Der Begründer dieser Internetseite

 

 

 

Scherer Christian Rudolf, 1948-     (CH)

Geboren wurde Christian Scherer in Köniz, einer Vorortsgemeinde von Bern, als drittes Kind eines selbständigen Kaufmannes (Inhaber eines Spielwarengeschäftes in Bern). Er besuchte die Primarschule in Köniz, Progymnasium und Gymnasium in Bern und absolvierte ein Psychologiestudium in Bern. Seit 1977 arbeitet er bei der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung, wo er als Verkehrspsychologe auf dem Gebiet der Nichtberufsunfallverhütung während 8 Jahren als Abteilungsleiter in der Forschung arbeitete, 1985 bis 2011 als Leiter der Abteilung "Erziehung".

Da er in seinem Beruf stets nur ein Teilzeitpensum von 70 Prozent absolvierte, hatte und hat er Gelegenheit, sich in seiner Freizeit ausgiebig mit der Zauberkunst zu befassen, von der er seit seinem 10. Lebensjahr an fasziniert war. Nachdem er von seinem Patenonkel einen Zauberkasten erhalten hatte, liess er sich im weiteren zu Geburtstag und Weihnachten alle im öffentlichen Buchhandel erhältlichen deutschsprachigen Bücher schenken, damals nur sehr wenige, insbesondere die Bändchen der "Perlenreihe" von Mertens und Scadelli, ein Buch von Michalski, die Bücher von Sperling. Nach ein paar Jahren hatte er daher den Eindruck, alles gelernt zu haben, was es über die Zauberkunst zu wissen gab. Der Besuch einer Zaubervorstellung im Kursaal in Bern 1967 belehrte ihn eines Besseren. Im Programmheft fand er zum ersten Mal die Adresse eines Zaubergerätehändlers (L' Academie Suisse de Magie, Ch.-E. Sauty), wodurch ihm eine fantastische neue Welt voller unerklärlicher Wunder eröffnet wurde. Ein Jahr später, nach dem Besuch einer weiteren Zaubervorstellung (in der unter anderen Siegfried und Roy auftraten!) stiess er auf die Adresse von Alfred Kellerhof, bei dem er auf dessen Empfehlung Hugard und Braues "Modern Magic Manual" kaufte und nun "richtige" manipulative Zauberkunst zu studieren begann. Seine erste richtige Vorstellung gab er mit 21 Jahren anlässlich eines Hochzeitsfestes.

Nachdem er zwei Jahre später auf die Adresse von Axel Rasmussen (einem damaligen Händler mit einem sehr grossen englischsprachigen Literaturangebot) gestossen war, begann er ein intensives Literaturstudium, insbesondere der manipulativen Magie und der Kartenkunst. Seine Bibliothek wuchs laufend an und umfasst heute  - neben zahlreichen zeitgenössischen und alten Zeitschriften - über 1'100 Titel, die er allesamt gelesen und studiert hat.

Ein paar Jahre später lernte Christian Scherer, der bis dahin keine anderen Zauberkünstler kannte, Almeico (Albert Meier) kennen, der in Bern ein Zaubergeschäft eröffnet hatte. Nachdem er diesen mit einer Demonstration des damals in der Schweiz praktisch unbekannten Faro Suffle davon überzeugt hatte, dass er etwas von Kartenzauberei verstand, verbrachte er in den folgenden Jahren regelmässig die Samstagnachmittage im Magic Studio von Almeico. Mit 29 Jahren besuchte er zum ersten Mal einen Zauberkongress (in Montreux). 1978 veröffentlichte er sein erstes Buch über Kartenmagie (s. "Publikationen" weiter unten). Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der I.B.M, 1979 Mitglied des auf Initiative von Micky Delf in Bern gegründeten Magic Promotion Club (Mitglied der FISM). Von 1980 bis 2000 leitete Christian Scherer den Magic Promotion Club - der sich 1987 als Ortsclub dem Magischen Ring der Schweiz anschloss - als dessen Präsident.

1980 nahm er in Bonn zum ersten Mal an einem Wettbewerb in der Kategorie Kartenmagie teil, den er als völlig Unbekannter auf Anhieb gewann. Von da an machte er sich im deutschsprachigen Raum einen Namen als Kartenkünstler, den er mit Vorführungen an Kongressen, Seminaren, der Herausgabe eines Videobandes und weiterer Bücher und Hefte in den folgenden Jahren weiter festigte. Es folgten der Beitritt zum MZvD, mehrere Auftritte im Schweizer Fernsehen (unter anderem im "Samschtig-Jass") sowie Filmaufnahmen von mehreren kurzen Tricksequenzen für einen Verkehrssicherheitsfilm.

In den Neunzigerjahren wurde Christian Scherer an drei aufeinander folgenden Meisterschaften des Magischen Ringes der Schweiz Schweizermeister der Kartenmagie (1990, 1993, 1996). Neben der Veranstaltung verschiedener Workshops über Grundgriffe der Zauberkunst, Dice Stacking, Münzen- und Kartenzauberei, Kreativität in der Zauberkunst und der Herausgabe verschiedener Seminarhefte fand Christian Scherer auch noch Zeit, für die Aufnahmeprüfung in den Magischen Ring der Schweiz einen neuen Fragebogen zusammenzustellen und ein Heft "Einführung in die Grundlagen der Zauberkunst" zu verfassen, das seit 2000 den Kandidaten als Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung in den Magischen Ring abgegeben wird.

1995 bis 1999 gab Christian Scherer als Redaktor den "HOKUS-POKUS", die Vereinszeitschrift des Magischen Ringes der Schweiz heraus. 2000 wurde er zum Ehrenmitglied des MRS und zum Ehrenpräsident des Magic Promotion Club ernannt.

Zwischendurch gab Christian Scherer zusammen mit Zauberfreunden immer wieder öffentliche Auftritte, bei denen er viele klassische und wenig bekannte Kunststücke präsentierte. Durch seine ständige Beschäftigung mit allen Aspekten der Zauberkunst blieb es nicht aus, dass er neben der Kreation von vielen Kartenkunststücken auch die Handhabung und Präsentation von klassischen Kunststücken bearbeitete und einige neue Kombinationen und Kunststücke erfand. So wurden über die Jahre von verschiedenen Zaubergerätehändlern rund zwei Dutzend Kunststücke und Routinen von ihm zum Verkauf angeboten.

In den letzten Jahren stieg sein Interesse an Bizarrer Magie und an der Geschichte der Zauberkunst, was sich auch auf der im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Internetseite widerspiegelt, für die er ungezählte Stunden recherchiert und Hunderte von Kurzbiografien mit Fotos der Künstler verfasst. Daneben wurden riesige Mengen an weiteren Informationen aufbereitet und ins Internet gestellt, so dass die Seite in kurzer Zeit zu einer der informativsten deutschsprachigen Internetseiten über die Zauberkunst wurde.

Von Kollegen wird Christian Scherer immer wieder als "Perfektionist" bezeichnet, als den er sich selber nie fühlte. Er bemüht sich lediglich, mit vertretbarem Aufwand bei jedem Kunststück von den Utensilien bis zur Präsentation ein Optimum herauszuholen und kann es nicht ausstehen, wenn jemand mit Ausreden wie "das merkt sowieso kein Zuschauer", "die Zuschauer finden das gut so " u. Ä. sich weigert, Verbesserungen vorzunehmen, die in den Möglichkeiten des Vorführenden liegen und mit geringem Aufwand zu realisieren sind. Er scheut sich auch nicht, ganz dezidiert seine Meinung zur Qualität von Vorführungen anderer Künstler zu äussern, unabhängig davon, welchen Ruf oder welches Ansehen diese bei anderen Kollegen geniessen, und er weigert sich entgegen dem allgemeinen Usus, Kollegen zu loben, wenn diese es seiner Meinung nach nicht verdienen. Dies führt manchmal dazu, dass Künstler sich aus Furcht vor schlechter Kritik scheuen, seine Meinung einzuholen. Diejenigen, die es dennoch tun, können dafür mit einer ehrlichen, fundierten und konstruktiven Kritik rechnen.

Publikationen von Christian Scherer:

"Eine Handvoll Kartenkunststücke" (1978),  Französischübersetzung "Card Magic Made in Switzerland" (1981).

"Card News '82" (1982) Französischübersetzung "Techniques Modernes aux Cartes" (1983), Englischübersetzung "Card News" (1984)

"Seminarheft Christian Scherer" (1982), 

"Sveroni original" (Seminarheft; 1991)

"Der Experte am Kartentisch" (1991) Deutschen Übersetzung von Erdnases "The Expert at the Card Table

"Das gespiegelte Kartenspiel" (1992)

"Zauberei und Schauspielkunst" (1994) Deutsche Übersetzung von Nelms' "Magic and Showmanship for Magicians" .

"Typisch Sveroni" (Seminarheft, 1995)

"Karten à a Carte" (1997)

"Abgezockt! Eine Falschspiel-Demonstration" (1999)

"Sensitive Finger. Eine Kartenroutine mit verbundenen Augen" (1999)

"Der glücklose Falschspieler. Eine Dice-Stacking-Routine" (2000)

"Einführung in die Grundlagen der Zauberkunst" /” Initiation aux bases de la magie” (2000)

"Kreative Magie" (Seminarheft, 2002)

"Variationen" (Seminarheft, Sveroni und Christian Scherer, 2006)

"Heureka" (Seminarheft Sveroni, 2008)

Videos:

"Close-up Kartenkunst"  (1985)

"Die Würfel sind (nicht) gefallen" (1990/91)

“Münzen-Münzen-Münzen” (1992)

“Grundgriffe zum Becherspiel” (1992)

 

DVDs:

"Christian Scherers Kartenmagie Teil I"  (2006)

"Christian Scherers Kartenmagie Teil II" (2006)