1942-2026 (E)

Tamariz, Juan

(Juan Manuel Tamariz-Martel Negrón)

Juan Tamariz wurde am 18. Oktober 1942 als Sohn von Julio Tamariz – Martel Fabre und María del Consuelo Negrón de las Cuevas geboren. Im Alter von vier Jahren nahm ihn sein Vater ins Theater mit, um eine Zaubershow anzusehen. In diesem Moment beschloss Juan Tamariz, die Kunst der Zauberei zu erlernen.

Am Dreikönigstag erhielt er einen Zauberkasten geschenkt und machte seine ersten Schritte in der Welt der Zauberei. Darüber hinaus ging er, wann immer er konnte, in den Zirkus, um Zauberer zu beobachten. Er besuchte auch die Schulen seiner älteren Brüder, um die Vorstellungen des Zauberers Marlow zu sehen, und versuchte herauszufinden, wie die von ihnen gezeigten Tricks funktionierten. Er lieh sich Bücher über die Zauberei aus und begann, Zaubertricks vor immer größerem Publikum vorzuführen.

Mit 16 Jahren versuchte er der Sociedad Española de Ilusionismo beizutreten. Er wurde jedoch abgelehnt, da das Mindestalter für den Beitritt bei 20 Jahren lag. Mit 18 Jahren bewarb er sich erneut. Er verblüffte die Prüfer derart, dass er die Mitgliedschaft erhielt, obwohl er das Mindestalter noch nicht erreicht hatte.

Kurz darauf lernte er Juan Anton kennen. Gemeinsam schufen sie die Nummer „Los Mancos“ (Die Einarmigen. In dieser Nummer traten sie gemeinsam auf und benutzten dabei beide nur je eine Hand. In dieser Zeit lernte Tamariz auch seinen Lehrer Arturo de Ascanio sowie andere erfahrene Zauberer kennenlernte. Außerdem begann er, als Clown und Puppenspieler aufzutreten. Diese Rollen gaben ihm die Möglichkeit, seine komödiantischen Fähigkeiten zu verbessern.

Juan Tamariz absolvierte ein Bachelor-Studium in Naturwissenschaften, absolvierte jedoch nur vier der fünf erforderlichen Jahre. Er brach das Studium vor allem deshalb ab, weil sein eigentliches Interesse dem Kino galt. Anschließend schrieb er sich an einer Filmhochschule ein, wo er die Regisseure und Drehbuchautoren José Luis García Sánchez und Miguel Hermoso kennenlernte. Aufgrund zahlreicher Streiks an der Hochschule wurde diese 1970 geschlossen. Dies führte dazu, dass Tamariz keinen Abschluss als Filmregisseur erlangte.

Nach der Schließung der Schule gründete Tamariz 1971 zusammen mit Arturo de Ascanio, Juan Antón, Ricardo Marré, Camilo Vázquez, José Puchol und Ramón Varela die "Escuela Mágica de Madrid “. Dabei handelte es sich nicht um eine Schule im üblichen Sinne, sondern um eine Denkschule und ein Studienzentrum für die Kunst der Close-up- und Kartenzauberei.

Ab 1979 fanden die „Jornadas Cartomágicas de San Lorenzo de El Escorial“ statt, die aus der Escuela Mágica de Madrid“ hervorgingen.

Nachdem Tamariz in Spanien an Wettbewerben diverse Preise gewonnen hatte und mit „Los Mancos“ bei der FISM 1970 den zweiten Platz in Kartenmagie belegt hatte, gelang ihm 1973 an der FISM in Paris mit dem Ersten Preis in Kartenmagie der endgültige Durchbruch.

Im Jahr 1975 trat Juan Tamariz zusammen mit Julio Carabias in seiner ersten eigenen Fernsehserie „Tiempo de magia“ auf. Danach war er bis Anfang der 1990er-Jahre in diversen mehrteiligen Sendungen und bei zahlreichen Gastauftritten in Talkshows und Varieté-Sendungen zu sehen.

In seinem lebenslangen Bestreben, die Zauberkunst als Kunstform zu etablieren, prägte Tamariz die Close-up- und Kartenzauberei während über fünf Jahrzehnten massgeblich. Er gab Vorstellungen, Seminare und Workshops in ganz Europa, Amerika und Asien.

Tamariz wurden diverse Auszeichnungen verliehen, u. a. 1992 von der Academy of Magical Arts "Magician of the Year", 2000 "Performing Fellowship", 2012 "Master Fellowship". An der FISM 2009 in Peking wurde er mit einem "Special Award on Theory & Philosophy" ausgezeichnet. 2013 erhielt er vom Magic Cirlce den John Nevil Maskelyne Prize Für Literatur und theoretische/künstlerische Beiträge zur Zauberkunst.

Bis ins hohe Alter trat Tamariz noch in zahlreichen Zauber- und Comedy-Shows auf Kongressen rund um die Welt auf, insbesondere in Spanien, wo er in verschiedenen Sendungen und Fernsehveranstaltungen zum Thema Zauberei zu sehen war.

Juan Tamariz verfasste neben Seminarnotizen, zahlreichen Artikeln in Circular, der Publikation der Escuela de Magica de Madrid und Artikeln in internationalen Zeitschriften mehrere Bücher, wovon einige ins Englische, Französische, Italienische und Deutsche übersetzt wurden:

"Monedas, monedas... (y monedas)" (1969)

"Truki-cartomagia" (In collaboration with Ramón Varela, 1970)

"Aprenda Usted Magia" (1973)

"Magia en el Bar" (1975)

"Magicolor: (la magia del cambio de color)" (1977)

"Enciclopedia del forzaje" (1980)

"Los Cinco Puntos Mágicos" (1982; überarbeitet 1988, überarbeitet 2005; Englische Ausgabe: "The Five Points in Magic" 2007)

"Por arte de magia: Historia de los autómatas precedida de la historia de la prestidigitación y manipulación" (1982)

"La Vía Mágica" (1988,;Zweitge Auflage 2011. Englische Ausgabe: "The Magic Way" 2014)

"Sonata: Música Bruja Vol I "(1989. Englische Ausgabe: "Bewitched Music, Vol. 1: Sonata" 1991)

"Secretos de magia potagia. Volumen 2 de La biblioteca encantada de Juan Tamariz" (1990)

"La sangre del turco. Volumen 3 de La biblioteca encantada de Juan Tamariz" (1990)

"El Mundo mágico de Tamariz" (1991)

"La magia del falso pulgar: (teoría, técnica y práctica)" (1992)

"Sinfonía en mnemónica mayor: la baraja mnemónica de Tamariz. Volumen 2 de Música bruja" (2000. Englische Ausgabe: "Mnemonica" (2004)

"Por arte de verbimagia" (2005. Englische Ausgabe: "Verbal Magic" 2008)

"El Arcoiris Mágico" (2016. Englische Ausgabe: "The Magic Rainbow" 2019)

"Letters From Juan - Vol. 1" (2023)

"Letters From Juan - Vol. 2" (2023)

"Letters From Juan - Vol. 3" (2023)

"Letters From Juan - Vol. 4" (2023)

"Letters From Juan - Vol. 5" (2023)

"Letters From Juan - Vol. 6" (2023)