in Kuba Psychologie und schloss das Studium mit einem Doktortitel ab. 1956 erhielt er ein Stipendium für ein Studienjahr an der Universität von Kansas. Nach seiner Rückkehr nach Kuba fand er eine Anstellung im Erziehungsministerium in Las Villas, wo als erster in Kuba systematische Intelligenztests in Volksschulen durchführte.
In seiner Freizeit arbeitete er erneut mit Freunden zusammen in einer Theatertruppe. 1958 wurde Batistas Regime gestürzt, 1959 übernahm Castro die Macht. Cesareo arbeitete für die neue Regierung, aber als er realisierte, dass sie kommunistisch ausgerichtet war und er einige der besten Studenten der Ingenieurwissenschaften gegen deren Willen zur Ausbildung in die kommunistische Tschechoslowakei senden sollte, trat er von seinem Amt zurück. Als Castros politische Polizei alle Oppositionsmitglieder und Freunde der USA gefangen nahmen oder exekutierten und auch Cesareo in ihr Visier geriet, fand er Schutz bei der Widerstandsbewegung. Zweimal versuchte er in einem Boot von Kuba zu flüchten, was im letzten Moment misslang. Nach der gescheiterten Invasion der USA in der Schweinebucht 1961 floh Cesareo als Priester verkleidet in die Kolumbianische Botschaft und wurde nach Kolumbien ausgeflogen. Von 1961 bis 1962 hatte er einen Lehrstuhl als Professor der Psychologie an der Universität in Bogotá, danach ging er nach New York und wurde bei Maslow (Gründervater der Humanistischen Psychologie) an der Brandeis University in Massachusetts als Student aufgenommen. 1963 wurde er Maslows Assistent.
1967, nachdem klar geworden war, dass Castro an der Macht bleiben würde und Cesareo nicht nach Kuba zurückkehren konnte, beantragte und erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Neben seiner Lehrtätigkeit als Psychologe suchte er seinen alten Traum einer eigenen Theatertruppe mit einem eigenen Theater zu realisieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Theater fand er schliesslich 1976 in Beverly, Massachusetts ein in den Zwanzigerjahren als Varieté und Filmtheater errichtetes Theater, das Cabot, welches er zusammen mit 18 Freunden kaufte.
Als Darsteller des "Le Grand David" engagierte Cesareo David Bull, den jüngeren Bruder eines seiner Studenten (Webster Bull). Im Februar 1977 wurde im achthundertplätzigen Theater die erste farbenprächtige Show mit Magie, Musik, Comedy und Tanz in der Tradition grosser Theaterproduktionen präsentiert. Traten zuerst rund 30 Personen auf der Bühne auf, wurden es bald 60, und die Show erhielt den Namen "Le Grand David and his own Spectacular Magic Company".
1984 erwarb Cesareo ein zweites antikes Theater in Beverly, das 1912 erbaute Larcom Theatre. 1985 wurde es mit einer Kindervorstellung neu eröffnet.
Zwischen dem Kauf und er Eröffnung des Theaters trat Cesareo mit der Company zweimal im Weissen Haus auf. Insgesamt durfte die Magic Company, die zu einer nationalen Institution geworden war, unter den Präsidentschaften von Reagan und H. W. Bush sieben Mal im weissen Haus vor jeweils bis zu 30'00 Kindern auftreten.
1992 bekam Cesareo gesundheitliche Probleme. Er hatte wiederholt mit Herzbeschwerden zu kämpfen und musste 1993 nach einer Vorstellung zwei Tage auf der Intensivstation verbringen. Ein paar Tage später verliess er das Spital, wurde jedoch zwei Tage darauf mit Atemstillstand wieder eingeliefert. Dank sofortiger Beatmung durch David überlebte er auch diesen Zwischenfall und kehrte auf die Bühne zurück. Erst fünf Jahre später, als er durch eine Lungenentzündung geschwächt war, musste er einen Teil seiner anstrengenderen Auftritte abtreten. Ausserdem reduzierte er seine Lehrtätigkeit, der er all die Jahre tagsüber nachgegangen war.
1993 kaufte Cesareo ein an das Larcom angrenzendes Gebäude und richtete dort einen "Grand Salon" ein, ein Lokal für Gesellschaftsfeste, Geburtstagsparties usw. Ausserdem sind in dem Gebäude eine Galerie, in der die handgefertigten Apparate der Company, Plakate, Gemälde und Kostüme ausgestellt sind, ein Tanzstudio, eine Bibliothek und ein Aufenthaltsraum, ein Appartement für Gäste und eine Wohnung für den Verwalter untergebracht
1995 verlieh die Society of American Magicians Cesareo die "Honorary Life Membership", ausserdem erhielt er von der Milbourne Christopher Foundation die Auszeichnung "Illusionist of the Year 1995". Ende 1995 gab Cesareo seine psychologische Lehrtätigkeit auf.
Drei Tage nach seinem dreiundsiebzigsten Geburtstag erlitt Cesareo einen Herzschlag, infolge dessen seine linke Körperhälfte gelähmt war. Nach einen halben Jahr der Rehabilitation kehrte er erneut auf die Bühne zurück. nach weiteren gesundheitlichen Problemen betrat er jeweils nur noch zum Finale der Show die Bühne, zuletzt im Rollstuhl.

Biografie: BULL, W. Marco the Magi's Production of le Grand David and his own Spectacular Magic. White Horse Productions, 2008.

Mardo, Senor (Medardo Lonzano)

1895-1976 (Kuba)

Senor Mardo wurde in Kuba als Sohn eines Kubaners und einer Französin geboren und sprach sechs Sprachen. um 1912 wanderte er in die USA aus und wurde 1921 Amerikanischer Staatsbürger. 1922 heiratete er Lynne Castel, eine Puppenspielerin.
Senor Mardo trat zwischen 1940 und 1960 als professioneller Zauberkünstler Close-up, in Clubs und auf der Bühne auf. Zusammen mit seiner Frau als Puppenspielerin präsentierte er auf der Bühne ein abendfüllendes Programm.
Bis 1954 gewann er 22 Auszeichnungen.
Er veröffentlichte Routined Magic (1945), Magic for Bartenders (1950), White Sorcery (1951), The Cups and Balls (1955), The Act (1967). 

Margery, Arthur

1871-1945 (GB)

Arthur Margery wurde in London geboren und lernte mit 14 zaubern. Mit 16 Jahren trat er wöchentlich in einem selbstgebauten Theater in seinem Garten auf. 1987 wurde er professioneller Zauberkünstler. Er war Sammler, Experte der Geschichte der Zauberkunst und betrieb einen Handel mit Zauberbüchern.
Arthur Margery verfasste "Magicana, an Illustrated Catalogue of Books" (1924).


Marks, Tony

1917-1989 (CAN)

tony Marks war während rund 40 Jahren ein sehr erfolgreicher Bühnen- und Nachtclubmagier, der ausser einem "Tisch" oder einer "Box" nichts auf der Bühne hatte und vor allem klassische Kunststücke vorführte: Karten,- Zigaretten- und Fingerhutmanipulationen, den verschwindenden Stock, Tauben, Tücher, Zerrissene und wiederhergestellte Zeitung sowie die Produktion eines riesigen Kaninchens.

Marlitt, Frank (Karl Strohbach)

1889-1945 (D)

Karl Strohbach wurde als Sohn eines Eisenbahners in Radeburg geboren. Mit 14 absolvierte eine Lehre als Bäcker und Konditor in Dresden. nach der Lehrzeit arbeitete er während fünf Jahren als Assistent von Bruno Schenk,
1911 machte er sich als Frank Marlitt selbständig. Nach dem ersten Weltkrieg tat er sich mit dem Artisten Walter Jährig zusammen, der als lebende Puppe auftrat. Mit einer Illusionsnummer, bei der Jährig mal als Puppe, mal als Menschwirkte, traten sie mit grossen Erfolg in grossen Theatern auf. Später trennten sie sich und Marlitt schuf sich eine eigene Bühnennummer, bei der ihm eine Zeitlang sein Bruder assistierte.
Marlitt war an der Leitung des Residenz-Theaters in Dresden als Varieté beteiligt und gründete später Sachsens grösstes Reise-Varieté-Theater, bei dessen Vorstellungen er als Conférencier auftrat. Als Zauberkünstler und Conférencier trat er auch im Zirkus Sarrasani auf.

Marlo, Ed (Edward Malkowski)

1913-1991 (USA)

Ed Marlo erfand und verbesserte unzählige Kartenkunststücke und -techniken. Er Hinterliess die grösste von einem einzelnen Kartenkünstler je verfasste Sammlung von Büchern über alle Aspekte der Kartenkunst.
Umfangreichere Sammlungen seiner Techniken und Kunststücke sind – ausser in “Marlo’s Magazine” unter anderem zu finden in “The Cardician” (1953), “The Unexpexcted Card Book” (1974), “Marlo without Tears” (Jon Racherbaumer, 1983), “Thirty Five Years Later” (1986), M.I.N.T. Vol. I (1988), “The Card Magic of Edward Marlo” (1993), M.I.N.T. Vol. II (1995), “Ed Marlo’s Revolutionary Card Technique” (2003).
Münzenkunststücke veröffentlichte Marlo in den Heften “Coining Magic” (1942) und “Bull’s-Eye Coin Tricks” (Ireland und Marlo, 1942), Kunstststücke mit Würfeln und das Dice Stacking in “Shoot the Works” (1943).
Eine Sammlung von Kunststücken von Ed Marlo mit anderen Gegenständen als Karten wurden in “Arcade Dreams (Racherbauemr und Marlo, 1997) publiziert.

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Marnac (Joachim Wolf)

1936-2013 (D)

In Wiesbaden geboren absolvierte Maranac eine Ausbildung als Schauspieler und Sänger. Er war viele Jahre als Schauspieler, Sänger und Regisseur im Sprech- und Musiktheater in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig.
Schon früh begann er auch zu zaubern und trat für Kinder und Erwachsene auf. Mit dem Ravensburger Verlag produzierte er einen Videofilm "Die magische 7", der als pädagogisch wertvoll prämiert wurde.
Ab 1976 hatte er seinen festen Wohnsitz in der Schweiz.
Marnac wirkte als Berater von Zauberkünstlern und bei Zaubershows und Bühneninszenierungen an magischen Kongressen. Er hielt er zahlreiche Seminare und veröffentlichte Seminarhefte und Abhandlungen zu verschiedenen Themen, so u. a. "Schauspielerischer Leitfaden für Zauberer" (1982)."Kinder - Das andere Publikum" (1985), "Das ist der Daumen" (1989), "Es war zweimal … Zaubertricks für Kinder" (1990), Sie haben die Freie Wahl (1994)"Ausgetrickst. Ein Seminar über Austauschkuverts, magische Bilder und die Kunst des Forcierens"(o. J.), "Riesenkarten" (1999).
Während 6 Jahren war er Präsident des Magischen Clubs Bern, 2003 wurde er zu dessen Ehrenmitglied ernannt. 

Maro, Edward (Walter Truman Best)

1869-1908 (USA)

Nachdem sein Vater ertrunken war als er 11 Jahre alt war, wurde Walter Best bereits mit 14 Jahren freischaffender Fotograf, in seiner Freizeit lernte er Guitarre spielen. In Kansas City lernte er A. M. Wilson - den späteren Herausgeber von The Sphinx - kennen, der ihn in die Zauberkunst einführte. Während er als Musiker mit seinem "The Best Quartett" seinen Lebensunterhalt verdiente, betrieb er die Zauberei als Hobby.
1891 änderte er seinen Namen in Edward Maro und gründete das Orpheus Trio und eröffnete eine Guitarren. und Mandolinenschule. Indem er seine Musikdarbietung mit Schattenspielen und Schnellzeichnen und Zauberkunststücken ergänzte, baute er eine eindreiviertelstündige Show auf, mit der er so viel verdiente, dass er sich ein eigenes Haus und ein eigenes Boot bauen lassen konnte.
Von Kollegen und Kritikern wurde er als möglicher Nachfolger von Kellar angesehen.
1908 - im gleichen Jahr als Kellar zurücktrat - erkrankte er an Typhus und und starb mit 39 Jahren an Nierenversagen.

Maron, Gerd (Gerhard Walter Wiegand)
1923-1996 (D)

Mit 10 Jahren sah Gerd Maron zum ersten Mal einen Zauberkünstler, mit 12 stand er erstmals selber als Zauberkünstler auf einer Bühne. Bei einer Schulaufführung erhielt er als Belohnung von einem im Publikum sitzenden Zauberkünstler ein Zauberbuch. Er besucht so viele Zaubervorstellungen wie möglich und sah Cortini, Chefalo, Recha, Kassner und Cantarelli.
Obwohl Gerd schon früh wusste, dass er Zauberkünstler werden wollte, begann er auf Verlangen seiner Eltern ein Studium an einer technischen Hochschule, das er jedoch mit der Einberufung in den Militärdienst während des Krieges abbrach. Nach dem Krieg legte er im Steintor-Varieté in Halle seine Bühnenprüfung ab und wurde danach für mehrere Tourneen engagiert.
Um sich von der Masse der übrigen Zauberkünstler abzuheben, begann er, eigene Kunststücke zu entwickeln. So präsentierte er 1948 seine Illusion mit dem zum Leben erweckten Hund, worauf er erneut in vielen ostdeutschen Städten engagiert wurde.
1952 kam Gerd Maron in den Westen, wo er sich an die Verhältnisse der Kabarettbühnen und Umringtarbeit anpassen musste, was ihm nach mehreren Monaten auch gelang. Fortan wurde er im Düsseldorfer Palladium, im Hansa-Theater und im Vaterland in Hamburg, im Georgs-Palast in Hannover, im Kaiserhof Köln und im Casanova in Essen verpflichtet, Engagements in grossen Häusern in Belgien, Holland und London folgten. Er trat in der Schweiz, Österreich Italien, Frankreich (11 Monate im Lido de Paris), Jugoslawien, Libanon und in Las Vegas (20 Monate im Stardust Hotel) auf, verschiedentlich war er auch im Fernsehen zu sehen.

Marshall, Jay (James Ward Marshall)

1919 - 2005 (USA)

Jay Marshalls Talent, vor Publikum aufzutreten, zeigte sich bereits mit vier Jahren in der Sonntagsschule. Schon als Kind übte er Zaubertricks und erlernte das Bauchreden. In seiner Jugend trat er neben der Zauberei und Bauchrednerkunst auch als Imitator auf.
Nach dem zweiten Weltkrieg begann Jay Marshall seine steile Karriere. Mitte der Fünfzigerjahre trat er in allen grossen TV-Shows Amerikas wie auch in allen grossen Theatern der USA auf. Berühmt wurde er mit seiner aus einem weissen Handschuh mit zwei Augen und zwei langen Ohren bestehenden "Bauchrednerpuppe", dem Hasen "Lefty", mit der er Millionen von Zuschauern begeisterte.
Jay Marshall war ein hervorragender Zauberkünstler, Bauchredner, Conférencier, Schauspieler, Showproduzent, Sammler und Historiker mit enzyklopädischem Wissen über Theater und Showgrössen und verfügte über ein immenses Allgemeinwissen. Er gewann unzählige Auszeichnungen, 1992 wurde er zum lebenslangen "Dean of the Society or American Magicians" ernannt.
Zusammen mit seiner Frau Frances Ireland Marshall (Witwe von L. L. Ireland), die selber professionelle Zauberkünstlerin war, führte er während vielen Jahren das Fachgeschäft für Zauberkunst Magic Inc. in Chicago.
Von 1954-1958 war er Herausgeber des New Phoenix und Autor einer Reihe von Büchern wie u. a. "TV, Magic and You" (1955), "Knife Thru Coat" (ca. 1960), ""The Success Book" (mit Frances Marshall, 1973), "The Table Book" (1980), "How to Perform Instant Magic" (1980).

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Martin, Tommy (Thomas Bradley Martin)

1910-1991 (USA)

Der an der Zauberkunst interessierte Journalist wurde zunächst Assistent von Clifford Jones (The Great Lesta) und entwickelte eine eigene Manipulationsnummer, die er in der Show von Lesta zeigen durfte.
Später lernte Tommy Martin viel über die Täuschungskunst von Malini. Ab 1933 begann er, mit seiner eigenen Nummer aufzutreten.
Als geschickter Geschäftsmann mit einnehmender Persönlichkeit, hohen manipulativen Fähigkeiten und einer sehr guten Nummer von zehn Minuten Dauer hatte er über Nacht grossen Erfolg und zeigte seine Nummer in allen grossen Theatern Amerikas.
Seine Nummer umfasste die Produktion eines gefüllten Weinglases aus einem Tuch, die Produktion von Silberdollars, mit denen er das Glas nach dem Austrinken füllte, die Verwandlung von zwei kleinen Tüchern in ein grosses, aus dem ein Käfig mit zwei Tauben produziert wurde, Kartenmanipulationen, ein Trick mit einem Ei und die Produktion von Zigaretten.
1936 ging Tommy Martin nach Europa, wo er unter dem Namen "Bradley Martin" in grossen Theatern in London, Paris, Hamburg und Berlin ebenso grosse Erfolge feierte wie in Amerika. In Europa begegnete er auch einer früheren Bekannten, der Primaballerina Rosmary Deering, die er im Januar 1937 in der Schweiz heiratete. Anschliessend arbeitete er in Monte Carlo, bis die beiden Ende Februar nach Amerika zurückkehrten. Dort traten die beiden oft zusammen im gleichen Theater auf.
Nach zwei Jahren im Dienste der amerikanischen Truppen in Europa kehrte Tommy Martin nach Chicago zurück, wo er sich entschloss, künftig als Künstleragent zu arbeiten.
1951, nach Auflösung der Agentur, in der er gearbeitet hatte, trat er erneut auf, diesmal jedoch mit einer komischen Sprechnummer, die er an Messen, Kongressen, in Hotels und Nachtclubs zeigte.
1953 zog er nach Texas, wo er mit einem Bandleader eine Künstleragentur gründete. Tommy trat als "Tom Martin" mit einem einstündigen Programm unter dem Titel "How is your Sense of Humor?" in Clubs au. Der humoristische Vortrag enthielt nur wenige Zauberkunststücke.
1962 wandte er sich ganz von der Zauberkunst ab und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit dem Einschätzen von Immobilien.

Martinka, Antonio

1832-1915 (Böhmen)

In Prag geboren war Antonio Martinka ein Naturtalent in Mechanik. Sein Interesse an der Zauberkunst wurde durch Kratky-Baschik geweckt. In einer an Kratky-Baschicks Theater in Wien angegliederten Werkstatt konstruierte er Illusionen und mechanische Tricks. 
872 kamen Antonio und Francis Martinka nach Amerika. 1873 Eröffneten sie in New York ihr Zaubergeschäft "Palace of Magic", das bald zum Mekka aller Zauberer wurde. Antonio erfand und baute Illusionen für viele grosse Zauberkünstler Während 50 Jahren waren in Amerika "Martinka" und "Zauberkunst" gleichbedeutende Ausdrücke.
1902 wurde im Geschäft der Martinkas die Society of American Magicians gegründet.

Martinka, Francis J.

1843-1924 (Böhmen)

Francis Martinka, in Prag geboren, hatte die Geschäftsleitung des Kratky-Baschik Theaters inne. Sein Sprachtalent machte ihn zu einem geschätzten Mitarbeiter. Bevor er nach Amerika auswanderte war er Partner von Haselmayer, einem Schüler von Compars Herrmann. Nachdem Haselmayer sich nach erfolgreichen Auftritten in Europa nach Wien zurückzog und dort sein Geld bei Börsenspekulationen verlor, organisierte Francis Martinka für ihn eine Tournee durch Südafrika, die zu einem finanzielle Erfolg wurde.
1872 kamen Francis und Antonio Martinka nach Amerika. 1873 Eröffneten sie in New York ihr Zaubergeschäft "Palace of Magic", das bald zum Mekka aller Zauberer wurde. "Martinka" und "Zauberkunst" waren in Amerika während 50 Jahren gleichbedeutende Ausdrücke.
1885 gründete Francis die erste magische Zeitschrift "Mahatma". 1917 zog er sich als vermögender Mann aus dem Geschäft zurück.

Martyn, Topper (Victor Clifton Martyn)

1923-2004 (GB/S)

Topper Martyn wurde in der Nähe von London als Sohn australischer Künstler geboren, die in Indien, Europa und den USA als "Martyn & Florence" auftraten. Schon ab drei Jahren trat er in der Show seiner Eltern auf und lernte das Zaubern, Jonglieren und Musizieren. Mit 17 trat er mit einer eigenen Nummer als "V. C. Martyn" auf, ab 1941 als "Topper Martyn". 1946 trat er erstmals in einer Eisrevue als Jongleur auf, in den folgenden zehn Jahren in Kabaretts, Zirkussen, Theatern und Eisrevuen. 1950 heiratete er eine Schwedische Eisläuferin und zog nach Uppsala. Dort eröffnete er ein Kuriositätengeschäft mit Sammlerstücken aus der Zauber- und Jonglierszene.
1970 gewann Topper Martyn am FISM-Kongress in Paris den ersten Preis in Komischer Magie, am FISM-Kongress in Paris 1973 mit einer neuen Nummer den zweiten Platz. 1990 erhielt er die "Performing Fellowship" der Academy of Magical Arts. Viele seiner Kreationen sind in Gene Andersons Buch "Topper's Mad, Mad Magic " (1971) beschrieben.

Marucci, Peter (Patrick Thomas)
1939-2016 (CAN)

Peter Marucci arbeitete als Journalist, Kolumnist und Herausgeber für verschiedene kanadische Zeitungen. Als Kind hatte er sich mit 9 Jahren mit der Zauberei befasst, wurde von einem Zauberkünstler unterrichtet und nahm an Klubabenden eines Zauberklubs teil. Aber erst in den Sechzigerjahren, als er im Haus seiner Eltern seinen alten Zauberkasten wiederentdeckte, wurde sein Interesse für die Zauberkunst nachhaltig wiederbelebt. Er traf sich darauf in Begleitung seiner künftigen Frau Helen regelmässig jeden Samstag mit einer Gruppe von Zauberkünstlern in Toronto. Er trat an Zauberkongressen, an Festivals für Strassenkünstler ,in Clubs und Restaurants und an Parties auf.
Nach der Eröffnung des Italian Kitchen Cafés, das er mit seiner Frau während fast drei Jahren erfolgreich führte, beschloss er, der Zauberei mehr Zeit zu widmen und verkaufte das Restaurant 1990. Mit einer komischen Nummer trat er für Erwachsene und Kinder an hunderten von Events auf und gab an Zauberkongresse in den USA und Kanada zahlreiche Seminare, bis er sich 2010 infolge eines degenerativen Nervenleidens von der Bühne zurückziehen musste.
Peter Marucci veröffentlichte die Seminarhefte "Bizarre Magic", "Real Life Table Hopping", "Wild West Wonders", "Funny Business: A Magic Lecture By Peter Marucci", "Bar magic: Served Up By Peter Marucci", "Bits O' Biz", "Peter's Patter". Ausserdem schrieb er für diverse magische Zeitschriften und verfasste eine monatliche Kolumne in der Online-Zeitschrift Visions. Für den Linking Ring verfasste er während 28 Jahren zahlreiche Artikel. Die I.B.M. verlieh ihm dafür die Howard Bamman Trophy, die er bis dahin als einziger zum zweiten Mal erhielt.

Marvelli, Fredo (Friedrich Jaeckel)

1903-1971 (D)

In Schlesien als Sohn eines Oberförsters geboren sollteFredo marvelli nach dem Willen seiner Eltern Theologe werden. Doch weder das Knabenkonvikt noch das Gymnasium konnten ihn begeistern, so dass er schliesslich zu einem Zahnarzt in die Lehre geschickt wurde.
In dieser Zeit erlernte er seine ersten Kartenkunststücke und mit 18 gab er an einem bunten Abend seine erste öffentliche Vorstellung, die zu einem Desaster wurde. Trotzdem übte er danach verbissen weiter.
1923 bewarb er sich bei einem kleinen Zirkus, mit dem er während sechs Monaten umherzog.
1924 beschloss er endgültig, die Zauberkunst zu seinem Beruf zu machen. Da in den Varietés Illusionen gefragt waren, beschaffte sich Marvelli einen Kasten zur Vorführung der zersägten Jungfrau. Als er aus dem Theater geworfen wurde, weil die Vorführung der Illusion misslang, wurde ihm klar, dass er nie ein mit mechanischen Geräten arbeitender Illusionist werden würde.
1925 lernte er den ungarischen Zauberkünstler Carmelli kennen. Dieser lehrte ihn, dass nicht Tricks sondern die Vorführung und die Persönlichkeit des Künstlers die wahre Kunst ausmacht und ihn ermutigte, seinen eigenen Weg als Zauberkünstler zu gehen.
So begann Marvelli in einem Hotel in Garmisch Vertreter der besseren Gesellschaft zu unterhalten. Der Erfolg seiner mit gefälligen Vorträgen präsentierten Salonmagie war so gross, dass er in den folgenden acht Monaten von vielen anderen Hotels für Auftritte verpflichtet wurde. Danach kehrte er nach Garmisch zurück und studierte seine Kunststücke neu zu Musik ein.
Der Erfolg des neuen Programms war überwältigend und Marvelli konnte sich in Garmisch ein Haus kaufen, in dem er ein Laboratorium einrichtete, in dem er neue, auf physikalischen und chemischen Prinzipien beruhende Zaubertricks entwickelte.
Nach Reisen durch Italien, wo er nach einigen Anfangsschwierigkeiten ebenfalls grosse Erfolge feierte, ging er nach Berlin, wo es ihm gelang, einen Konzertsaal für seine Vorstellungen zu mieten. Dies brachte ihm den Durchbruch, der ihm Engagements in Stockholm, Paris, Madrid und Wien verschaffte.
In Wien führte Ottokar Fischer ihn in die Tradition der Hofzinserschen Kunst ein.
1936 unternahm Marvelli eine Reise nach Südamerika. Um 1938 hatte er alles erreicht, wovon er je geträumt hatte: überwältigenden Erfolg, Auslandreisen, Spitzengagen und die Anerkennung seiner Kollegen.
1942 wurde ihm die Berufserlaubnis entzogen. Dank einflussreicher Freunde gelang es ihm, sich der Gestapo zu entziehen und zunächst nach Nordafrika, danach nach Athen zu reisen. Nach Berlin zurückgekehrt musste er erneut fliehen. Er hielt sich in Prag auf, wo er bei Kriegsende von den russischen Truppen in ein Gefangenenlager gebracht wurde. Dort gelang es ihm dank seiner Zauberkunststücke, einen Passierschein in die Freiheit zu bekommen.
1945 nach Berlin zurückgekehrt machte sich Marvelli daran, sich eine neue Karriere aufzubauen. Mit einem neuen Programm, in dem er unter anderem sein "lebendes Schlangenseil" vorführte, startete er in deutschen Badeorten seine zweite Karriere, die ihn bald in alle grossen Städte Deutschlands führten.
1950 liess er sich einen komfortablen Wohnwagen bauen. 1952 fuhr er über Barcelona und Valencia zu einem Auftritt zum Sultan von Marrakesch nach Marokko. Südlich von Valencia entdeckte er Benidorm. Von Marokko zurückgekehrt, begann er sich mit dem Gedanken zu befassen, auf dem Höhepunkt seiner Karriere abzutreten und sich in Benidorm niederzulassen.
Nach einer weiteren erfolgreichen Tournee durch Deutschland zog er sich 1955 von der Bühne zurück und übergab seinen Namen und seine Nummer mit allem was dazugehörte an Olaf Becher-Rico, der von da an als Marvelli Jr. auftrat.

Marvelli Jr. (Olof Becher)

1932-2008 (D)

Mit 6 oder 7 Jahren sah Marvelli eine Vorstellung von Kassner. Besonders beeindruckt war er vom verschwindenden Elefanten und der magischen Bar. Beide Kunststücke nahm er später in seine eigenen Programme auf. Später besuchte er Shows von Rombar, Fredy Uferini, Punx und viele Vorstellungen von Kalanag, dessen verwahrloste Grabstelle er später neu anlegen und pflegen liess.
1956 wurde er Nachfolger von Fredo Marvelli. Zunächst übernahm er dessen Darbietung und ergänzte sie dann mit Grossillusionen. Die Kunst der Manipulation erlernte er von Al Torsten. Marvellis besondere Merkmale waren sein Charme, seine Rhetorik, die geschliffenen und humoristischen Vorträge, die seine in Geschichten eingebundenen Kunststücke zum emotionalen Erlebnis werden liessen.
In Deutschland trat Marvelli im Deutschen Theater München, im Friedrichspalast und im Frankfurter Opernhaus auf. Er stand in 45 Ländern auf der Bühne und trat in unzähligen Fernsehsendungen auf. Zeitweise hatte er bis zu 65 Mitarbeitende. Nach Kalanag war er der letzte deutsche Zauberkünstler, der mit einer Grossillusions-Revue reiste. In den 80er Jahren arbeitete er als Solokünstler mit seiner Ehefrau Brigitte als Partnerin. Marvelli trat auch für hunderte von Grossfirmen in Deutschland mit Produktepräsentationen auf, bei denen er unter anderem Autos, grosse Geräte oder Maschinen erscheinen und verschwinden liess. Für das Goethe-Institut tourte Marvelli durch ganz Schwarz-Afrika.

Maskelyne, John Nevil

1839-1917 (GB)

John Nevil Maskelyne war ursprünglich Uhrmacher. Er studierte die Tricks der Brüder Davenport, bis er sie selber vorführen konnte.
Mit seinem Partner George Cook führte er in der Egyptian Hall vor allem Illusionen vor. Das kleine Theater war von da an während 30 Jahren das feste Zaubertheater von London.
Nach dem Tod von Cook 1904 wurde David Devant sein Partner.
1911 publizierte er mit Devant "Our Magic", eines der wichtigsten Bücher über die Theorie der Zauberkunst.

Masters, Drew (Andrew S. Masterson)

ca. 1910-1990 (Schottland)

Drew Masters stammte aus Glasgow, sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch die Lektüre von Hoffmanns Bücher geweckt, auf die er in der öffentlichen Bibliothek stiess.
Als Kind wanderte er nach Amerika aus, wo er viele grosse Zauberkünstler seiner Zeit sah.
Während vieler Jahre spielte er in einer Truppe von Musikern mit und trat in wöchentliche Radiosendungen auf.
1938 kehrte er nach Schottland zurück, wo er bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges in Varietés auftrat.
Nach dem Krieg trat er mit seiner Frau Tess, einer ehemalige Musikerin, die mit ihrer Schwester bereits während Jahren in Music Halls aufgetreten war, in farbenprächtigen schottischen Kostümen mit der Show "Tricks and Tartan" auf, je nach Bedarf auch mit Puppenspiel und Musikeinlagen.

Maze, Gene Alfred

1928- 2006 (USA)

Gene Maze war zunächst erfolgreicher Berufsboxer. Diesen Beruf gab er auf, als er während des Koreakriegs in die Armee eintrat.
Nach dem Krieg wurde Genes Interesse für Kartenkunststücke durch die Vorführung eines Freundes geweckt und er begann sich insbesondere mit dem unbemerkten Austausch von Spielkarten zu befassen. Viele seiner Techniken wurden in den Magazinen von Karl Fulves beschrieben. Er beeinflusste viele New Yorker Zauberkünstler, welche zwischen 1960 und 1990 die wöchentlichen Treffen in der "cafeteria" besuchten. Seine Kunststücke waren meist sehr direkt und visuell und oft technisch anspruchsvoll. Über seine Kunststücke und Techniken erschienen die Bücher "The Gene Maze Card Book (1980) und "Gene Maze and The Art of Bottom Dealing" (1992) sowie zwei Videobänder.
Gene Maze arbeitete als Zimmermann und trat selten vor Publikum auf, seine Befriedigung fand er im Üben und Erfinden neuer Techniken.

McComb, William

1922-2006 (Irland)

Billy McComb wurde als Sohn des Arztes Sir Charles Henry McComb, der von König George V für seine Forschung auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen geadelt wurde, in Nordirland geboren. Er war Doktor der Medizin, Zauberkünstler, Komödiant, Schauspieler, Erfinder, Autor, und renommierter Kenner der Geschichte der Zauberkunst.
Nach seiner Promotion zum Doktor der Medizin ging er nach London, um seiner Leidenschaft als Zauberkünstler nachzugehen. Er wurde bald eine feste Grösse in Londons West End, wo er jeder Tätigkeit nachging, die ihm für die Verwirklichung seines Traums helfen konnte. In wenigen Jahren schaffte er es, sich mit einer originellen Kombination aus Comedy und Magie in den besten Theatern zu etablieren und trat unter anderem im London Palladium für Queen Elisabeth auf.
Vom grossen Erfolg beflügelt, ging Billy McComb nach Amerika. Dort wurde er für praktisch alle zu jener Zeit aktuellen Fernsehshows verpflichtet, insgesamt trat er in über 300 Fernsehshows und Filmen auf, arbeitete in Theatern, auf Kreuzfahrtschiffen und Clubs rund um die Welt. Noch in hohem Alter trat er in Las Vegas im Hauptsaal des "Sahara" auf, sowie in den Shows von The Amazing Jonathan und Lance Burton, und blieb bis zu seinem Tod aktiv.
Billy McComb beeinflusste viele erfolgreiche Vertreter der komischen Magie und erhielt zahlreiche Auszeichnungen; 1999 wurde er von der Zeitschrift Magic zu einem der einflussreichsten Zauberkünstler des zwanzigsten Jahrhunderts gewählt.
Billy McCombs Kreationen und Ideen erschiene in zahlreichen Zeitschriftenartikeln und Büchern, so unter anderem in "First Book of William" (1946), "McComb's Magic. 25 Years Wiser" (1972), und "The Professional Touch" (1987).

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McGill, Ormond

1913-2005 (USA)

Ormond McGill Lernte schon als Kind zaubern, mit 14 studierte er den Tarbell Course in Magic.
Ab 1940 trat er unter dem Namen "Dr. Zomb" als Bühnenhypnotiseur auf.
Ab 1942 ging er als Illusionist und Mentalist mit einer grossen Show auf Tournee. Er galt als führende Autorität auf dem Gebiet der Bühnenhypnose.
Am Hypnotherapy Training Institute in Kalifornien erteilte er Kurse für Hypnotherapie und gab Seminare für Hypnothearpeuten in den USA, England, Australien und Neuseeland.
Er verfasste zahlreiche Bücher, unter anderem "Atomic Magic", "21 Gems of Magic", "The Encyclopedia of Stage Hypnotism" (1947; seit 1996 in sechs Auflagen in überarbeiteter Form als The New Encyclopedia of Stage Hypnosis erschienen), "Psychic Magic" (6 Bände, 1951), "Professional Stage Hypnotism" (1987), "Real Mental Magic" (1989).

Biografie: MCGILL, O. Secrets of Dr. Zomb. The Autobiography of Ormond MacGill.Crown House Publishing, Ltd, Wales, UK, 2003.
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Meier, Carlhorst

1930-2008 (D)

Als Carlhost Meier 12 Jahre alt war, brach sich seine Mutter beim Schmücken des Weihnachtsbaums den Arm; der Arzt, der sie versorgte, zeigte dem Jungen ein paar Zaubertricks. Dadurch wurde sein Interesse für die Zauberkunst geweckt.
Er studierte Hanns Friedrichs "Kartenzauberei ohne Fingerfertigkeit", wandte sich dann jedoch der Manipulation zu. Mit 25 Jahren hatte er eine Manipulationsnummer mit Zigarettenfang, Billardball- und Fingerhutmanipulationen einstudiert, mit der er erfolgreich an verschiedenen Kongressen auftrat.
Nachdem er 1948 " Annemann's Practical Mental Effets" erworben hatte und 1949 dem magischen Zirkel Nürnberg beigetreten war, befasste er sich vorwiegend mit der Kartenkunst und Mentalmagie. Er studierte die amerikanische Fachliteratur und lebte Vernons Maxime "be natural" nach.
1976 trat er dem deutschen Cardworkshop bei, einer Arbeitsgruppe besonders interessierter Kartenkünstler. 1981 gründete er nach dessen Vorbild den Mentalworkshop.

Melachini /Dr. Caligari (Wilhelm Heinrich Joseph Geilen)

1880-1974 (D)

Als Sohn eines Postbeamten in Köln geboren, beschäftigte sich Melachini bereits mit 14 Jahren mit Schauspielerei und Zauberkunst. Anstatt dem Wunsch seiner Eltern zu folgen und Pfarrer zu werden, verliess er in der Obertertia das Gymnasium und sein Elternhaus und schloss sich einer Akrobatengruppe eines holländischen Zirkus' an. Während er als Flieger in der Trapezgruppe in Rotterdam arbeitete, übte er während mehrerer Jahre Zauberkunststücke ein und gab schliesslich seine Artistenlaufbahn zugunsten der Zauberkunst auf, nachdem er im Casino-Varieté in Rotterdam als Zauberkünstler engagiert wurde.
Weitere Auftritte in holländischen Varietés folgten. In Amsterdam lernte er eine Sopransängerin, Miss Lilly, kennen und verpflichtete diese als seine Assistentin. Zwei Jahre später heiratete er sie in Rotterdam. Er stellte eine abendfüllende Schau zusammen mit humoristischer Sprechzauberei, Mnemotechnik und dem Geisterkabinett. Dazwischen sang Miss Lilly Lieder.
Ab 1905 führte Melachini den bis dahin unbekannten Phonographen sowie Filme mit dem Kinematographen vor und reiste während zweier Jahre damit durch Holland. Danach folgte eine 153 Tage dauernde Varieté-Tournee durch alle grossen Städte Hollands. 1908 wurde Melachini für zweiundvierzig Wochen nach England verpflichtet, wo er in allen grossen Theatern eine fünfzehnminütige Nummer zeigte. Unter anderem hatte er auch die Ehre, vor König Edward VII aufzutreten.
1910 reiste er für ein halbes Jahr nach Indonesien, danach mehrere Monate nach Russland, anschliessend nach Ungarn und Österreich.
1914, als mit Ausbruch des Krieges alle Theater geschlossen wurden, verlor Melachini Vorausverträge von mehreren Jahren.
Nach Kriegsende arbeitete Melachini wieder in Varietés in Deutschland und Holland auf. Nachdem Lilly keine Lust mehr hatte, mit ihm aufzutreten, verpflichtete er die 16-jährige Türkin Aziza als Assistentin und Tänzerin.
1922 wurde in Rotterdam der holländische Magische Zirkel gegründet und Melachini zu dessen Vorsitzendem gewählt.
Nachdem Aziza als Tänzerin zu einer Tanzgruppe gewechselt hatte, stellte Melachini 1925 die russische Schlangentänzerin Madiah Surith als Assistentin ein. Unter dem Namen Laila, "Madiah und Melo Surith" trat Melachini mit einer neuen indischen Nummer in Deutschland und England auf.
Nach dem unerwarteten Tod von Madiah infolge einer Kopfgrippe stellte Melachini eine neue Assistentin ein, die den Künstlernamen "Ellen Fay" annahm.
Als der Film "Das Kabinett des Dr. Caligari" in die Kinos kam, wurde Melachini unter dem neuen Künstlernamen "Dr. Caligari" verpflichtet, in Kinos sein Geisterkabinett zu zeigen. Als Dr. Caligari trat er während der Dreissigerjahre weiterhin in Russland, Deutschland und Holland auf.
1940 feierte er in Groningen sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Während der Kriegsjahre trat er häufig für deutsche Soldaten in Holland auf. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft tingelte Melachini mit verschiedenen Partnern durch Norddeutschland.
Nach einem Oberarmbruch infolge eins Autounfalls 1947 konnte er mit der rechten Hand nicht mehr einwandfrei manipulieren. Nachdem die Varietés Konkurs gingen, standen die Artisten vor dem Nichts. Melachini musste sich mit Vorstellungen in Vereinen über Wasser halten. Ellen Fay, die er nach dem krieg wieder getroffen hatte, assistierte ihm, verstarb aber 1949 infolge eines Unfalls bei einer Vorstellung an einer Gehirnblutung.
Für die Feier seines 70. Geburtstages und seines 50-jährigen Bühnenjubiläums lernte er eine neue Assistentin an, die er "Dagmar Fay" nannte.
1950 trat er auch beim ersten deutschen Zauberkongress nach Kriegsende auf. Dort lernte er seine letzte Assistentin "La Beata" kennen. Ab 1951 traten die beiden in Norddeutschland mit Vorstellungen für Kinder und Erwachsene auf, am 27. Okotber 1951 heirateten sie. Melachini trat noch mit über 80 Jahren regelmässig auf, 1964 wurde er zum Ehrenpräsidenten des MZvD gewählt, 1964 absolvierte er mit La Beata das 140. Gastspiel auf Norderney.
Mit 85 führte er am Jubiläumskongress des Ortszirkels Bremen das Kabinett des Dr. Cagliari vor, im gleichen Jahr gab er seine offizielle Gala-Abschiedsvorstellung.

Méliès, Georges

1861-1938 (F)

Georges Méliès begann zu zaubern, nachdem er eine Vorstellung von Maskelyne und Devant gesehen hatte. Mitte der Achzigerjahre wurde er von Voisin unterrichtet. Ab 1885 trat er als professioneller Zauberkünstler auf. 1891 gründete er die Académie de Prestidigitation. 1888-1924 leitete er das Théâtre Robert-Houdin in Paris.
1896-1912 wurde er weltweit als Filmhersteller bekannt. Bei seinen Filmen wandte er oft seine Kenntnisse der Zauberkunst an um Spezialeffekte zu erzielen.
1924 zog es ich aus der Zauberkunst und dem Filmgeschäft zurück, 1925 heiratete er seine frühere Assistentin. 1931 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Bioprafien:
Mes Mémoires. George Méliès, Rome, 1938
Georges Méliès, mage. Maurice Bessy & Giuseppe Lo Duca, Paris: 194
Georges Méliès. Georges Sadoul, Paris, 1961
Méliès l'enchanteur. Madeleine Malthête-Méliès, Paris, 1973
Marvelous Méliès. Paul Hammond, New York, 1974
Artificially Arranged Scenes: The Films of Georges Méliès. John Frazer, Boston 1979
Un Homme de tètes (1898)
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Mercedes, Joe (Joe Cohen)

1888-1966 (USA)

Mercedes begann bereits als Kind zu zaubern. Fasziniert von Hassan-Ben-Ali ging er mit dem "Inidan Yogi" auf Tournee. Während dieser Zeit entwickelte er die Idee einer Gedankenübertragung von Musiktiteln. Dafür fand er in Nellie L. Clement eine Partnerin, welche die Titel auf dem Klavier spielen konnte.
Um 1912 begannen sie, mit ihrer Nummer aufzutreten. Zuschauer flüsterten Joe einen Musiktitel ins Ohr uns sogleich begann "Mlle. Stantone" die Melodie auf dem Klavier zu spielen. Bald traten sie damit in grossen Theatern auf, 1914 unter anderem auch während drei Wochen im Palace Theatre in New York, der längsten in diesem Theater je von einer Zaubernummer erreichten Zeit.
1918 heirateten Joe und Nellie. 1921-1922 traten sie in England auf, danach reisten sie erneut durch ganz Amerika.
1932 zogen sie sich von der Bühne zurück, nachdem Nellie bei einem Unfall mit einem Bühnenlift in New York beinahe ums Leben gekommen wäre.
1943 gaben sie erneut einige Vorstellungen für amerikanische Soldaten. Joe starb 1966 nach einem Schlaganfall, Nellie 1971 mit 89 Jahren.

Meyer, Orville

1911-1992 (USA)

Orville Meyer begann mit 15 anhand von Büchern zu zaubern. Mit 19 war er bekannt als "The Nebraska Boy Wonder".
Meyer erfand 1931 eine eigene Version des Kugelfanges, die er 1933 an Annemann weitergab. Ab 1933 trat er als halbprofessioneller Zauberkünstler und Mentalist unter dem Namen "The Wizard of Ah's" auf. Zu seinen Lieblingseffekten zählten der Kartensteiger, Karte in Zigarette, Ringspiel und Chinastäbe.
Er verfasste "13 Jumbo Card Effects" (1937), "Magic in the Modern Manner" (1949), "Telepathy in Action" (1961),"Telepathy in Action!" (1961), "The Amazing Magic Square and Master Memory Demonstration" (1961) und publizierte Kunststücke in Sphinx, Jinx, Phoenix, Hugard's Magic Monthly, Genii, MUM, Magic, Vibrations und Magic Manuscript.
1989 erhielt er den PEA Achievement in the Art of Mentalism Award, 1993 wurde er in die SAM Hall of Fame aufgenommen.

Miesel, Bill

1935-2012 (USA)

Bill Miesels Interesse für die Zauberkunst wurde durch eine Vorstellung von Harlan Tarbell geweckt. Er arbeitete während 40 Jahren als Direktionsassistent in einem Supermarkt. Als Amateurzauberkünstler galt seine Vorliebe der Kartenkunst.
Er veröffentlichte zahlreiche Artikel in Ibidem, New Phoenix und Linking Ring und gab ab 1983 während dreizehn Jahren zusammen mit Ed Eckle das Magazin The Precursor, A Magazine of Innovation über Close-up und Kartenzauberei heraus. Er verfasste ausserdem "The Creative Card Magic of William P. Miesel" (1980), "Fork Full of Appetizers, Book One" (1982), "Seconds From the Forkers" (1984), "Moe and his Miracles with Cards" (1986), "Visionary Card Effects" (1995), "Kellar's Wonders" (mit Mike Caveney, 2003).
Sein Interesse für Kellar, der wie Bill Miesel in Erie, Pennsylvania aufgewachsen war, geht auf Bills Grossmutter zurück, die eine Vorstellung von Kellar sah.

Miller, Charlie (Charles Earl Miller)

1909-1989 (USA)

Charlie Miller war der Sohn eines deutschen Klavierbauers, seine Mutter stammte aus Schottland. Als er sieben Jahre alt war, zeigte ihm sein Bruder ein paar Zaubertricks. Zu Weihnachten erhielt er zwei Zauberkästen und von da an liess ihn die Zauberkunst nicht mehr los.
Den ersten Zauberkünstler, den er sah, war Roltare Eggelston.1922 sah er eine Vorstellung von The Great Maurice und besuchte zahlreiche weitere Vorstellungen von Zauberkünstlern in Varietés. 1923 abonnierte er The Sphinx. Vernon war sein Vorbild, praktische Kunststücke für sein Programm lernte er von Faucett Ross.
Mit 21 entschloss er sich, seinen Lebensunterhalt als Zauberkünstler zu verdienen. 
1933 zog er nach Kalifornien und wurde professioneller Zauberkünstler. Bis 1942 trat er in privaten Clubs, Nachtclubs und bei Banketten auf. 1942 wurde er in die Armee eingezogen und trat bis 1946 in vielen verschiedenen Ländern für die amerikanischen Truppen auf. Danach arbeitete er als Conférencier und Zauberkünstler in Kalifornischen Nachclubs, später vorwiegend bei Privatanlässen in Hollywood und Los Angeles. 
Von 1964 bis 1978 verfasste er die monatliche Kolumne "Magicana" in Genii und gab zahlreiche Seminare. 1936 war er eines von zwölf Mitgliedern der Academy of the Art of Magic. 1955 wurde er zu einem der zehn besten Kartenkünstler der USA erkoren.
Ausser in der Kolumne "Magicana" in Genii wurden Kunststücke von Charlie Miller  veröffentlicht in "Black Art Well Tricks" (mit Robert Parrish, 1969), "An Evening with Charlie Miller" (Robert Parrish,1961), "Charlie Miller Lecture Notes" (Magic Inc, 1967). 

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Miller, Jack

1884-1962 (USA)

Jack Miller lernte früh einige Kartentricks und Grundgriffe von seinem Vater, der Amateurzauberer war und war bereits mit 12 Jahren ein begabter Manipulator.
Mit 14 kaufte er seinen ersten Trick, das Becherspiel.
Mit 16 veröffentlichte er bereits zahlreiche Kunststücke und Griffe in Zauberzeitschriften. Später wurden viele seiner Tricks auf der ganzen Welt von Händlern verkauft. Viele Artikel von ihm erschienen in Sphinx und er trug zahlreiche Ideen und Kunststücke zum Tarbell Course bei.
Berühmt wrude seine Ringspiel-Routine mit 5 Ringen. Als junger Erwachsener betätigte er sich zunächst als Illustrators und Cartoonist, danach als Komiker in einem Trio. Danach wandte er sich der Zauberkunst zu. Zunächst trat er mit manipulativen Kunststücken mit Münzen, Zigaretten, Billardbällen usw. auf.
Später wandte er sich als "Mysterious Dr. X" der Mentalmagie zu, zunächst allein, später während 5 Jahren mit einer seiner Töchter.

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Milo & Roger
Arthur Brandon, 1916-1998
Charles Roger Coker,1930-1997) (USA) 


Milo & Roger traten jahrzehntelang erfolgreich in zahlreichen Ländern (USA, Mexiko, England, Deutschland, Frankreich, Spanien, Südafrika, Japan, Hong Kong, Thailand, Singapur, mit einer komischen Nummer in orientalischen Kostümen auf. Zu ihren Standardkunststücken gehörten das Indische Wasser, der Tempel von Benares und die verschwindende Ente (Where do the Ducks go?).
Als Sohn eines Chauffeurs in Alliance, Ohio geboren sah Milo mit 10 Jahren eine Vorstellung von Harry Blackstone Sr. 1929 richtete er in seinem Zimmer ein keines Theater ein und gab als "Brandon the Magicican" seine ersten Vorstellungen vor Bekannten. Im gleichen Jahr sah er zum zweiten Mal eine Vorstellung von Blackstone und hatte seinen ersten bezahlten Auftritt. 1930 sah er Howard Thurston und erneut Blackstone, den er nach der Vorstellung hinter der Bühne aufsuchte. Nachdem er mit bescheidenem Erfolg in verschiedenen Varietéshows aufgetreten war, zog er 1934 nach Miami, wo er sich ein Jahr lang mit Naturheilkunde und Astrologie befasste. Nach dem Besuch einer Vorstellung von Mandrake kehrte er nach Alliance zurück und versuchte sich erneut als Zauberkünstler. 1938 zog er auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten nach New York. 1948 nahm er den Namen Milo an. Im gleichen Jahr traf er Roger, 1949 trat dieser erstmals als sein Assistent auf. 1958 traten die beiden im Fernsehen auf. Von da an wurden sie immer erfolgreicher. 1964 begannen Sie eine Asientournee. In den folgenden Jahren traten sie unter anderem vor dem König von Thailand, in Fernsehshows in Amerika, in amerikanischen Revuen, im Stardust Hotel in Las Vegas, im Lido und Crazy Horse in Paris auf.
1976 liessen sich die beiden in Pattaya in Thailand nieder. Bis 1995 traten sie weltweit in zahlreichen weiteren Shows auf.
Nach einer 50 Jahre dauernden homosexuellen Partnerschaft stirbt Roger 1997 in Thailand an Krebs, Milo 1998 an den Komplikationen nach einer Lungenentzündung an allgemeinem Organversagen.

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Milton, Max (Arne Strömbom)

1932-2006 (S)

In den 1940er-Jahren begann Max Milton mit einem Freund aus Estland zu zaubern. Er trat in Restaurants, auf der Strasse und im Zirkus auf, unter anderem auch in Australien und in der Sowjetunion.
1963 erregte er grosse Aufmerksamkeit, als er in einer Revue in Göteborg mit Kanarienvögeln und einem Kakadu auftrat. Er fing an, Requisiten für einige ausgewählte Künstler zu bauen, vor allem für Carl-Einar Häckner, dessen Lehrmeister er war.
Im Magischen Club von Göteborg war Max Milton der Mentor von Zauberkünstlern wie Lennart Green und Tom Stone. Er nahm sich für alle Zeit und gab sein Wissen bereitwillig weiter. Er trat auf der Bühne auf, war aber auch einer der ersten Zauberkünstler in Skandinavien, der auf professioneller Basis Close-up auftrat. Er nahm an zahlreichen Wettbewerben Teil und war unter anderem schwedischer und nordischer Meister.
2000 zog er sich aus familiären Gründen zurück. 2004 gab er sein Comeback, im Herbst 2005 gab er ein Seminar in Hamstad.
2006 war er gezwungen den FISM-Kongress in Stockholm wegen Rückenbeschwerden zu verlassen. Zwei Monate später verstarb er an den Folgen von Tumoren an der Wirbelsäule und in der Lunge.

Mireldo (Henri Chrétienneau )
1910-1994 (F)

Mireldo trat unter den Pseudonymen Donax, De Max, und De Max Mireldo auf, bevor er definitifv den Namen Mireldo annham, unter dem ermit den Französoichen Nationalzirkus und dem Zirkus der Frères Fancki auf Tournee ging.
1952 gewann er am FISM-Kongress in Genf den ersten Preis in der Kategorie Grossillusionen.
Während vielen Jahren tat er im Théâtre du Musée Grévin auf. Zwischdendurch trat er auch im Boulevard. Rochechouart in Paris auf.
1959 trat er im Zirkus Medrano mit seiner Tochter Viviane mit einer Illusionsnummer auf.
Sie trat später unter dem Namen Viviane Mireldo weiter als Zauberkünstlerin auf.
Mireldo veröffentlichte das Heft "Mes trucs dévoilés" (1950).

Moe (Morris Seidenstein)

1909-2003 (USA)

Moe war in den 1920er und 1930er Jahren unter Zauberkünstlern bekannt für seine verblüffenden und einmaligen Kartenkunststücke.
Als er 1928 als Laufbursche arbeitete, zeigte ihm ein Zauberkünstler ein paar Kartenkunststücke. Moe meinte, er könnte so etwas auch und verblüffte den Zauberkünstler mit Variationen dessen, was 1930 als "Moe’s look at a Card“ auf den Markt kam.
Ermuntert durch den Zauberkünstler wurde Moe 1929 Mitglied von I.B.M und S.AM. Die Zauberkunst blieb ein Leben lang sein Hobby.
Die bekanntesten Kunststücke von Moe - "Look At a Card" und "Move A Card" - beruhten auf seinen aussergewöhnlichen Gedächtnisfähigkeiten, welche das Finden gewählter Karten wie wahre Wunder erscheinen liess, worauf auch die Bezeichnung "Moe's Miracles" zurückzuführen ist, unter der seine Kunststücke bis heute bekannt geblieben sind.

Moehring, John
1942-2017 (USA)

John Moehring wurde in Houston in Texas geboren. Mit 18 gewann er am Juniorenwettbewerb der Texas Association of Magicians den ersten Preis. Während seiner Studienzeit an der North Texas State University perfektionierte er seine Numme,r indem er jeweils im Sommer in einem Freizeitpark Wochenweise achtmal täglich auftrat.
1965 wurde er professioneller Zauberkünstler und trat in den 1960er-Jahren unter anderem auf Kreuzfahrten an Bord der HMS Queeen Elisabeth und in der Ed Sullivan Show auf.
Ab den 1970er-Jahren war er als Berater für zahlreiche Shows in Themenparks verantwortlich. 1978-1990 betrieb er seine eigene Firma für audiovisuelle Produktionen. Danach produzierte er al Angestellter der Showtek Corporation Shows für Themenparks in Atlantic City, Las Vegas, und Seoul.
1996-2000 war er als Autor und Mitherausgeber der Zeitschriften Magic Magazine tätig, ab 2000 bis 2005 als Redaktor der Zeitschrift M-U-M der Society of American Magicians.
Sein Buch "A Texan Trixter" (1986) enthielt neben seiner Autobiografie die Beschreibung seiner Handhabung klassischer Routinen wie der Salzvermehrung oder der erscheinenden Spazierstöcke. Er veröffentlichte ausserdem die zwei Bücher "Del Ray America’s Foremost" (2010) und "The Magical Life of Marshall Brodien" (2007).
2010 erkrankte John Moehring an der Parkinsonschen Krankheit. Trotz der damit verbundenen Beeinträchtigungen liess sein Enthusiasmus für alle Bereiche der Zauberkunst nie nach.
Biografie: Moehring, J. A Texan Trixter. Panorama Productions, Charlotte, NC, 1986.
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Molini, Antonio

1856-1912 (A)

Antonio Molini promovierte als Apotheker an der Universität von Graz, wandte sich jedoch dann dem Beruf des Zauberkünstlers zu.
Er erfand das "Orgelspiel", die Produktion von Tellern, Gläsern, Servietten, Messern und Gabeln sowie Esswaren für zwei Personen aus sechs immer wieder leer vorgezeigten Röhren.
In seinen späteren Jahren trat er al mit einer stummen Nummer als Japanischer Zauberkünstler auf.

Mondor, Card

1922-2001 (AUS)

Carl Mondor trat bereits als Teenager regelmässig an Wohltätigkeitsveranstaltungen und bei Geburtstagsfeiern auf. Um seine Kenntnisse der Zauberkunst zu erweitern liess er sich von The Great Virgil als Assistent einstellen und begleitete ihn auf einer Tournee durch den westlichen Teil der Vereinigten Staaten.
Als er sich mit einer eigenen Nummer im Theater und in Clubs zu etablieren begann, brach der zweite Weltkrieg aus. Mondor gab während vier Jahren unzählige Vorstellungen für die amerikanischen Truppen.
Nach dem Krieg entwickelte er eine Kabarett-Nummer für Clubs und Varietés und heiratete die Tänzerin Donna Haynes, die künftig als seine Assistentin fungierte.
Ende der Vierzigerjahre trat er während eines Jahres mit einer Geistershow, "Dr. Ogre Banshee's Chasm of Spasm" auf, darauf während zwei Jahren mit der Horror-Show "Dracula's Living Nightmares". Danach organisierte er Virgils erste Welttournee, die in Neuseeland begann.
Nach Fernsehauftritten in Australien in der von Amerika übernommenen Serie "Bozo the Clown" übernahm er Ende der Siebzigerjahre Aladdin's, ein Zaubergeschäft in Melbourne, das er später an John Williams verkaufte.
In seinen letzen vier Lebensjahren verfasste er seine Autobiographie "Dreams, Schemes, Nightmares & Illusions" (2001).


Moore, E. J. (Ernest Joseph Limberger)

1881-1957 (USA)

E. J. Moore trat mit verschiedenen Nummern auf, 1898 zusammen mit einem Partner, 1902 bis 1905 war er Mitglied einer Truppe, deren Künstler neben ihren eigenen Nummern auch als Schauspieler in Theaterstücken auftraten. 1
910, zu Beginn seiner Karriere in Vaudeville-Theatern, war er zunächst bekannt durch seine Fluchtkiste, Tüchermanipulationen und den Kartensteiger, später trat er mit immer grösserem Erfolg als humoristischer Sprechzauberer auf.
1920 ging Moore nach England, wo er während eines halben Jahres auftat, unter anderem im Coliseum und im Palladium in London.
Danach trat er bis 1930 wieder in Amerika auf, bis seine Nummer in Vaudeville nicht mehr gefragt war. Darauf begann Moore, andere Künstler zu betreuen und verschiedene andere Tätigkeiten im Showbusiness auszuüben.

Moorehouse, Hank

1934-2011 (USA)

Der im m ittleren Westen in in Oak Parks in Illinois geborene Hank Moorehouse trat als komischer Zauberkünstler auf und machte sich auf vielen internationalen Tourneen mit Auftritten in England, Deutschland, Italien, Norwegen, Japan und China einen Namen und war weltweit als Autorität auf dem Gebiet der Zauberkunst anerkannt. 
1981 bis 1982 war er Präsident der S.A.M. und wurde zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt. Während 16 Jahren buchte er als Produzent der Shows an Kongressen der S.A.M. über 500 Künstler aus Amerika und dem Ausland und trug so viel zu einer hohen künstlerischen Qualität der Kongresse bei.
Bei drei FISM-Kongressen sass er in der Wettbewerbsjury. Als künstlerischer Direktor amtete er 2008 beim gemeinsamen Kongress von I.B.M. und S.A.M., 2009 bei den Weltmeisterschaften der FISM in Peking. Daneben arbeitete er erfolgreich als Zaubergerätefachhändler und war unter Zauberkünstlern einer der bekanntesten Conférenciers.
2011 starb während einer China-Tournee nach einem Schlaganfall.


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Mora, Silent (Louis Jerome McCord)

1884-1972 (USA)

Silent Mora wuchs als eines von vier Kindern eines Maurers in der Nähe von Pittsburgh auf. Mit 10 Jahren erhielt er Zauberunterricht von John Lawrence McKissock. Mit 14 nahm er Pantomimeunterricht. Als Teenager sah er eine Vorstellung von Maro und nahm sich diesen zum Vorbild. Er stellte die Buchstaben von Maros Namen um, und da er stumm arbeitete, nannte er sich Silent Mora.
Von 1901 an trat er als professioneller Zauberkünstler auf. Er war ein exzellenter Manipulator mit charmanter Persönlichkeit. Er trat als Pantomime in chinesischer Kleidung auf. Seine Manipulationen erschienen mühelos und völlig natürlich, seine Griffe täuschten Auge und Geist und schufen perfekte Illusionen.
Silent Mora erfand und fertigte viele Kunststücke in Handarbeit an. Seine Routine mit einem von zwei Zuschauern gehaltenen Netz und kleinen Bällen, die erschienen, verschwanden und wanderten, wurde zu einem Klassiker.
1910 heiratete er Augusta R. Toogood, mit der er eine Tochter und einen Sohn hatte.
Von 1909 bis 1917 trat er in Variétés (Vaudeville) auf, 1918 bis 1929 vorwiegend in Chautauqua (reisende Zelt-Shows mit Kuturprogrammen für Erwachsene), wo er grosse Erfolge feierte. Dort begann er auch seine Nummer mit Vortrag vorzuführen, womit er entgegen seinen anfänglichen Befürchtungen ebenfalls äusserst erfolgreich war.
Bis in die 1960er-Jahre trat Silent Mora in Clubs auf. Danach musste er sich wegen gesundheitlicher Probleme in Spitalpflege begeben. Eine Rückkehr auf die Bühne war ihm nicht vergönnt.

Biografie: Rauscher, W. V. Silent Mora. The Story of Louis J. McCord.1878 Press Company, n. pl., 2014


Moretti, Hans (Hans Cewe)

1928-2013 (PL)

Hans Moretti wurde als Sohn eines Bauern in einem kleinen Dorf in Polen geboren. Mit acht Jahren besuchte er mit seiner Schulklasse die Vorstellung eines Zauberkünstlers und war von da an von der Zauberkunst fasziniert.
1940 wanderte die Familie ohne die Eltern, die inzwischen verstorben waren, ins Sudetenland aus. Hans wohnte zunächst bei seiner älteren Schwester, wurde dann aber in ein Kinderheim abgeschoben. Er konnte keine Schule besuchen und brachte sich das Lesen und Schreiben in Deutsch später selber bei.
Nach einem kurzen Aufenthalt bei Pflegeeltern zog er wieder zu seiner älteren Schwester und begann 1944 eine Lehre bei der Reichsbahn. 1945 flüchtet er vor den Russen und fand in Celle erneut eine Anstellung bei der Bahn. Als er sich nach einem Bombenangriff auf den Bahnhof durch die Engländer, bei dem ein Zug mit KZ-Häftlingen getroffen wurde, weigerte, bei den Aufräumarbeiten zu helfen, wurde er entlassen. In der Folge schlug er sich mit diversen Jobs durch.
Als er eines Tages bei einem Varieté ein Foto von einem Künstler sah, der an den Zähnen hing und dabei mit Ringen jonglierte, begann er zu trainieren und gab nicht auf, bis er dies auch schaffte. Danach erlernte er zusammen mit einem Partner das Jonglieren und studierte mit diesem eine artistische Nummer ein, bei der er an den Zähnen, sein Partner jonglierend an seinen Füssen hing. Als eines Tages ein reisendes Varieté im Ort war, führten sie dem Direktor ihre Nummer vor und wurden auf der Stelle engagiert. Da sie schlecht und zuletzt gar nicht mehr bezahlt wurden, kündigten sie bald wieder, der Partner von Moretti zog sich zurück.
Einige Zeit später fand Moretti eine Anstellung bei einem anderen Varieté im Ruhrgebiet und arbeitete dann mit einem Mann zusammen, der als Artist, Komiker, Clown und Zauberer auftrat. Als dieser eines Tages infolge eines Unfalles nicht auftreten konnte, übernahm Hans Moretti, der sich inzwischen die dazu erforderlichen Fertigkeiten angeeignet hatte, seine Rolle. Nach der Rückkehr des Verunfallten tat sich Hans mit einem Akkordeonspieler zusammen und machte sich selbständig. Von da an trat er unter dem Namen Moretti als Artist, Clown und Zauberer auf.
1954 lernte Hans Moretti bei einer Vorstellung seine zukünftige Frau Helga kennen, mit der er zwei Söhne und eine Tochter hatte. Im gleichen Jahr führte er zum ersten Mal eine spektakuläre Blindfahrt mir dem Auto aus, bei der er einen zuvor versteckten Gegenstand fand. Solche Blindfahrten wiederholte er in der Folge in verschiedenen Städten und erhielt dadurch nationale Aufmerksamkeit. Übertroffen wurde diese Nummer durch einen weiteren Weltrekord, die Befreiung aus Handschellen und Ketten an einem brennenden, unter einem Hubschrauber hängenden Seil in 20,15 Sekunden. Eiknen weiteren Weltrekorde (von insgesamt 18) erzielte er mit einem Apfelschuss mit verbundenen Augen, rückwärts über die Schulter.
Nachdem sich Moretti einen Namen gemacht hatte, trat er in allen Ländern Europas in den grössten Varietés auf. Er entwickelte weitere spektakuläre Schiessnummern, bei denen er auf an Fäden aufgehängte beweglich Ziele oder auf um seine Partnerin angeordnete Pingpongbälle und ihre Ohrringe schoss; oder er liess zwei Zuschauer auf Telefonbücher schiessen, einen mit Pfeil und Bogen, den zweiten mit einem Gewehr und ein dritter Zuschauer schlug einen Nagel in ein Telefonbuch. Danach erriet Moretti mit Hilfe seiner Partnerin, die als Medium agierte, mit verbundenen Augen die getroffenen Namen.
Moretti spielte auch in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen mit. Dank seines Bekanntheitsgrades blieb es nicht aus, dass er für Auftritte auf Kreuzfahrtschiffen angefragt wurde. Unter anderem führte er dort einen Balanceakt vor, bei dem er mit einem Fuss auf einer Leiter stand, die ihrerseits auf zwei Sektflaschen balancierte, die auf einem von zweimal vier Hals auf Hals stehenden Sektflaschen getragenen Brett stand; auf dem freien Fuss balancierte er einen Blumentopf, den er aus einer auf seiner Schulter platzierten Teekanne begoss, während er aus einer auf dem Kopf balancierten Kanne Wasser in ein Glas goss, das auf einer Streichholzschachtel balancierte, die ihrerseits auf einem in seinem Mund gehaltenen Messer balancierte! Von 1965 bis 1985 absolvierte Moretti 13 Weltreisen auf Kreuzfahrtschiffen. Zu seiner Glatze, die zu seinem Markenzeichen wurde, kam er, als er sich einmal unter Alkoholeinfluss seinen Kopf rasierte. Zuerst besorgte er sich eine Perücke, nachdem ihm jedoch versichert wurde, dass im die Glatze gut stehe, blieb er von da an dabei.
Da es immer schwieriger wurde, mit Schusswaffen zu reisen, suchte Moretti nach einer Alternative und kam auf die Idee Armbrüste zu verwenden. Er entwickelte seine Nummer, bei der er mit einer Armbrust auf den Abzug der zweiten schosst, diese auf die dritte Armbrust usw. So schoss er auf Ballons und auf einen Apfel auf dem Kopf seiner Partnerin, zuletzt mit zwölf Armbrüsten. Diese Nummer wurde von seinen Söhnen übernommen.
Im Zusammenhang mit der Verwendung von Armbrüsten erfand Moretti auch das "Tibetanische Kreuz". Dabei zielten drei Armbrüste auf die Brust und den Kopf des mit Handschellen, Fussfesseln und Ketten mehrfach an ein Kreuz gefesselten Moretti. Die Armbrüste wurden durch Sanduhren ausgelöst, d. h. um nicht von den Pfeilen getroffen zu werden, musste sich Moretti sich innerhalb von 90 Sekunden aus den Fesseln befreien.
Auf einer Kreuzfahrt entstand auch die Nummer mit dem Pappkarton, in dem der gefesselte Moretti scheinbar von Schwertern durchbohrt wurde, welche Zuschauer durch den Pappkarton stiessen, sich entfesselte und schliesslich im Clownskostüm aus dem Karton stieg.
Durch seine Auftritten auf Kreuzschiffen war Moretti unterdessen weltbekannt geworden. Er trat weiterhin in zahlreichen Fernsehshows und an Galas auf.
Moretti erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1976 den ersten Preis in der Sparte Illusionen am FISM-Kongress in Wien, 1979 am FISM-Kongress in Brüssel mit seinem Russischen Roulette den ersten Preis in der Sparte Mentalmagie, den Golden Lion Award von Siegfried & Roy, den Grand Prix Magiques Monte Carlo, einen Masters Fellowship Award von der Academy of Magical Arts, den Mandrake D'Or und das Bundesverdienstkreuz.
Moretti beendete seine Karriere als Zauberkünstler nachdem er an Alzheimer erkrankt war.

Biografie: MORETTI, H., MEHLER, HA. A. Moretti. Eine Magische Karriere. Möwe Verlag GmbH, Hünstetten, 1997
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Moroso, Denis (Licio Moroso)

1920-2007 (I)

Licio Moroso wurde in San Daniele im italienischen Friaul geboren. Mit 13 Jahren sah er auf einem Markt einen Zauberkünstler, der ein Kartenkunststücke vorführte und verkaufte. Er hatte kein Geld, um das Kunststück zu kaufen, es gelang ihm jedoch, hinter das Geheimnis zu kommen, indem er einen Bauern beobachtete, der den Trick gekauft hatte und damit herumspielte. Zu Hause stellte er sich das Kunststück selber her, ohne da schon zu ahnen, dass er einmal selber einer der weltbesten Zauberkünstler werden würde.
Schon früh studierte er nächtelang Zauberbücher um Kunststücke und Techniken zu erlernen. In der Schule unterhielt er Mitschüler und Lehrer mit seinen Erfindungen.
1942 wurde er eingezogen und diente während des Krieges in der italienischen Armee als Luftwaffenoffizier. Nach dem Krieg machte er 1945 seine ersten Schritte als professioneller Zauberkünstler und ging nach Frankreich. Dort gab es viele Zauberkünstler und er stellte bald fest, dass er ohne ein gründliches Studium der Zauberkunst keine Chance hatte. Er studierte auch die Reaktionen des Publikums und stellte bald fest, dass grosse Illusionen und komplexe Apparate bei den Zuschauern nicht so gut ankamen wie auf Handfertigkeit beruhende Kunststücke mit kleinen Objekten. Einen Ball aus der Hand verschwinden zu lassen wirkte oft stärker, als einen Elefanten aus einem clever konstruierten Apparat verschwinden zu lassen.
Er wurde bald ein Freund und Mitarbeiter von Jules Dhotel, Präsident der Association Française des Artistes Prestidigitateurs und nahm 1952 am FISM-Wettbewerb in Genf teil. In Konkurrenz mit 105 Zauberkünstlern aus 17 verschiedenen Ländern gewann er als erster italienischer Zauberkünstler den Grand Prix.
Mit seinem eleganten Stil und seinem Auftritten ohne grosse Apparate bereitete er in Italien den Weg für eine neue Richtung der Zauberkunst als Gegenpol zu den grossen Illusionsshows.
Denis Moroso war im Ausland einer der bekanntesten italienischen Zauberkünstler. Mit seinen eleganten Manipulationen trat er in den berühmtesten Cabarets und Clubs sowie bei den wichtigsten internationalen Veranstaltungen auf der ganzen Welt auf.
1971 zog er sich nach der letzten Präsentation seines "Entertainment of Magical Arts" in San Daniele von der Bühne zurück und widmete sich dem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie.
Er starb 2007 in San Daniele.

Biografie: Denis Moroso. In Raimondi. Spettacolo magico. Illusionisti italiani dal XVI al XX Secolo. Edizioni La Porta Magica, Roma, 2000, p. 235f

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Morritt, Charles

1860-1936 (GB)

Charles Morritt war ein erfolgreicher britischer Bühnenmagier, der viele Illusionen erfand. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch 1877 durch eine Vorstellung der Davenport Brothers geweckt. Ein Jahr später bereiste er mit einer selber zusammengestellten Schau die Provinzstädte und trat 1886 zum ersten mal in London auf.
1887 folgte eine Amerikareise, während der er für Alexander Herrmann arbeitete und für ihn verschiedene Illusionen entwickelte.
Bevor er ab 1888 er mit Maskelyne und Cooke in Londons Egyptian Hall aufzutreten begann, war er berühmt geworden durch seine Gedankenübertragung, die er mit seiner Schwester Lilian vorführte. Im Gegensatz zu allen anderen Vorführenden verwendete er nicht einen Sprachcode sondern den gezielten Einsatz von Pausen zwischen den wenigen Worten, die er sprach.
Er Entwickelte die später von Kellar vorgeführte Illusion "Oh!". 1914 siedelte er nach dreijährigem Erfolg in die St. George's Hall über. Er war ein führender Erfinder von Spiegeltäuschungen. Unter seinen vielen Illusionen befand sich "Das Verschwinden des Esels" und "Tally Ho" (das Erscheinen einer ganzen Fuchsjagd mit Reitern, Pferden, Jägern und Füchsen aus dem Nichts).

Mulack, Friedrick

1838-1919 (D)

Friedrich Mulack wurde als Sohn eines Schmiedemeisters in Benndorf geboren. Mit 14 sah er eine Vorstellung des Magdeburger Zauberkünstlers Carl Ehrhardt, bei dem er dann vier Jahre in die Lehre ging. Danach arbeitete er in einem elektrotechnischen Geschäft, anschliessend war er bis 1866 an einem Theater angestellt. Als das Theater keine Gagen mehr bezahlen konnte, wandte er sich erneut der Zauberkunst zu. 
Der deutsch-französische Krieg von 1870-71 unterbrach seine künstlerische Laufbahn. Nach dem Krieg baute er das Zaubertheater Mulack auf. Im Gegensatz zu anderen Zaubertheatern, die wegen der überall neu entstehenden Varietés schliessen mussten, hatte Mulack Erfolg und sein Theater bestand bis zu seinem Tod. Bei seinen Vorstellungen trug er stets das ihm für seine Verdienste an der Front verliehene Eiserne Kreuz.
1887 heiratet er seine zweite Frau. Mit zwei Theaterwagen zog er durchs Land, vorwiegend durch Kleinstädte Mitteldeutschlands und Polens. Von vier seiner sieben Kinder aus zweiter Ehe, zwei Töchtern und zwei Söhnen, ist bekannt, dass sie in die Vorstellung einbezogen wurden; sie assistierten bei Illusionen, traten als Musiker, Handschattenspieler, Wahrsagerin und Tänzerin auf. In der Regel trat Mulack mit seinem Theater während vier Tagen an einem Ort auf, wobei das abendfüllende Programm von zwei bis drei Stunden jeden Tag gewechselt wurde. Das meist dreiteilige Programm bestand etwa aus einem ersten Teil mit schwarzem Theater, einem zweiten Teil mit allgemeinen zeitgenössischen Kunststücken, Manipulationen, Kartenkunststücken und Schattenspielen. Im dritten Teil zeigten Mulack und seine Töchter eine Schweberoutine und den Serpentinentanz. Seine geschliffene Sprache, seine Kostüme und vielfältigen Darbietungen sorgten immer für volle Säle und seine Vorstellungen wurden von der Presse als sehr effektvoll und fesselnd beschrieben.
Nachdem eine Tochter das Theater verlassen hatte und ein Sohn im ersten Weltkrieg gefallen war, gab Mulack noch bis zu seinem Tod Vorstellungen, zuletzt nur noch von seiner Frau und seinem zweiten Sohn unterstützt.

Foto: Marco Habermann; ausführlichere biografische Angaben hier und in: Magische Welt, Heft 2, März/April 2007, S. 106ff 

Mulholland, John

1898-1970 (USA)

John Mulholland sah bereits mit 5 Jahren Kellars Show. Mit 13 nahm er Zauberstunden und trat mit 15 Jahren erstmals auf.
John Mulholland war professioneller Zauberkünstler und Sammler von Zauberbüchern, -plakaten und -geräten. Aussserdem war er von 1932-1952 der letzte Herausgeber von Sphinx .
Er verfasste über 10 Bücher über die Zauberkunst.

Mullica, Tom (Thomas Blaine Mullica)
1948-2016 (USA)

Tom Mullica wollte bereits mit 5 Jahren ein Clown werden. Zwei Jahre später entdeckte er die Zauberkunst und begann beides zu kombinieren. Während seiner Schulzeit beschäftigte er sich intensiv mit der Zauberkunst.
Nach drei Jahren Militärdienst in Korea und Deutschland zog nach Colon in Michigan, wo er bei Abbott's Magic Company arbeitete.
Dann zog er nach Atlanta in Georgia, wo er sich zum Barkeeper ausbilden liess. Er übernahm die Leitung eines französischen Restaurants, wo er zunächst in einem Nebenraum zaubere. Nachdem er damit überwältigenden Erfolg hatte, wurde der Raum zum Tom Foolery Magic Bar Theater mit 50 sitz- und 20 Stehplätzen ausgebaut.
Tom Mullica war nicht nur ein äusserst unterhaltender Zauberkünstler, sondern auch ein begabter Bauchredner, Pantomime und Comedian. Zwischen 1976 und 1987 gab er über 3000 ausverkaufte Shows. Die Tom-foolery wrude von zahlreichen Prominenten besucht. So 1980 auch von Red Skelton, der Toms Freund wurde, ihn beriet und ihm etliches Material für seine Vorstellungen zur Verfügung stellte.
Tom Mullica trat in hunderten von Fernsehsendungen in der ganzen Welt auf, in Amerika u. a. in der Late Night Show bei David Letterman, bei World's Greatest Magic und bei Penn & Teller. Mit zahllosen Auftritten in Casinosund Hotels in Atlantic City und Las Vegas war Tom Mullica einer der meistgebuchten Varieté-Nummern seiner Zeit.
1984 gewann er am siebten Las Vegas Desert Magic Seminar den von Siegfried und Roy ausgeschriebenen Gold Lion's Head Award und die Auszeichnung "World's Greatest sleight-of-hand Artist" Teil der Nummer, die er zeigte, war seine berühmte Zigarettenroutine, bei der er scheinbar ein Dutzend brennende Zigaretten verschluckte.
Nach 11 Jahren in der Tom-foolery wollte Tom etwas Neues beginnen. Red Skelteon riet ihm, aus seinem Repertoire 15 Minuten der besten Kunststücke zusammenzustellen und sie stumm zu Musikbegleitung vorzuführen. Mit einer solchen Nummer könnte er überall in der Welt auftreten, da er keine Sprachbarriere zu überwinden hätte. Tom folgte dem Rat und nach einer sechsmonatigen Übungsphase ging er nach Paris, wo er im Crazy Horse Saloon engagiert wurde.
Daneben führte er weiterhin auf der ganzen Welt seine unglaublichen Kartenkunststücke vor.
1991 kehrte er nach Amerika zurück und trat bis 1996 weiterhin mit Comedymagie auf.
1996 begann er mit der Nummer "Tom Mullica as Red Skelton - The Legend Continues" aufzutreten, die er in Theatern in ganz Amerika und Kanada spielte.
2010 überwand Tom Mullica durch eine Zelltransplantation eine Leukämie. 2015 zog Tom nach Las Vegas, kehrte zu seinen Wurzeln zurück und widmete sich erneut ausschliesslich der Zauberkunst. Lediglich seine Zigarettennummer strich er aus seinem Repertoire.
2016 traten bei Tom Mullica nach einer routinemässigen Rückenoperation unerwartete Komplikationen auf und er verstarb an dadurch verursachten Schlaganfällen und multiplem Organversagen.
Tom Mullica war der Erfinder der "Mullica Wallet", einer Brieftasche, aus der eine gewählte Spielkarte ohne Palmage produziert werden kann. 170 von Tom Mullica in der Tom-Foolery Bar vorgeführte Kunststücke und Gags wurden im von Richard Kaufmann verfassten Buch "Tom Mullica Starring in Show-Time at the Tom-foolery" (1992) beschrieben.
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Murray (Leo Norman Maurien Murray Stewart Carrington Walters)

1901-1988 (AUS)

Murray fuhr mit 16 auf einem Frachtschiff nach Kanada. Nach bescheidenen Anfängen wurde er als Entfesselungskünstler bekannt, als er sich über dem Picadilly Circus hängend aus einer Zwangsjacke befreite.
Danach trat er im Coliseum, im Palladium, im Alhambra auf und feierte eine triumphale Heimkehr nach Australien, reiste durch Indien, Südafrika und Europa. In Jeder Stadt zeigte er ein anderes Entfesselungs- oder Befreiungskunststück. Er trat damit auch in europäischen Zirkussen auf. Er führte Fallschirmsprünge mit hinter dem Rücken gefesselten Händen aus, liess sich in einem Postsack eingeschlossen ins Wasser werfen.
Zu Beginn des Krieges musste er all seine Utensilien in Deutschland zurücklassen und von vorne beginnen. Bei Kriegsende hatte er die grösste Magische Show in England.
1954 zog er sich krankheitsbedingt aus dem aktiven Künstlerleben zurück und eröffnete ein Zaubergeschäft in Blackpool.

Musty, Spiridione

1885-1962 (I)

Musty begann seine Karriere als Zauberkünstler schon sehr früh und trat in Rumänien, Frankreich, Belgien und Nordafrika auf.
Da er nach seiner Rückkehr in Italien keinen Erfolg hatte, ging er nach Frankreich und liess sich schliesslich in Nürnberg nieder.
Für seine einzigartige komische Nummer erhielt er höchstes Lob, in der Zeitschrift "Magie" wurde er als "der Grock der Zauberkunst" betitelt.
1956 erhielt er als siebter Empfänger den von Dr. Hellmuth Teumer gestifteten Ring des Magischen Zirkels von Deutschland.
 
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